Die Arbeit stellt sich zur Aufgabe, Tolstois Novelle „Der Tod des Iwan Iljitsch” auf die religiösen und damit verbundenen sozialethischen sowie kulturkritischen Konzeptionen des Autors zu untersuchen und mithilfe der Befunde eine Antwort auf die Frage zu finden, inwiefern sich Iwan Iljitschs Erkenntnis, er habe eine Lüge gelebt, im Angesicht seines bevorstehenden Todes erklären lässt und welchen Gegenentwurf die Erzählung für das richtige bzw. wahre Leben vorgibt.
Dafür soll zunächst ein Überblick über Tolstois Leben und Denken dargestellt werden, der sich auf die eben genannten Konzeptionen beschränkt und diese möglichst auf die für die Analyse relevanten Punkte reduziert. In einem zweiten Schritt soll die Erzählung Tolstois gründlich analysiert werden. Die Analyse wird den Schwerpunkt dieser Arbeit darstellen. Die Erkenntnisse der Analyse werden anschließend mithilfe der zuvor herauskristallisierten Konzeptionen interpretiert und diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Lew Tolstoi. Leben und Denken
- Religiöse Konzeption und sozialethische Implikationen
- Gesellschafts- und Kulturkritik
- Tod
- Der Tod des Iwan Iljitschs
- Die gesellschaftliche Reaktionen auf den Tod Iwan Iljitschs
- Das Leben Iwan Iljitschs
- Das Sterben Iwan Iljitschs
- Iwan Iljitsch im Lichte der Konzeptionen Tolstois
- Zur gesellschafts- und kulturkritischen Konzeption
- Zum Religionsverständnis
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit Lew Tolstois Novelle „Der Tod des Iwan Iljitsch“ und analysiert diese im Kontext seiner religiösen und sozialenthischen sowie kulturkritischen Konzeptionen. Das Ziel der Arbeit ist es, zu erforschen, inwiefern sich Iwan Iljitschs Erkenntnis, er habe ein unechtes Leben geführt, angesichts seines bevorstehenden Todes erklären lässt und welchen Gegenentwurf die Erzählung für ein wahrhaftes Leben liefert.
- Tolstois religiöse Konzeption
- Die Kritik an der russischen Gesellschaft und Kultur
- Das Motiv des Todes in Tolstois Werk
- Iwan Iljitschs Lebensweg und sein Sterben
- Der Gegenentwurf zu einem "falschen" Leben
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Einleitung stellt Tolstoi als wichtigen russischen Autor und seine Beschäftigung mit zentralen Themen wie Religion, Moral und Tod vor. Sie führt in die Novelle „Der Tod des Iwan Iljitsch“ ein, in der Tolstois religiöse Lehre, Gesellschaftskritik und Auseinandersetzung mit dem Tod eine zentrale Rolle spielen.
- Lew Tolstoi. Leben und Denken: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über Tolstois Leben und seine Ideen. Es beleuchtet Tolstois moralischen Impetus, der ihn dazu trieb, seine Werke nicht nur zu unterhalten, sondern auch zu lehren und zu erziehen. Es werden Tolstois religiöse Konzeption und deren sozialethische Implikationen sowie seine Kritik an der russischen Gesellschaft und Kultur dargestellt.
- Der Tod des Iwan Iljitschs: Dieses Kapitel analysiert die Novelle „Der Tod des Iwan Iljitschs“. Es befasst sich mit der gesellschaftlichen Reaktion auf den Tod Iwan Iljitschs, mit seinem Leben und seinem Sterben und schließlich mit der Deutung der Ereignisse im Licht von Tolstois Konzeptionen.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit den Schlüsselbegriffen Lew Tolstoi, „Der Tod des Iwan Iljitsch", religiöse Konzeption, sozialethische Implikationen, Gesellschaftskritik, Tod, Kunst, Moral, Lebenssinn und Wahrheit.
Häufig gestellte Fragen
Welche zentrale Erkenntnis gewinnt Iwan Iljitsch vor seinem Tod?
Iwan Iljitsch erkennt, dass sein gesamtes bisheriges, auf gesellschaftlichem Ansehen und Äußerlichkeiten basierendes Leben eine „Lüge“ und unauthentisch war.
Wie kritisiert Tolstoi die russische Gesellschaft in der Novelle?
Er zeigt die Kälte und Oberflächlichkeit der Gesellschaft, in der Mitmenschen (sogar Freunde und Familie) den Tod eines anderen primär unter dem Aspekt des eigenen Nutzens oder der Unbequemlichkeit betrachten.
Was ist Tolstois Gegenentwurf zum „falschen Leben“?
Der Gegenentwurf wird durch die Figur des Dieners Gerassim verkörpert, der für Aufrichtigkeit, Mitgefühl und die Akzeptanz der natürlichen Ordnung des Lebens und Sterbens steht.
Welche Rolle spielt die Religion in Tolstois Spätwerk?
Tolstois religiöse Konzeption betont eine moralische Erneuerung und die Suche nach Wahrheit jenseits kirchlicher Dogmen, was sich in Iwan Iljitschs spirituellem Erwachen widerspiegelt.
Warum ist das Motiv des Todes für die Erzählung so wichtig?
Der Tod fungiert als Katalysator, der die Masken der Gesellschaft fallen lässt und den Einzelnen zwingt, sich mit der existenziellen Wahrheit seines Daseins auseinanderzusetzen.
- Quote paper
- M.Ed. Micha Pante (Author), 2020, Lew Tolstois religiöse und kulturkritische Konzeptionen in "Der Tod des Iwan Iljitsch", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1183367