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"Über das Geistige in der Kunst" von Wassily Kandinsky. Kandiskys Bruch mit der naturalistischen Tradition

Title: "Über das Geistige in der Kunst" von Wassily Kandinsky. Kandiskys Bruch mit der naturalistischen Tradition

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 23 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Margarete Roewer (Author)

Theology - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Kandinskys abstrakte Malerei kann schnell nur als eine Zusammenführung irgendwelcher farbiger Linien oder Flächen betrachtet werden. Manchen erscheint sie sogar als hässlich, sinnlos und geistlos. Man könnte vielleicht sogar so weit gehen und Abstraktion als eine Zerstörung des Lebendigen sehen. Kandinsky hingegen sieht in der abstrakten Kunst das Geistige und somit auch das Religiöse. Aber was genau meint Kandinsky mit abstrakt? Das Abstrakte bildet in seinen Ausführungen den Gegensatz zum Gegenständlichen. Er versteht darunter folglich eine gegenstandlose Kunst. „...je mehr die organische Form zurückgetrieben wird, desto mehr dieses Abstrakte von selbst in den Vordergrund tritt...“. Allerdings definiert er den Begriff des Abstrakten nicht wirklich konkret. Es wird aber in seinen Ausführungen deutlich werden, dass er das Abstrakte für die wahre Realität hält. So soll seines Erachtens ein Kunstwerk nicht einfach nachahmen, sondern zu den geistigen Ursachen hinaufsteigen, aus denen die Natur stammt.

Kandinsky brach also mit der naturalistischen Tradition. Er setzte einen neuen Maßstab, wobei nicht nur das als real und als absolut wahr erachtet wird, was man sehen und wissenschaftlich belegen kann, sondern das es noch etwas gibt, was darüber hinaus geht. Das Abstrakte könnte man hier auch eine Relativierung nennen oder eine Verschlüsselung des Gegenstandes. Für Kandinsky hat das Abstrakte „reine Formen“, „reine Farben“ und „reine Flächen“ und somit impliziert das auch für ihn die „reine Schönheit“. Er spricht hier auch von „reinen malerischen Mitteln“, welche der Künstler für sein Werk verwendet. Das Reine meint hier das Konkrete, Definierte und Unvermischte. Die Farben sind immer in eine Form oder Fläche eingebettet und stets unifarben, niemals gemischt oder gar gemustert. Auch die Formen und Flächen sind klar und deutlich abgegrenzt, um sich und den Betrachter somit nicht abzulenken oder gar abschweifen zu lassen, sondern es soll ein meditatives Versinken ermöglichen und Kontemplation fördern. Die Reinheit wird gewonnen durch das Absehen vom Äußerlichen oder Äußeren. Also das Freisein von Nebensächlichen. Nur das Abstrakte zeigt und ermöglicht erst das Reale, die reine Wirklichkeit und Wahrheit. [..]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Methodischer Zugang

II. Hauptteil

2.1 Zum Begriff des Religiösen nach Thomas Luckmann

2.2 Zur Begrifflichkeit von Kunst

2.3 Die Kunsttheorie von Wassily Kandinsky

III. Schluss

IV. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Kunsttheorie von Wassily Kandinsky unter der leitenden Fragestellung, inwiefern sich das Geistige bzw. Religiöse in der abstrakten Kunst manifestieren kann und welche Rolle die Kunst bei der Erkenntnis des Transzendenten spielt.

  • Analyse der kunsttheoretischen Positionen von Wassily Kandinsky.
  • Anwendung des religionssoziologischen Ansatzes von Thomas Luckmann auf das Kunstverständnis.
  • Untersuchung des Verhältnisses von Abstraktion, Geistigkeit und Religion.
  • Diskussion über die Rolle des Künstlers als Medium und die Bedeutung eschatologischer Sinnzusammenhänge.
  • Kritische Reflexion der Verknüpfung von rationalem Diskurs und intuitiv-künstlerischem Schaffen.

Auszug aus dem Buch

1.1 Problemstellung

Kandinskys abstrakte Malerei kann schnell nur als eine Zusammenführung irgendwelcher farbiger Linien oder Flächen betrachtet werden. Manchen erscheint sie sogar als hässlich, sinnlos und geistlos. Man könnte vielleicht sogar soweit gehen und Abstraktion als eine Zerstörung des Lebendigen sehen. Kandinsky hingegen sieht in der abstrakten Kunst das Geistige und somit auch das Religiöse.

Aber was genau meint Kandinsky mit abstrakt? Das Abstrakte bildet in seinen Ausführungen den Gegensatz zum Gegenständlichen. Er versteht darunter folglich eine gegenstandlose Kunst. „...je mehr die organische Form zurückgetrieben wird, desto mehr dieses Abstrakte von selbst in den Vordergrund tritt...“. Allerdings definiert er den Begriff des Abstrakten nicht wirklich konkret. Es wird aber in seinen Ausführungen deutlich werden, dass er das Abstrakte für die wahre Realität hält. So soll seines Erachtens ein Kunstwerk nicht einfach nachahmen, sondern zu den geistigen Ursachen hinaufsteigen, aus denen die Natur stammt. Kandinsky brach also mit der naturalistischen Tradition. Er setzte einen neuen Maßstab, wobei nicht nur das als real und als absolut wahr erachtet wird, was man sehen und wissenschaftlich belegen kann, sondern das es noch etwas gibt, was darüber hinaus geht. Das Abstrakte könnte man hier auch eine Relativierung nennen oder eine Verschlüsselung des Gegenstandes.

Für Kandinsky hat das Abstrakte „reine Formen“, „reine Farben“ und „reine Flächen“ und somit impliziert das auch für ihn die „reine Schönheit“. Er spricht hier auch von „reinen malerischen Mitteln“, welche der Künstler für sein Werk verwendet. Das Reine meint hier das Konkrete, Definierte und Unvermischte.

Die Farben sind immer in eine Form oder Fläche eingebettet und stets unifarben, niemals gemischt oder gar gemustert. Auch die Formen und Flächen sind klar und deutlich abgegrenzt, um sich und den Betrachter somit nicht abzulenken oder gar abschweifen zu lassen, sondern es soll ein meditatives Versinken ermöglichen und Kontemplation fördern. Die Reinheit wird gewonnen durch das Absehen vom Äußerlichen oder Äußeren. Also das Freisein von Nebensächlichen. Nur das Abstrakte zeigt und ermöglicht erst das Reale, die reine Wirklichkeit und Wahrheit.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung führt in die zentrale Problematik der abstrakten Malerei Kandinskys ein und erläutert den methodischen Zugang, der auf einer systematischen Analyse seiner Kunsttheorie basiert.

1.1 Problemstellung: Dieses Kapitel erörtert Kandinskys Abstraktionsbegriff als Weg zur wahren Realität, weg vom Gegenständlichen hin zum Geistigen und Religiösen.

1.2 Methodischer Zugang: Hier wird der systematische Ansatz dargelegt, die Kunsttheorie Kandinskys mithilfe religionssoziologischer Kriterien, insbesondere nach Thomas Luckmann, zu erschließen.

II. Hauptteil: Der Hauptteil bildet den Kern der Untersuchung, in dem theoretische Grundlagen und die spezifische Kunstauffassung Kandinskys detailliert verknüpft werden.

2.1 Zum Begriff des Religiösen nach Thomas Luckmann: Dieses Kapitel analysiert Luckmanns wissenssoziologische Perspektive auf Religion als Kommunikation und Konstruktion von Weltansicht, um eine Basis für die Definition des Religiösen zu finden.

2.2 Zur Begrifflichkeit von Kunst: Eine kritische Auseinandersetzung mit allgemeingültigen Definitionen von Kunst und deren Abgrenzung zum spezifischen, geistig orientierten Kunstverständnis Kandinskys.

2.3 Die Kunsttheorie von Wassily Kandinsky: Die umfassende Darstellung von Kandinskys Kunsttheorie, unterteilt in verschiedene Theorienkomplexe wie Evolution, das Innere, Dematerialisation und Sprachcharakter.

III. Schluss: Der Schlussteil reflektiert die Ergebnisse der Untersuchung und diskutiert die Herausforderungen, die sich aus der wissenschaftlichen Analyse eines primär intuitiven und geistigen Werks ergeben.

IV. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Kandinsky, Abstrakte Kunst, Geistiges, Religion, Thomas Luckmann, Kunsttheorie, Transzendenz, Gefühl, Intuition, Ästhetik, Eschatologie, Kommunikation, Symbol, Malerei, Moderne.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Kunsttheorie von Wassily Kandinsky und untersucht, inwiefern seine abstrakte Malerei als Ausdruck des Geistigen und Religiösen verstanden werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den zentralen Themen gehören die Definitionen von Kunst und Religion, der Begriff der Abstraktion, die Rolle des Gefühls gegenüber der Vernunft sowie die eschatologische Bedeutung der Kunst.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, Kandinskys Kunstverständnis systematisch darzulegen und zu prüfen, ob und wie Kunst als Weg zur Erkenntnis Gottes fungieren kann.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit nutzt einen systematischen, analytischen Zugang, der das religionssoziologische Modell von Thomas Luckmann heranzieht, um die „unsichtbare Religion“ in der Kunst zu deuten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Luckmanns Religionsbegriff, eine Analyse des Kunstbegriffs und eine tiefergehende Darstellung der vier Theoriekomplexe Kandinskys.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Kandinsky, abstrakte Kunst, Geistiges, Religion, Transzendenz und Kommunikation.

Wie unterscheidet Kandinsky laut der Arbeit zwischen „äußerer“ und „innerer“ Kunst?

Die „äußere“ Kunst bezieht sich auf das Materielle und Vergängliche, während die „innere“ Kunst das Geistige und Ewige anspricht und den Betrachter zur tieferen Erkenntnis führen soll.

Welche Kritik äußert der Verfasser an Kandinskys Kunsttheorie?

Der Autor kritisiert die mangelnde wissenschaftliche Nachvollziehbarkeit einiger Thesen sowie den Widerspruch, dass Kandinsky zwar eine Theorie entwirft, gleichzeitig aber den Wert von Theorie zur Erklärung von Intuition infrage stellt.

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Details

Title
"Über das Geistige in der Kunst" von Wassily Kandinsky. Kandiskys Bruch mit der naturalistischen Tradition
College
Free University of Berlin  (Katholische Theologie)
Course
Spuren des Religiösen in zeitgenössischer Literatur und Kunst
Grade
2,3
Author
Margarete Roewer (Author)
Publication Year
2006
Pages
23
Catalog Number
V117657
ISBN (eBook)
9783640200443
ISBN (Book)
9783640207190
Language
German
Tags
Geistige Wassily Kandinsky Spuren Religiösen Literatur Theologie Kunst
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Margarete Roewer (Author), 2006, "Über das Geistige in der Kunst" von Wassily Kandinsky. Kandiskys Bruch mit der naturalistischen Tradition, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117657
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