Die Tatsache, dass in der heutigen Zeit und unter den derzeitigen gesellschaftlichen und ökonomischen Voraussetzungen, denen Familien in Deutschland und in vielen anderen westlichen Ländern ausgesetzt sind, Kinder immer früher und für immer längere Zeit außer-familiär betreut werden, gibt Anlass dazu, die vorherrschende Situation der Kinder unter drei Jahren näher zu betrachten und auch den derzeitigen Forschungsstand zu untersuchen. Diese Arbeit beschreibt die internationale Diskussion um die Chancen und Risiken der außerfamiliären Betreuung. Dazu soll einerseits die derzeitige Situation des Tagesbetreuungsangebots in Deutschland ausführlich dargestellt werden, andererseits sollen die entwicklungspsychologischen und sozialen Folgen eingehend anhand der wichtigsten Forschungsstudien und deren Ergebnisse betrachtet werden. Die vorhandenen Studien werden dabei besonders im Hinblick auf den Einfluss der institutionellen Tagesbetreuung auf die Mutter-Kind- Bindung untersucht. Die Grundfrage, die sich dabei stellt, ist, ob sich die oftmals extensive Fremdbetreuung negativ auf die Entwicklung des Kindes und seine Beziehung zu seiner Mutter auswirken kann. 1.3 Struktur der Arbeit Die vorliegende Diplomarbeit ist in insgesamt 5 Hauptkapitel untergliedert. In dem vorliegenden ersten Kapitel wird der Leser in die Thematik eingeführt. Außerdem werden Ziel und Struktur der Arbeit dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
- Einführung
- Darstellung der Thematik
- Ziel der Arbeit
- Struktur der Arbeit
- Bindungsbegriff und Bindungstheorie
- Definition des Bindungsbegriffs
- Die Bindungstheorie
- Bindungsverhalten
- Die Mutter-Kind- Interaktion
- Methoden zur Beobachtung von Bindungsverhalten
- Der Fremde- Situations- Test (FST)
- Der Attachment Q-Sort (AQS)
- Bindungsqualität
- Kindertagesbetreuung in Deutschland
- Verschiedene Tagesbetreuungsformen im Vergleich
- Versorgungsquote des institutionellen Betreuungsangebots
- Inanspruchnahme des institutionellen Betreuungsangebots
- Zur Qualität der Tagesbetreuungsangebote
- Der Eintritt in die Fremdbetreuung – Ein Eingewöhnungsmodell
- Auswertung der Situationsanalyse
- Einfluss der Fremdbetreuung auf die Mutter-Kind- Bindung
- Die NICHD Studie
- Die Teilnehmer und der allgemeine Aufbau der Studie
- Messzeitpunkte und Themenbereiche der Studie
- Messzeitpunkte und eingesetzte Instrumente der Studie
- Weitere Faktoren der Studie
- Grundthesen der Studie
- Aussagen über die Fremdbetreuung
- Forschungsergebnisse
- Quantität der Betreuungszeit
- Qualität der Betreuung
- Bedeutung von Familienfaktoren
- Individuelle Unterschiede
- Auswertung
- Die NICHD Studie
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Diplomarbeit befasst sich mit dem Einfluss institutioneller Tagesbetreuung auf die Mutter-Kind-Bindung bei Kindern unter drei Jahren. Ziel der Arbeit ist es, die Auswirkungen von frühkindlicher Fremdbetreuung auf die Bindungsqualität zwischen Mutter und Kind zu untersuchen und relevante Forschungsbefunde zu analysieren.
- Die Bedeutung der Bindungstheorie und ihrer Anwendung in der Praxis
- Die Entwicklung und Bedeutung von Kindertagesbetreuung in Deutschland
- Die Untersuchung des Einflusses von Fremdbetreuung auf die Mutter-Kind-Bindung
- Die Analyse der NICHD Studie und ihrer Ergebnisse
- Die Diskussion relevanter Forschungsbefunde und die Ableitung von Schlussfolgerungen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einleitung, die die Thematik der frühkindlichen Fremdbetreuung und ihre Relevanz für die Mutter-Kind-Bindung darstellt. Anschließend wird der Bindungsbegriff und die Bindungstheorie von John Bowlby vorgestellt, um den theoretischen Rahmen der Arbeit zu schaffen.
Im dritten Kapitel wird das System der Kindertagesbetreuung in Deutschland beleuchtet, wobei verschiedene Betreuungsformen im Vergleich dargestellt werden. Es werden die Versorgungsquote, die Inanspruchnahme des Betreuungsangebots und die Qualität der Tagesbetreuungseinrichtungen diskutiert.
Das vierte Kapitel untersucht den Einfluss von Fremdbetreuung auf die Mutter-Kind-Bindung. Hierbei wird die NICHD Studie, eine groß angelegte Langzeitstudie, ausführlich analysiert. Die Ergebnisse der Studie werden in Bezug auf die Quantität und Qualität der Betreuung, familiäre Faktoren und individuelle Unterschiede diskutiert.
Die Arbeit schließt mit einem Fazit, das die wichtigsten Ergebnisse zusammenfasst und Schlussfolgerungen für die Praxis zieht.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit folgenden Schlüsselthemen und -begriffen: Mutter-Kind-Bindung, Bindungstheorie, Fremdbetreuung, Kindertagesbetreuung, NICHD Studie, Erwerbstätigkeit von Müttern, Bindungsqualität, Eingewöhnung, Familienfaktoren, Individuelle Unterschiede.
Häufig gestellte Fragen
Beeinflusst Kita-Betreuung die Mutter-Kind-Bindung negativ?
Die Forschung (insbesondere die NICHD-Studie) zeigt, dass Fremdbetreuung an sich die Bindung nicht schädigt, sofern die Qualität der Betreuung hoch ist und die Feinfühligkeit der Mutter zu Hause gewahrt bleibt.
Was ist der Fremde-Situations-Test (FST)?
Der FST ist eine psychologische Methode zur Beobachtung der Bindungsqualität bei Kleinkindern. Er analysiert, wie das Kind auf die Trennung und Wiedervereinigung mit der Mutter reagiert.
Welche Rolle spielt die Qualität der Tagesbetreuung?
Eine hohe Betreuungsqualität (guter Betreuungsschlüssel, pädagogische Kompetenz) ist entscheidend für die soziale und kognitive Entwicklung des Kindes und mindert potenzielle Risiken extensiver Fremdbetreuung.
Was besagt die NICHD-Studie?
Diese US-Langzeitstudie untersuchte über 1000 Kinder und stellte fest, dass Familienfaktoren (wie das häusliche Umfeld) einen stärkeren Einfluss auf die Entwicklung haben als die reine Form der Kinderbetreuung.
Wie wichtig ist die Eingewöhnungsphase in der Kita?
Ein behutsames Eingewöhnungsmodell ist essenziell, um dem Kind Sicherheit zu vermitteln und den Stress beim Übergang in die Fremdbetreuung zu minimieren.
- Arbeit zitieren
- Elfriede Dingel (Autor:in), 2008, Einfluss institutioneller Tagesbetreuung auf die Mutter-Kind-Bindung bei Kindern , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116243