Kooperationen gibt es nicht ausschließlich bei Lehrkräften innerhalb einer Schule, sondern finden beispielsweise zwischen anderen Partnern wie etwa Firmen statt. Der Begriff Kooperation umfasst ein weites Feld, weshalb es keine genaue Definition gibt. Im Zusammenhang der Lehrerkooperation muss man allerdings beachten, dass die Begriffe Kollegialität, soziale Unterstützung, Kommunikation und Koordination keine Synonyme, sondern wichtige Bestandteile der Kooperation darstellen.
Kooperieren Lehrkräfte im direkten Unterrichtsgeschehen nennt man diesen Vorgang Teamteaching. Bei dieser Form der Kooperation unterrichten zwei oder mehr Lehrer*innen innerhalb einer Klasse. Diese Form der Unterrichtsführung wird eingesetzt, um Schüler*innen individuell zu begleiten und beraten. Zudem ist die Anpassungsfähigkeit des Unterrichts an bestimmte Situationen besser und somit flexibler. Bei der Planung dieser Unterrichtsform gehen die Lehrkräfte gemeinsam vor, wobei eine klare Aufgabenverteilung stattfindet.
Inhaltsverzeichnis
1. Begriffe
1.1 Kooperation
1.2 Co-Teaching
2. Niveaustufen der Lehrer*innenkooperation
3. Empirische Befunde
4. Formen des Co-Teaching
5. Aufbau der Unterrichtsstunde
5.1 Inhalte der Vorbereitung
5.2 Inhalte der Reflexion
6. Persönliche Stellungnahme
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen, empirischen Belege sowie die praktische Anwendung von Co-Teaching in Schulen. Das Hauptziel besteht darin, aufzuzeigen, wie multiprofessionelle Kooperation im direkten Unterrichtsgeschehen zur individuellen Förderung von Schülerinnen und Schülern beitragen kann, und dabei gleichzeitig die organisatorischen und praktischen Herausforderungen für Lehrkräfte zu beleuchten.
- Grundlagen der Kooperation und Definitionen von Co-Teaching
- Niveaustufen der Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften
- Analyse empirischer Studien zur Wirksamkeit von Teamteaching
- Methodische Umsetzungsformen wie "speak and add", "skill groups" und "Station"
- Vorbereitungs- und Reflexionsstrategien für effektiven Unterricht
Auszug aus dem Buch
1.1 Kooperation
Kooperationen gibt es nicht ausschließlich bei Lehrkräften innerhalb einer Schule, sondern finden beispielsweise zwischen anderen Partnern wie etwa Firmen statt. Der Begriff Kooperation umfasst ein weites Feld, weshalb es keine genaue Definition gibt (Ahlgrimm, F., 2010). So definiert Adamski (1983) beispielsweise: Kooperation „meint in seiner Wortbedeutung soviel wie die Zusammenarbeit von wenigstens zwei Personen, deren selbstständige Handlung zumindest teilweise aufeinander bezogen wird“ (Adamski, 1983, zit. nach Aldorf, 2016, S.17). Spieß (2004) beschreibt erweiternd, dass Kooperation gekennzeichnet ist „durch den Bezug auf andere, auf gemeinsam zu erreichende Ziele bzw. Aufgaben, sie ist intentional, kommunikativ und bedarf des Vertrauens. Sie setzt eine gewisse Autonomie voraus […]“ (Spieß, 2004, S.199). Im Zusammenhang der Lehrerkooperation muss man allerdings beachten, dass die Begriffe Kollegialität, soziale Unterstützung, Kommunikation und Koordination keine Synonyme, sondern wichtige Bestandteile der Kooperation darstellen (Morgenroth, S., 2015).
Die Definition nach Spieß (2004) ist für den schulischen Kontext besonders gut geeignet, da sie nach Gräsel, Fußangel und Pröbstel eine besondere Flexibilität aufweist (Gräsel, C., Fußangel, K. & Pröbstel, C., 2006). Um nach Spieß zu kooperieren sind keine festen Arbeitsgruppen oder Planungsstrukturen notwendig. Diese Bedingungen findet man hauptsächlich an Schulen vor (ebd.). Dennoch gibt es spezielle Bedingungen an die die Kooperation geknüpft ist: „gemeinsame Ziele und Aufgaben, Vertrauen und Autonomie“ (Gräsel, C., Fußangel, K. & Pröbstel, C., 2006. S. 207). Haben Personen gemeinsame Ziele oder Aufgaben, so bewerten sie eine Zusammenarbeit mit anderen Partnern mit gleichen Zielen oder Aufgaben als nützlich und stimmen diese eher zu. Gibt es jedoch Gegensätze so besteht die Gefahr des Konkurrenzgefühls und eine Kooperation findet nicht statt. Eine Zusammenarbeit findet ebenfalls nicht statt, wenn es keine Zusammenhänge bei Aufgaben und Zielen zwischen verschiedenen Partnern gibt, da hier die Nützlichkeit einer Kooperation fehlt (ebd.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Begriffe: Klärung der grundlegenden Konzepte von Kooperation und Co-Teaching durch theoretische Definitionen und deren Einordnung in den schulischen Kontext.
2. Niveaustufen der Lehrer*innenkooperation: Darstellung der Entwicklungsstufen von der Fragmentierung bis hin zur Integration als Basis für kooperatives Handeln im Kollegium.
3. Empirische Befunde: Zusammenfassung wissenschaftlicher Studien, die sowohl positive Effekte auf die Schülerleistung und Motivation als auch die Herausforderungen in der Umsetzung untersuchen.
4. Formen des Co-Teaching: Erläuterung spezifischer Unterrichtsmethoden wie „speak and add“, „skill groups“ und „Station“ zur Unterstützung heterogener Lerngruppen.
5. Aufbau der Unterrichtsstunde: Konkrete Planung einer Deutschstunde zur Vertiefung von Affixen, inklusive der Vorbereitungsanforderungen und Reflexionsmöglichkeiten.
6. Persönliche Stellungnahme: Kritische Auseinandersetzung mit den Vor- und Nachteilen von Co-Teaching sowie den aktuellen Hindernissen wie Lehrermangel und mangelnden Zeitressourcen.
Schlüsselwörter
Co-Teaching, Kooperation, Lehrerkooperation, Teamteaching, Differenzierung, Heterogenität, Unterrichtsplanung, Schulentwicklung, Unterrichtsreflexion, Inklusion, Sonderpädagogik, Unterrichtsmethoden, Bildungssstandards, Arbeitsgruppen, Professionalisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Konzept des Co-Teaching als Form der Kooperation zwischen Lehrkräften, um den Herausforderungen eines inklusiven und differenzierten Unterrichts in heterogenen Schulklassen zu begegnen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretische Einbettung von Kooperation, die Niveaustufen der Lehrerzusammenarbeit, empirische Forschungsergebnisse zur Wirksamkeit dieser Methode sowie praktische Anwendungsmodelle im Unterricht.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel besteht darin, darzulegen, wie Co-Teaching durch professionelle Kooperation einen Mehrwert für Schülerinnen und Schüler schaffen kann und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit dies in der Praxis gelingen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse bestehender theoretischer Ansätze und empirischer Studien sowie der beispielhaften Planung und Reflexion einer Unterrichtseinheit.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Vorstellung empirischer Befunde, die Beschreibung konkreter Co-Teaching-Methoden und eine detaillierte Unterrichtsplanung im Fach Deutsch.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Co-Teaching, Kooperation, Differenzierung, Heterogenität, Inklusion und Unterrichtsentwicklung definiert.
Wie unterscheidet sich "skill groups" von der Methode "Station" im Kontext dieser Arbeit?
"Skill groups" teilen die Klasse in homogene Gruppen nach Leistungsstand ein, während die Methode "Station" Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf gezielt unterstützt, um sie im Lernprozess nicht zurückfallen zu lassen.
Welche Bedeutung kommt der Vorbereitung für das Co-Teaching zu?
Die Autorin betont, dass Co-Teaching ohne gemeinsame, zeitintensive Planung nicht effektiv umsetzbar ist, da die Rollenverteilung und Lernziele zwingend abgestimmt sein müssen.
Warum wird Co-Teaching trotz seiner Vorteile in der Praxis selten umgesetzt?
Hauptursachen sind der eklatante Lehrermangel, fehlende Zeitfenster für die Kooperation innerhalb des Stundenplans sowie räumliche Einschränkungen, die ein ungestörtes Arbeiten erschweren.
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- Henrike Zobel (Autor), 2021, Kooperation zwischen Lehrkräften, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1189381