Der Ende der 60er Jahre überwiegend durch Tochterunternehmen amerikanischer
Konzerne übermittelte Controllingbegriff sorgte in Deutschland für die
Notwendigkeit, die in der Praxis immer häufiger zum Einsatz kommende Tätigkeit
des Controllers ebenfalls in der Theorie darzustellen. Da sich eine Definitionsübernahme
wegen einer in amerikanischen Unternehmen fehlenden Trennung
der Finanz- und Betriebsbuchhaltung als nicht zweckmäßig herausstellte,
bemühte man sich um ein eigenes Verständnis dieses Begriffes. Sowie sich
fortan das Tätigkeitsprofil des Controllers kontinuierlich veränderte, entwickelte
sich in der einschlägigen Literatur auch die Auffassung, wie Controlling im System
der Unternehmung organisatorisch einzuordnen war und welche Funktionen
es wahrzunehmen hatte. Diese unterschiedlichen Auffassungen zur Einordnung
des Controlling im Unternehmen spiegeln sich in den Controllingkonzeptionen
diverser namhafter Wissenschaftler wider. Je nach vorliegendem
Verständnis kann es somit vorkommen, dass die Tätigkeiten von Controllern
sehr stark von einander abweichen. Aufgrund dieser Diskrepanz zwischen dem
in der Praxis schon selbstverständlichen Wort Controlling und der Unklarheit
seiner Bedeutung in der Theorie fordern zahlreiche Vertreter ein in Praxis und
Forschung gleichermaßen anerkanntes Controllingverständnis.
Das Ziel dieser Hausarbeit ist es zunächst die in der Literatur herrschenden
Controllingkonzeptionen näher vorzustellen, um sie dann im nächsten Schritt
auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede hin vergleichen zu können. Dem Leser
soll somit ein systematischer Überblick über die derzeit vertretenden Sichtweisen
des Controllingverständnisses gegeben werden. Weiterhin soll es ihm eine
Hilfestellung geben, die jeweils vorzufindende Konzeption im Gefüge des Unternehmens
einordnen und im Hinblick auf andere vertretende Sichtweisen abgrenzen
zu können.
Inhaltsverzeichnis
- Einführung
- Einordnung des Controlling im System Unternehmen
- Gegenstand und Anforderung einer Controllingkonzeption
- Darstellung adäquater Controllingkonzeptionen
- Informationsorientierte Konzeption
- Koordinationsorientierte Konzeptionen
- Rationalitätsorientierte Konzeption
- Gegenüberstellung der Konzeptionen
- Gemeinsamkeiten
- Unterschiede
- Unternehmenszielbezug
- Koordinationsumfang und Führungsbezug
- Hinreichende Abgrenzung und Eigenständigkeit
- Aufgabenumfang
- Bewältigung asymmetrischer Informationsverteilungen
- Schlussbemerkung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit hat zum Ziel, die in der Literatur vorherrschenden Controllingkonzeptionen vorzustellen und hinsichtlich ihrer Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu vergleichen. Der Leser erhält einen systematischen Überblick über verschiedene Sichtweisen des Controllingverständnisses und Hilfestellung bei der Einordnung der Konzeptionen im Unternehmenskontext.
- Vorstellung verschiedener Controllingkonzeptionen
- Vergleich der Konzeptionen bezüglich Gemeinsamkeiten und Unterschieden
- Einordnung des Controlling im Unternehmenssystem
- Analyse des Unternehmenszielbezugs verschiedener Konzeptionen
- Untersuchung des Koordinationsumfangs und des Führungsbezugs
Zusammenfassung der Kapitel
Einführung: Das Kapitel erläutert die Entwicklung des Controllingbegriffs in Deutschland und die Notwendigkeit eines einheitlichen Verständnisses. Es wird das Ziel der Arbeit formuliert: die Darstellung und den Vergleich verschiedener Controllingkonzeptionen.
Einordnung des Controlling im System Unternehmen: Dieses Kapitel behandelt die Einordnung des Controlling im Unternehmenssystem, insbesondere im Führungssystem, unter Verwendung der Systemtheorie.
Gegenstand und Anforderung einer Controllingkonzeption: (Der Inhalt dieses Kapitels wird hier nicht zusammengefasst, um den Umfang der Vorschau zu begrenzen)
Darstellung adäquater Controllingkonzeptionen: Dieses Kapitel stellt verschiedene Controllingkonzeptionen vor, darunter informationsorientierte, koordinationsorientierte und rationalitätsorientierte Ansätze. Es beschreibt die jeweiligen Merkmale und den spezifischen Fokus jeder Konzeption.
Gegenüberstellung der Konzeptionen (Gemeinsamkeiten): (Der Inhalt dieses Kapitels wird hier nicht zusammengefasst, um den Umfang der Vorschau zu begrenzen)
Schlüsselwörter
Controlling, Controllingkonzeptionen, Informationsorientiert, Koordinationsorientiert, Rationalitätsorientiert, Unternehmenssystem, Führungssystem, Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Unternehmenszielbezug, Informationsverteilung.
Häufig gestellte Fragen
Welche Controllingkonzeptionen werden in der Literatur unterschieden?
Man unterscheidet primär zwischen informationsorientierten, koordinationsorientierten und rationalitätsorientierten Controllingkonzeptionen.
Was ist der Kern der informationsorientierten Konzeption?
Hier steht die Versorgung der Unternehmensführung mit entscheidungsrelevanten Informationen im Mittelpunkt, wobei das Controlling als Informationsdienstleister fungiert.
Wie grenzt sich die rationalitätsorientierte Konzeption ab?
Diese Konzeption sieht die Hauptaufgabe des Controllings darin, die Rationalität der Führung sicherzustellen und etwaige kognitive Grenzen oder Motivationsdefizite der Manager auszugleichen.
Warum kam der Controllingbegriff erst spät nach Deutschland?
Er wurde Ende der 60er Jahre durch US-Tochtergesellschaften eingeführt. Da das deutsche Rechnungswesen (Trennung von Finanz- und Betriebsbuchhaltung) anders strukturiert war, musste ein eigenes Verständnis entwickelt werden.
Was sind die wichtigsten Vergleichskriterien für Controlling-Ansätze?
Wichtige Kriterien sind der Unternehmenszielbezug, der Koordinationsumfang, der Führungsbezug sowie die Bewältigung asymmetrischer Informationsverteilungen.
Warum fordern Wissenschaftler ein einheitliches Controllingverständnis?
Aufgrund der Diskrepanz zwischen der Praxis, wo Controlling selbstverständlich ist, und der Theorie, wo die Aufgaben stark variieren, ist eine klare Abgrenzung für Forschung und Praxis notwendig.
- Arbeit zitieren
- Josef Gilgen (Autor:in), 2007, Adäquate Controllingkonzeptionen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119118