Wie lassen sich Kriege überhaupt erklären? Das ist die Frage, die sich all jene stellen, die glauben hinter dem „Warum“ von Gräueltaten, Mord und Raub eine Erklärung finden zu können. Man könnte diese Frage sehr schnell abtun und sagen, dass es sich nicht lohne, nach einem Ursprung zu fragen, wenn doch die Gegenwart, die Folgen des Krieges, so verehrend sind, dass selbst mit der besten Kriegerklärung nur leeres Kopfschütteln herrschen wird. Egal ob Kriege nun gerecht sind oder nicht, egal, ob ihr Ursprung vielleicht eine Rechtfertigung darstellen könnte, für all das, was da kommen möge, es bleibt ein Verbrechen an der Menschheit.
Selbst die kühnsten Machtstrategen werden feststellen müssen, dass der Wert eines geborenen Menschen, dem eines getöteten überwiegt, denn nicht das Ziel oder der Zweck des Mordes ist ausschlaggebend für die Bewertung, sondern das Ergebnis. In jedem Falle verliert der Mensch.
Darum soll diese Hausarbeit keine Rechtfertigung für jedwede Kriege darstellen. Es handelt sich nur um ein Gedankenexperiment. Es geht darum zu ergründen, ob Begriffe in etwa das entstehen lassen können, was man als Begründung kennt. Es geht darum den Grund, den Boden der Ursachen, zu erblicken, wie Kriege entstehen und ob es zur Natur des Menschen gehört oder äußere Einflüsse daran beteiligt waren und sind.
Die Geschichte der Menschheit nachzuzeichnen wird dabei unmöglich sein, jedoch wird sich in dieser Hausarbeit auf Thomas Hobbes, John Locke und Jean-Jacques Rousseau berufen werden, welche einen theoretischen Einstieg in die Anthropologie des Menschen liefern und mit ihren Konzepten einen Weg bereiten, der zumindest auf einige Aspekte der Frage, wie sich Kriege erklären lassen, eine Antwort bereit zu halten scheint.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Mögliche Kriegsmotive
- Der Naturzustand
- Thomas Hobbes
- Fazit zu Hobbes
- John Locke
- Fazit zu Locke
- Jean-Jacques Rousseau
- Fazit zu Rousseau
- Eigentum bei John Locke
- Entstehung des Eigentums
- Begrenzung des Eigentums
- Die Entstehung des Geldes
- Das Konfliktpotenzial des Eigentums
- Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit untersucht die Frage nach den Ursachen von Kriegen aus anthropologischer Perspektive. Sie hinterfragt die gängigen Erklärungen für Kriegsausbrüche und analysiert, ob diese hinreichende Bedingungen darstellen. Der Fokus liegt auf der Untersuchung des Naturzustands bei Hobbes, Locke und Rousseau, um zu ergründen, ob die Natur des Menschen oder äußere Einflüsse Kriege begünstigen.
- Analyse des Naturzustands als Erklärungsmodell für Kriege
- Untersuchung der Kriegsmotive und deren Grenzen
- Vergleich der anthropologischen Ansätze von Hobbes, Locke und Rousseau
- Die Rolle des Eigentums als Konfliktursache
- Die Frage nach der Vermeidbarkeit von Kriegen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die zentrale Forschungsfrage nach den Ursachen von Kriegen. Das Kapitel zu möglichen Kriegsmotiven hinterfragt gängige Erklärungen wie wirtschaftliche Interessen, politisches Streben oder ideologische Konflikte. Es argumentiert, dass diese zwar Motive, aber keine hinreichenden Bedingungen für Krieg darstellen. Das Kapitel zum Naturzustand untersucht die Konzepte von Hobbes, Locke und Rousseau, um die anthropologischen Wurzeln von Konflikten zu beleuchten. Das Kapitel über Eigentum bei Locke analysiert die Entstehung und Begrenzung von Eigentum sowie dessen Konfliktpotenzial.
Schlüsselwörter
Kriegstheorien, Anthropologie, Naturzustand, Thomas Hobbes, John Locke, Jean-Jacques Rousseau, Eigentum, Kriegsmotive, Konfliktpotenzial, Gewalt, Frieden.
Häufig gestellte Fragen
Wie erklärt Thomas Hobbes die Entstehung von Kriegen?
Hobbes sieht den Menschen im Naturzustand im "Krieg aller gegen alle", getrieben durch Selbsterhaltung, Misstrauen und Ruhmsucht, was nur durch einen starken Staat (Leviathan) beendet werden kann.
Welche Rolle spielt das Eigentum bei John Locke für Konflikte?
Locke sieht im Eigentum zwar ein Naturrecht, aber die Einführung von Geld führt zu ungleicher Akkumulation und Neid, was das Konfliktpotenzial und somit Kriegsgefahren erhöht.
Was war Jean-Jacques Rousseaus Ansicht zum Krieg?
Rousseau glaubte, der Mensch sei von Natur aus gut und friedlich; Kriege entstünden erst durch die Vergesellschaftung und die Einführung des Privateigentums.
Gehört Gewalt zur Natur des Menschen?
Die Arbeit untersucht dies als Gedankenexperiment anhand anthropologischer Theorien; es bleibt umstritten, ob Gewalt biologisch verankert oder kulturell bedingt ist.
Warum sind Kriege laut der Arbeit ein "Verbrechen an der Menschheit"?
Weil unabhängig von der Rechtfertigung das Ergebnis – die Vernichtung menschlichen Lebens – stets schwerer wiegt als jedes strategische oder politische Ziel.
- Citar trabajo
- Steffen Bergmann (Autor), 2008, Wie lassen sich Kriege erklären?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120594