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Ansätze der Musiktherapie bei neurologischen Störungen anhand einiger ausgewählter Krankheitsbilder

Title: Ansätze der Musiktherapie bei neurologischen Störungen anhand einiger ausgewählter Krankheitsbilder

Term Paper , 2008 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Simone Brodbeck (Author)

Social Work
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Wer kennt sie nicht – die Hymnen der Musik über die Musik?
John Miles beschreibt in „Music“ (1976) seine Liebe zur Musik mit den Worten „music was my first love and it’ll be my last“. In den 70er Jahren verzauberte die schwedische Popgruppe ABBA mit „Thank you for the music” (1978) tausende Menschen. Eine Hymne an die Musik, die durch Singen und Melodien das Leben lebenswert machen, die in den 90er Jahren durch das Musical „Mamma Mia“ wieder aktuell wurde.

Musik begleitet uns mittlerweile fast rund um die Uhr. Das altbewährte Klingeln des Weckers wurde durch Radiomusik ersetzt. Eine Autofahrt ohne Musik – für viele undenkbar. Einkaufszentren versuchen ihre Kunden durch Hintergrundmusik zu manipulieren und zum Kauf zu animieren. In der S-Bahn kann man sich vor verschiedenen Musikrichtungen kaum retten und sogar beim Joggen begleitet uns die Musik. Sie ist allgegenwärtig.

„Liebling, sie spielen unser Lied“ – wohl einer der meist gesprochenen Sätze weltweit. Wir verbinden Musik mit Emotionen, erinnern uns bei bestimmten Liedern an Gefühle, z.B. der erste Kuss, der erste Tanz usw. Wenn wir traurig sind, hilft uns Musik dieses Gefühl zu ertragen. Musik, eine geheimnisvolle Macht.

Oliver Sacks beschreibt in seinem Buch „Der einarmige Pianist“ (Sacks 2008, S.239) einen Aphasiker, der mit Hilfe der Musik wieder zu seiner Sprache gefunden hat. Ein ähnliches Beispiel, das wir in Neuropsychologie gehört haben, hat mich derart begeistert, dass ich wissen wollte, wie Musik – speziell die Musiktherapie bei anderen neurologischen Störungen eingesetzt wird und wirken kann.

Im Rahmen dieser Hausarbeit wird zuerst der Begriff Musiktherapie definiert, um anschließend anhand einiger ausgewählter Störungsbilder zu zeigen, wie die Musik auf Patienten wirken kann. Im Anschluss daran versuche ich eine Verbindung zur Sozialen Arbeit herzustellen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Musiktherapie?

2.1 Definition

2.2 Aktive Musiktherapie

2.3 Rezeptive Musiktherapie

2.4 Anwendungsbereiche

3. Musiktherapie in der Neurologie

3.1 Aphasie

3.1.1 Symptome

3.1.2 Möglichkeiten durch die Musiktherapie

3.2 Apallisches Syndrom

3.2.1 Symptome

3.2.2 Wirkungsweise der Musiktherapie

3.3 Amnesie

3.3.1 Symptome

3.3.2 Behandlungsmöglichkeiten mit Musiktherapie

4. Musiktherapie und Soziale Arbeit

4.1 Geschichte der Musiktherapie

4.2 Ansatzpunkte Musiktherapie und Sozialen Arbeit

5. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Potenziale und Anwendungsmöglichkeiten der Musiktherapie bei verschiedenen neurologischen Krankheitsbildern und setzt diese in Bezug zur Sozialen Arbeit, um aufzuzeigen, wie Musik als therapeutisches Medium zur Ressourcenaktivierung und Lebensqualität von Patienten beitragen kann.

  • Grundlegende Definition und Differenzierung aktiver und rezeptiver Musiktherapie.
  • Analyse musiktherapeutischer Ansätze bei Aphasie, apallischem Syndrom und Amnesie.
  • Untersuchung der neurophysiologischen Wirkungsweisen von Musik auf das Gehirn.
  • Historische Entwicklung der Musiktherapie als wissenschaftliche Disziplin.
  • Verknüpfung musiktherapeutischer Methoden mit den Aufgabenfeldern der Sozialen Arbeit.

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Möglichkeiten durch die Musiktherapie

Musikwahrnehmung und –verarbeitung ist ein komplexes Geschehen, das sich genauer nur in Einzelaspekten untersuchen lässt.

Lange Zeit ging man von der Vorstellung aus, dass das Sprachzentrum beim Menschen in einem klar umschriebenen Areal der sprachdominanten Gehirnhemisphäre lokalisiert ist. Neuere Untersuchungsmethoden haben bestätigt, dass bei der Sprachverarbeitung deutlich mehr Hirnareale beteiligt sind. Einen guten Überblick über den aktuellen Stand der Erkenntnisse gibt Spitzer. (Spitzer 2002, S. 193 ff). Bei einer Störung der linken (sprachdominanten) Gehirnhälfte kann es im besten Fall in der rechten (nicht-sprachdominanten) Gehirnhälfte zu einer Ausprägung einer einfachen Sprache kommen:

„Die Sprache der rechten Gehirnhälfte erlaubt direkte Ad-hoc-Referenzen (…), die Errichtung eines referentiellen Fundamentes für einen Code, kann aber nicht darüber hinausgehen und diesen Code abwandeln oder in ihm interne Ableitungen vornehmen“ (Sacks 1990, S. 160). Das bedeutet, dass eine sprachliche Verarbeitung stattfinden kann, die direkte Bezüge zum Wahrgenommenen herstellt. Darüber hinaus verfügt sie aber nicht über Regeln oder die Möglichkeit zu abstrahieren. Bei Aphasikern lässt sich diese Sprache der rechten Gehirnhälfte beobachten.

Singen bildet eine Schnittstelle zwischen Musik und Sprache. Durch diese Therapieform zeigte sich v.a. bei Broca-Aphasikern eine deutliche Verbesserung der Sprachproduktion. Ein möglicher Erklärungsansatz bildet die Stimulierung latenter sprachlicher Fähigkeiten der nicht-sprachdominanten Gehirnhälfte. (Sacks 2008, S. 240 ff) Fraglich ist allerdings, inwieweit der Gesang auf eine nicht-melodiegebundene Sprachproduktion einwirkt.

In vielen Berichten kann man darüber lesen, dass viele Aphasiker Worte oder auch ganze Strophen von ihnen bekannten Liedern (bekannt aus der Zeit vor der Erkrankung) singend artikulieren können, was ihnen sprechend nicht möglich wäre.

Die Musiktherapie bietet bei Patienten mit Aphasie unterschiedliche Ansatzpunkte. Zum einen kann der Schwerpunkt auf der Verbesserung der sprachlichen Fähigkeiten liegen oder zum anderen die Bewältigung der sekundären Folgen im Mittelpunkt stehen (z.B. emotionelle Probleme, soziale Vereinsamung, Traumaverarbeitung etc.). Dabei sind drei unterschiedliche Ansatzpunkte möglich.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die allgegenwärtige Bedeutung von Musik im menschlichen Leben und motiviert die Untersuchung ihrer therapeutischen Wirksamkeit bei neurologischen Störungen.

2. Was ist Musiktherapie?: Dieses Kapitel definiert Musiktherapie als therapeutische Beziehung und differenziert zwischen aktiven und rezeptiven Ansätzen sowie deren breiten Einsatzbereichen im Gesundheits- und Sozialwesen.

3. Musiktherapie in der Neurologie: Der Hauptteil analysiert spezifische Krankheitsbilder wie Aphasie, apallisches Syndrom und Amnesie und beschreibt jeweils die Symptomatik sowie gezielte musiktherapeutische Interventionsmöglichkeiten.

4. Musiktherapie und Soziale Arbeit: Hier wird der historische Kontext der Musiktherapie umrissen und aufgezeigt, wie musiktherapeutische Methoden in sozialpädagogische Handlungsfelder integriert werden können.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert kritisch über die Notwendigkeit, Musiktherapie individuell an die Vorkenntnisse und Bedürfnisse des Patienten anzupassen.

Schlüsselwörter

Musiktherapie, Neurologie, Aphasie, Apallisches Syndrom, Amnesie, Soziale Arbeit, Gehirnschädigung, Musikwahrnehmung, Ressourcenaktivierung, Rehabilitation, Sprachproduktion, Limbisches System, Heilkraft, Patientenbetreuung, Wachkoma

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Einsatzmöglichkeiten und Wirkungsweisen der Musiktherapie bei Patienten mit neurologischen Erkrankungen und untersucht deren Relevanz für das Berufsfeld der Sozialen Arbeit.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder umfassen die neuropsychologischen Grundlagen von Musik, die Therapieformen bei spezifischen Störungsbildern wie Aphasie, Apallischem Syndrom und Amnesie sowie die Integration in die soziale Praxis.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Musiktherapie als ergänzende Methode zur psychischen Stabilisierung, zur Förderung der Lebensqualität und zur sozialen Reintegration von neurologisch erkrankten Menschen beitragen kann.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine theoretische Hausarbeit, die auf einer umfassenden Literaturrecherche sowie der Analyse klinischer Fallbeispiele und musiktherapeutischer Konzepte basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit konkret behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Betrachtung von Symptomen und musiktherapeutischen Behandlungswegen bei Sprachstörungen (Aphasie), Bewusstseinsstörungen (Apallisches Syndrom) und Gedächtnisstörungen (Amnesie).

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Musiktherapie, Neurologische Rehabilitation, Sozialpädagogik und Ressourcenorientierung definieren.

Wie unterstützt Musik die Sprachwiederfindung bei Aphasikern?

Durch die Nutzung der nicht-sprachdominanten Gehirnhälfte beim Singen können latente sprachliche Fähigkeiten aktiviert werden, was es Patienten oft ermöglicht, Liedtexte zu artikulieren, auch wenn die freie Sprachproduktion gestört ist.

Warum ist Musiktherapie beim apallischen Syndrom sinnvoll?

Da das Gehör oft als letzter Sinn funktionsfähig bleibt, kann Musik bei Wachkomapatienten emotionale Ebenen ansprechen, Vertrauen aufbauen und dem Patienten signalisieren, dass er trotz schwerer Funktionsstörungen als Mensch wahrgenommen wird.

Was kritisiert der Autor im Fazit?

Der Autor hinterfragt kritisch, ob Musiktherapie pauschal für jeden geeignet ist und betont, dass bei der Anwendung zwingend die musikalische Vorerfahrung und die individuelle Strukturwahrnehmung der Patienten berücksichtigt werden müssen, um Überforderungen oder Lärmempfinden zu vermeiden.

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Details

Title
Ansätze der Musiktherapie bei neurologischen Störungen anhand einiger ausgewählter Krankheitsbilder
College
Mannheim University of Applied Sciences  (Fakultät für Sozialwesen)
Course
Neuropsychologie
Grade
1,0
Author
Simone Brodbeck (Author)
Publication Year
2008
Pages
23
Catalog Number
V115027
ISBN (eBook)
9783640163113
ISBN (Book)
9783640164547
Language
German
Tags
Ansätze Musiktherapie Störungen Krankheitsbilder Neuropsychologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Simone Brodbeck (Author), 2008, Ansätze der Musiktherapie bei neurologischen Störungen anhand einiger ausgewählter Krankheitsbilder, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115027
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