Ziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, in welchem Ausmass der Frontier-Mythos auch in Science-Fiction implementiert wird. Wie wird in den Filmen "The Matrian" und "Interstellar" die an den Western-Mythos angelehnte Weltraumeroberung narrativ als ästhetisch dargestellt und welches Verhältnis zwischen Mensch und Kosmos wird dadurch etabliert?
Was haben ein Western-Film und ein Science-Fiction-Film gemein? Auf den ersten Blick scheinbar nichts. Beide operieren mit komplett unterschiedlichen Topoi: Der Western mit Cowboys, Pferden und dem Wilden Westen, Science-Fiction hingegen mit Astronaut*innen, Raumschiffen und dem Weltraum. Und doch bestehen mehr Gemeinsamkeiten, als der Schein trügt. Ikonographisch wie auch erzählerisch evozieren US-amerikanische Science-Fiction-Filme wie "The Matrian" und "Interstellar" das ursprünglich dem Western intrinsische Frontier-Narrativ.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Was ist der Frontier-Mythos?
- Die Astronaut*in als US-amerikanische Frontier-Held*in
- Der Weltraum als Frontier-Raum
- Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit analysiert die Implementierung des Frontier-Mythos im US-amerikanischen Science-Fiction-Film, insbesondere anhand der Beispiele "THE MARTIAN" und "INTERSTELLAR". Im Fokus stehen die erzählerische und ästhetische Darstellung der Weltraumeroberung und die Konstruktion des Verhältnisses zwischen Mensch und Kosmos.
- Der Frontier-Mythos als historischer und kultureller Kontext
- Die Astronaut*innen als Repräsentanten des amerikanischen Frontier-Helden
- Die Inszenierung des Weltraums als "final frontier"
- Die Rolle von Technologie und Innovation im Frontier-Narrativ
- Der Einfluss des Frontier-Mythos auf die Identitätsbildung der USA
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel bietet eine historische und terminologische Einführung in den Frontier-Begriff. Das zweite Kapitel analysiert die Darstellung der Astronaut*innen in "THE MARTIAN" und "INTERSTELLAR" im Kontext des Frontier-Helden-Archetypus. Das dritte Kapitel behandelt die Inszenierung des Weltraums als "final frontier" in den beiden Filmen.
Schlüsselwörter
Der Frontier-Mythos, Science-Fiction-Film, Weltraumeroberung, Astronaut*in, Frontier-Held*in, "THE MARTIAN", "INTERSTELLAR", Identitätsbildung, USA, Weltraum, Terraforming, Anthropozän.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Frontier-Mythos?
Der Frontier-Mythos beschreibt ein zentrales Narrativ der US-amerikanischen Geschichte, das die ständige Erweiterung der Siedlungsgrenze nach Westen als zivilisatorischen Auftrag und identitätsstiftendes Merkmal der USA thematisiert.
Inwiefern wird der Frontier-Mythos in Science-Fiction-Filmen aufgegriffen?
In Filmen wie "The Martian" und "Interstellar" wird der Weltraum als die "final frontier" (letzte Grenze) inszeniert. Die Eroberung des Alls übernimmt dabei die Rolle, die früher der Wilde Westen im Western-Genre innehatte.
Wie wird die Figur der Astronaut*in in diesen Filmen dargestellt?
Astronaut*innen werden als moderne Repräsentanten des klassischen Frontier-Helden dargestellt: Sie sind Pioniere, die durch Technologie und Innovationskraft in lebensfeindlichen Umgebungen überleben und neue Lebensräume erschließen.
Welche Gemeinsamkeiten haben "The Martian" und "Interstellar" hinsichtlich der Weltraumeroberung?
Beide Filme nutzen die Weltraumeroberung narrativ und ästhetisch, um das Verhältnis zwischen Mensch und Kosmos zu definieren, wobei Themen wie Terraforming und das Überleben der Menschheit im Vordergrund stehen.
Welche Rolle spielt Technologie im Frontier-Narrativ dieser Filme?
Technologie dient als das Werkzeug, das die Überwindung der Grenze ermöglicht. Sie symbolisiert den menschlichen Fortschrittsgeist, der notwendig ist, um die Herausforderungen des Anthropozäns und des Weltraums zu bewältigen.
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- Michelle Künzler (Author), 2021, Das Frontier-Mythos in Science-Fiction-Filmen. Western und Weltraumeroberung in "The Martian" und "Interstellar", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1168819