In den nächsten Jahren soll - glaubt man den Handyherstellern und Medienproduzenten – das
Fernsehen auf dem Handy durchgesetzt werden.
Diese neue Technik birgt sehr großes Potential, welches sich bisher in durchweg positiven
Erwartungen und Analysen niederschlägt. „Doch jede positive Seite hat auch eine Kehrseite.
Das gilt nicht nur für das Mobiltelefon, sondern allgemein für den Gebrauch von Technik. Es
bringt nämlich nicht nur negative oder positive Effekte, sondern im Sinne einer ‚Hypothese
dualer Effekte’ beides mit sich.“
Darum soll mit der vorliegenden Arbeit dieses Immer und Überall des Fernsehens auf seine
Kehrseite hin untersucht werden. Die vielfältigen Auswirkungen der Hybris Fernsehen-
Mobiltelefon sind zurückzuführen auf diverse sich gegenseitig beeinflussende Faktoren. Viele
der folgenden Feststellungen sind deshalb sehr stark ineinander verzahnt, aufeinander
aufbauend bzw. auseinander resultierend, was die Abgrenzung der Teilthemen erschwerte.
In Verbindung mit der Beschreibung menschlicher Handlungen werden im Folgenden oft die
Pronomen uns und wir gebraucht werden, weil die Verwendung von Phrasen wie „die
Menschen“ oder „menschliche Individuen“ aufgrund ihrer unangebrachten Ferne abzulehnen
sind, wenn es um Medien und Kommunikation geht, und nicht zuletzt auch, weil der Autor
sich bezüglich der dargestellten Phänomene nicht ausschließen darf.
Die Mittel der Argumentation setzen sich aus philosophischen, psychologischen,
neuropsychologischen, sprach-, kommunikations-, und populärwissenschaftlichen sowie
künstlerischen Ansätzen zusammen. Vor allem die beiden Letztgenannten sind eher
unkonventionelle Hilfsmittel beim Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten. Durch ihre
besondere Eignung und Nähe zur Thematik allerdings, die nicht nur aus dem Fehlen von
Berührungsängsten besteht, möchte ich mich hier ihrer bedienen, auf dass sie durch ihren
Drang zu praktischer Veranschaulichung dem Verständnis dienen und - natürlich - der
Argumentation nützen.
Außen vor werde ich lassen die verschiedenen Arten von mobile-TV, die sich auch in der
Entwicklung immer neuer Standards der technischen Realisation äußern. Gehen soll es hier um die pure Paarung des mit Abstand persönlichsten Gegenstands des
Menschen, den die Industrie seit Jahren hervorgebracht hat mit dem immer noch wichtigsten Medium der Massenkommunikation für die öffentlichen und privaten
Kommunikationsverhältniss bekannt unter den Namen Handy-TV, mobile-tv, Mobile TV,
mobiles Fernsehen u. Ä. und um davon ausgehende Gefährdungen.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung.
- 2. Gefahr kommt von gefährlich ......
- 3. mobile media - Handy-TV - eine Begriffsfindung ..
- 4. Das Mobiltelefon - absolute Beweglichkeit - Unentbehrlichkeit
- 5. Das Walkman-Syndrom - private Kommunikation in der Öffentlichkeit vs. öffentliche Kommunikation...
- 5.1 Das anwesende Abwesendsein …………………………
- 5.2 Anwesende Abwesenheit während des Telefonierens
- 5.3 Anwesende Abwesenheit während des Fernsehens
- 5.4 Bedeutungsverlust kollokaler Kommunikation durch Handy-TV
- 6. Das Prinzip Einfachheit - Teil I
- 6.1 Ursache des Erfolgs mobiler Telefonie..
- 6.2 Warum mediale Kommunikation einfacher ist
- 6.3 Warum es einfacher ist mobil erreichbar zu sein/ zu telefonieren
- 6.4 Warum es einfacher ist fernzusehen..........\n
- 7. Das Prinzip Einfachheit - Teil II....
- 7.1 Der Ort - Die Wohnung - Menschlicher Privatbereich.
- 7.2. Der Ort - Der Körper – Menschlicher Intimbereich .
- 7.3 Was die Entkopplung des Fernsehens vom statischen Ort bedeutet.
- 7.4 Was die Ankopplung des Fernsehens an den menschlichen Körper bedeutet22
- 8. Konklusion
- 9. Ein Ausblick..
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den potenziellen Gefahren des Fernsehens auf dem Handy. Sie untersucht, wie die Verfügbarkeit des Fernsehens jederzeit und überall durch das Mobiltelefon die menschlichen Kommunikationsverhältnisse beeinflusst und potenziell negative Auswirkungen auf unsere Gesellschaft haben kann.
- Das Konzept des „Walkman-Syndroms“ und die Auswirkungen des ständigen Zugangs zu medialen Inhalten auf die menschliche Präsenz.
- Die vereinfachende Natur von mobiler Kommunikation und die Folgen für die Interaktion zwischen Menschen.
- Die Veränderung des Ortes und der Bedeutung des Fernsehens durch die Mobilität.
- Die psychosozialen Folgen von Handy-TV und die Notwendigkeit eines bewussten Umgangs mit dieser Technologie.
- Die Kritik des mobilen Fernsehens als potenziell gefährliches Phänomen.
Zusammenfassung der Kapitel
- Die Einleitung stellt die These auf, dass das mobile Fernsehen, obwohl es großes Potenzial bietet, auch negative Auswirkungen haben kann. Sie betont die Notwendigkeit einer kritischen Untersuchung der vielfältigen Folgen dieser Technologie.
- Kapitel 2 beleuchtet die Gefahren von Handy-TV, die sich nicht nur auf die Technologie selbst, sondern auch auf den Begriff "Gefahr" beziehen. Der Autor plädiert für eine achtsame und bewusste Nutzung, anstatt einer panischen Angst vor der neuen Technik.
- Kapitel 3 beleuchtet den Begriff "mobile media" und seine Bedeutung im Kontext von Handy-TV. Der Autor hinterfragt die Bedeutung von "Medien" im modernen Kontext und dessen vielfältige Konnotationen.
- Kapitel 4 betrachtet die Entwicklung des Mobiltelefons und seine unbestreitbare Bedeutung als Kommunikationsmittel.
- Kapitel 5 beschäftigt sich mit dem "Walkman-Syndrom" und den Auswirkungen von privaten Kommunikationsmitteln in der Öffentlichkeit. Es werden die Folgen von anwesendem Abwesendsein durch Telefonieren und Fernsehen auf die menschliche Kommunikation untersucht.
- Kapitel 6 analysiert das "Prinzip Einfachheit" im Zusammenhang mit mobiler Telefonie und Fernsehen. Der Autor stellt die Frage, warum diese Formen der Kommunikation so erfolgreich sind und welche Auswirkungen dies auf unsere Gesellschaft hat.
- Kapitel 7 untersucht die Veränderung von Ort und Bedeutung des Fernsehens durch die Mobilität. Es werden die Folgen der Entkopplung vom statischen Ort und die Ankopplung an den menschlichen Körper betrachtet.
Schlüsselwörter
Mobile media, Handy-TV, Walkman-Syndrom, Einfachheit, Mobiltelefon, Fernsehen, Kommunikation, Gesellschaft, Psychosoziale Folgen, Kritik.
- Citation du texte
- Eric Wallis (Auteur), 2007, Kritik des mobilen Fernsehens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116408