„Vergleiche nie ein Kind mit einem anderen, sondern immer nur mit sich selbst“, forderte Johann Heinrich Pestalozzi bereits 1790. Ein hoher Anspruch, den auch die Gründer der Laborschule Bielefeld an sich gestellt haben. Sie entwickelten ein Beurteilungssystem, das die Individualität der Kinder und Jugendlichen berücksichtigt. Noten werden dabei weitestgehend
durch persönliche Berichte zum Lernvorgang ersetzt.
Wie die praktische Umsetzung dieser außergewöhnlichen Form der Beurteilung aussieht und welche Besonderheiten es diesbezüglich gibt, ist die zentrale Fragestellung, der ich nachgehen möchte.
Im ersten Teil der Arbeit setze ich mich zunächst mit den äußeren Rahmenbedingungen der Bielefelder Laborschule auseinander und stelle die einzelnen Stufen und ihre Merkmale vor. Sie bilden die Grundlage für das Verständnis des Beurteilungssystems, welches im
zweiten Teil der Arbeit ausführlich vorgestellt werden soll. Den Abschluss bildet ein kurzes
Schlusswort.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Kurzportrait
- Die äußeren Daten
- Die vier Stufen und ihre Merkmale im Überblick
- Die Beurteilung in der Laborschule
- Aufwachsen ohne Noten - ein Beispiel
- Die Berichte zum Lernvorgang
- Die Umsetzung in den Stufen
- Die Inhalte der Lernberichte
- Schlusswort
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Beurteilungssystem der Bielefelder Laborschule. Sie untersucht die praktische Umsetzung der individuellen Lernberichterstattung, die an die Stelle von Noten tritt, und beleuchtet die Besonderheiten dieses Systems im Kontext der Laborschule.
- Die äußeren Rahmenbedingungen der Laborschule Bielefeld
- Die vier Stufen und ihre Merkmale
- Das Beurteilungssystem der Laborschule
- Die Lernberichte als Ersatz für Noten
- Die Umsetzung des Beurteilungssystems in den verschiedenen Stufen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Fragestellung der Arbeit vor und erläutert den Aufbau der Arbeit. Im ersten Teil wird die Laborschule Bielefeld als Versuchsschule und Wissenschaftliche Einrichtung vorgestellt. Dabei werden die äußeren Daten, die vier Stufen und ihre Merkmale sowie die Besonderheiten der Schule im Vergleich zu herkömmlichen Schulen beleuchtet. Der zweite Teil der Arbeit widmet sich dem Beurteilungssystem der Laborschule. Hier werden die Lernberichte als zentrales Element der Beurteilung vorgestellt und ihre Inhalte und die Umsetzung in den verschiedenen Stufen erläutert.
Schlüsselwörter
Laborschule Bielefeld, Beurteilungssystem, Lernberichte, individuelles Lernen, Ganztagsschule, Versuchsschule, Pädagogische Fakultät, Universität Bielefeld, Hartmut von Hentig, Noten, Individualität
Häufig gestellte Fragen
Wie funktioniert die Beurteilung an der Laborschule Bielefeld?
Anstelle von klassischen Noten werden persönliche Berichte zum Lernvorgang verwendet, die die individuelle Entwicklung des Kindes in den Vordergrund stellen.
Was ist das Ziel der Laborschule?
Die Laborschule ist eine Versuchsschule, die neue Formen des Lernens und Zusammenlebens erprobt, wobei die Individualität und soziale Entwicklung der Schüler zentral sind.
Gibt es an der Laborschule gar keine Noten?
Noten werden weitestgehend durch ausführliche Lernberichte ersetzt. Erst in höheren Stufen findet eine Annäherung an staatliche Abschlussvorgaben statt.
Wer gründete die Laborschule Bielefeld?
Die Schule wurde maßgeblich von dem Pädagogen Hartmut von Hentig konzipiert und ist als wissenschaftliche Einrichtung der Universität Bielefeld angegliedert.
Wie sind die Stufen an der Laborschule gegliedert?
Die Schule ist in vier Stufen unterteilt, die jeweils spezifische pädagogische Merkmale aufweisen und die Kinder vom Schuleintritt bis zum Ende der Sekundarstufe I begleiten.
- Citation du texte
- Sophie Männel (Auteur), 2008, Das Beurteilungssystem der Bielefelder Laborschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118772