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Ein Ringen nach Tradition. Die historische Persönlichkeit Martin Luthers als Gegenstand der Identitätsstiftung in der DDR

Titre: Ein Ringen nach Tradition. Die historische Persönlichkeit Martin Luthers als Gegenstand der Identitätsstiftung in der DDR

Dossier / Travail de Séminaire , 2021 , 18 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Jonathan Vogel (Auteur)

Histoire de l'Europe - L'Europe dès la Guerre Froide
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In Vorbereitung auf das Jubiläum 1983 wurden 15 Thesen über Martin Luther veröffentlicht, die von den üblichen Darstellungen im Ostdeutschland der Nachkriegszeit abwichen, um Luther als identitätsstiftenden Nationalhelden der DDR zu präsentieren. Im Folgenden soll nun zunächst untersucht werden, warum die Suche nach Identität und Tradition in der DDR um 1983 herum so wichtig war, welche Aufgabe dabei der DDR-Geschichtswissenschaft zukam und schließlich, welche Strategien in den 15 Thesen benutzt wurden, um Martin Luther als Identitätsstifter der DDR abzubilden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Die DDR auf der Suche nach Identität

1.1 Die Reformationsjubiläen als identitätsstiftendes Instrument

1.2 Das Ringen nach Tradition

1.3 Die Aufgabe der DDR-Geschichtswissenschaft

2. Die 15 Thesen über Martin Luther

2.1 Das Lutherbild vor den 1980er Jahren in der DDR

2.2 Die 15 Thesen als Leitsätze der SED

2.3 Die Strategien der 15 Thesen

3. Luther als Gegenstand der Identitätsstiftung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht, wie die DDR im Umfeld des Reformationsjubiläums 1983 versuchte, Martin Luther als identitätsstiftenden Nationalhelden in ihr sozialistisches Geschichtsbild zu integrieren. Dabei steht die Frage im Zentrum, durch welche ideologischen Strategien und Umdeutungen die Partei-Historiographie den Reformator in das marxistisch-leninistische Narrativ einfügte, um dem Staat eine historische Legitimation und eine staatseigene Tradition zu verleihen.

  • Die Instrumentalisierung von Reformationsgedenken zur Identitätsstiftung.
  • Die Rolle der DDR-Geschichtswissenschaft bei der ideologischen Lenkung.
  • Der Wandel des Lutherbildes in der DDR von den 1950er bis in die 1980er Jahre.
  • Analyse der "15 Thesen über Martin Luther" als strategisches Dokument der SED.
  • Das Spannungsfeld zwischen theologischer Herkunft und politischer Zweckentfremdung.

Auszug aus dem Buch

2.3 Die Strategien der 15 Thesen

Das kurze Vorwort zeigt bereits, in welche Richtung sich die Inhalte der 15 Thesen sich bewegen. Die ersten Zeilen der Schrift fassen im Groben den wesentlichen Tenor der Behauptungen wieder, indem sie Luther als „Wegbereiter“ bezeichnen. Es ist auffallend, dass schon die Einleitung sich im Wesentlichen nicht um die Person Martin Luthers, sondern um die Einordnung der DDR in die deutsche Geschichte dreht. Das Ziel der Thesen ist es zu zeigen, dass die DDR als „Ergebnis des jahrhundertelangen Ringens aller progressiven Kräfte des deutschen Volkes für den gesellschaftlichen Forstschritt“ darzustellen und somit zu belegen, dass die Republik „in der ganzen deutschen Geschichte“ verwurzelt ist. Die Person des Reformators wird also in das Geschichtsbild des Historischen Materialismus eingeordnet, um der DDR Identität zu verschaffen. Im Folgenden sollen nun die Thesen auf die Bezeichnungen und Bewertungen Luthers seitens der DDR-Historiker untersucht werden, um die Strategien herauszustellen, die benutzt wurden, um diese Einordnung zu rechtfertigen und die DDR als Ergebnis des Wirkens Luthers zu identifizieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die DDR auf der Suche nach Identität: Dieses Kapitel erläutert das Bedürfnis der DDR nach einer staatseigenen Tradition und die Politisierung historischer Ereignisse, um die internationale Anerkennung zu festigen.

1.1 Die Reformationsjubiläen als identitätsstiftendes Instrument: Hier wird die historische Entwicklung der Reformationsjubiläen als Mittel der Identitätsstiftung sowie deren zunehmende gesellschaftspolitische Instrumentalisierung im Zeitverlauf analysiert.

1.2 Das Ringen nach Tradition: Dieser Abschnitt beschreibt, wie die SED historische Traditionen als Instrument für die Außen- und Bündnispolitik entdeckte und Martin Luther als Gegenfigur zu westlichen Einflüssen positionierte.

1.3 Die Aufgabe der DDR-Geschichtswissenschaft: Hier wird dargelegt, wie die Geschichtswissenschaft durch den Marxismus-Leninismus ideologisch ausgerichtet wurde, um als Waffe im Kampf gegen den Klassengegner zu fungieren.

2. Die 15 Thesen über Martin Luther: Dieses Kapitel analysiert das zentrale Dokument zur Neudefinition von Martin Luthers Rolle im Kontext des 500. Geburtstagsjubiläums im Jahr 1983.

2.1 Das Lutherbild vor den 1980er Jahren in der DDR: Es wird aufgezeigt, wie das Lutherbild anfänglich stark von Friedrich Engels' kritischer Haltung zum Bauernkrieg geprägt war und Luther eher negativ bewertete.

2.2 Die 15 Thesen als Leitsätze der SED: Dieses Kapitel thematisiert die Entstehung des Luther-Komitees unter Erich Honecker und die Funktion der 15 Thesen als verordnete Leitlinien für Historiker.

2.3 Die Strategien der 15 Thesen: Hier werden die spezifischen Methoden untersucht, mit denen Luther durch Umdeutungen in den Historischen Materialismus integriert und als "Wegbereiter" stilisiert wurde.

3. Luther als Gegenstand der Identitätsstiftung: Das Fazit fasst zusammen, wie die DDR durch die Manipulation des Lutherbildes versuchte, die sozialistische Gegenwart historisch zu verankern, wobei die eigentliche Theologie des Reformators weitgehend marginalisiert wurde.

Schlüsselwörter

DDR, Martin Luther, Identitätsstiftung, Geschichtswissenschaft, SED, Reformationsjubiläum, Marxismus-Leninismus, Tradition, Historischer Materialismus, Ideologie, 15 Thesen, Historische Persönlichkeit, Sozialismus, DDR-Historiographie, Geschichtsbeschluss.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die staatlich gelenkte Erinnerungskultur in der DDR und wie diese versuchte, Martin Luther anlässlich seines 500. Geburtstags ideologisch für die eigene Identitätsbildung nutzbar zu machen.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Studie?

Die zentralen Felder sind die DDR-Geschichtspolitik, die Rolle der Geschichtswissenschaft unter SED-Vorgaben sowie die Transformation des Lutherbildes von einem negativen Verräter zu einem progressiven "Wegbereiter".

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Strategien aufzudecken, mit denen die SED Martin Luther in den historischen Kontext des Sozialismus einbettete, um dem Staat eine tiefere historische Verwurzelung zu verleihen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse historiographischer Texte und offizieller Beschlussdokumente der SED, um die ideologische Instrumentalisierung historischer Narrative nachzuzeichnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert primär die "15 Thesen über Martin Luther" von 1981, die Entwicklung des Lutherbildes innerhalb der DDR-Geschichtsforschung sowie die theoretische Fundierung durch den Geschichtsbeschluss der SED.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Identitätsstiftung, DDR-Geschichtswissenschaft, SED, Ideologie, Reformationsjubiläum und Historischer Materialismus charakterisieren.

Warum musste das Bild Luthers in der DDR überhaupt umgedeutet werden?

Das ursprüngliche Bild Luthers war stark von der Kritik Friedrich Engels am Bauernkrieg geprägt. Da die DDR Identität benötigte, musste Luther zu einer "positiven" historischen Figur umgedeutet werden, um als Identitätsstifter für den sozialistischen Staat dienen zu können.

Welche Rolle spielt die Ökonomie in den 15 Thesen?

Um Luther in den sozialistischen Kontext zu heben, wurde er von den DDR-Historikern als "ökonomischer Denker" umgedeutet, da rein theologische Aspekte keine ausreichende Basis für eine identitätsstiftende Wirkung in einem atheistischen Staat boten.

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Résumé des informations

Titre
Ein Ringen nach Tradition. Die historische Persönlichkeit Martin Luthers als Gegenstand der Identitätsstiftung in der DDR
Université
University of Wuppertal
Note
1,3
Auteur
Jonathan Vogel (Auteur)
Année de publication
2021
Pages
18
N° de catalogue
V1154012
ISBN (ebook)
9783346546951
ISBN (Livre)
9783346546968
Langue
allemand
mots-clé
Luther DDR Reformation Jubiläum
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Jonathan Vogel (Auteur), 2021, Ein Ringen nach Tradition. Die historische Persönlichkeit Martin Luthers als Gegenstand der Identitätsstiftung in der DDR, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1154012
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Extrait de  18  pages
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