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Vom handelsrechtlichen Jahresabschluss eines Einzelunternehmers zur Steuerbilanz

Title: Vom handelsrechtlichen Jahresabschluss eines Einzelunternehmers zur Steuerbilanz

Research Paper (undergraduate) , 2008 , 28 Pages , Grade: 2,00

Autor:in: Sarah Hartmann (Author)

Business economics - Accounting and Taxes
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Summary Excerpt Details

In Deutschland ist die steuerliche Gewinnermittlung durch das Maßgeblichkeitsprinzip geprägt, d.h. die handelsrechtlichen Vorschriften bilden die Grundlage für die Steuerbilanz. Dies ist eine deutsche Besonderheit, die in vielen anderen Rechtskreisen unbekannt ist (z.B. im angelsächsischen Raum), wo handels- und steuerrechtliche Bilanzierung strikt getrennt sind. Diese Verquickung von Handels- und Steuerrecht ist nicht unproblematisch, da die Abschlussadressaten, deren Interessen und damit auch die Zielsetzungen der Abschlüsse voneinander abweichen. Besonders kritisch zu sehen ist die sog. umgekehrte Maßgeblichkeit, mit der steuerliche Spezialvorschriften auf die handelsrechtliche Bilanzierung zurückwirken, wodurch der Informationswert der Handelsbilanz erheblich beeinträchtigt werden kann.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit diesem Spannungsfeld der Bilanzierung zwischen Handels- und Steuerrecht. Handelsrechtlich wird hierbei größtenteils nur auf die allgemeinen Bilanzierungsvorschriften eingegangen. Die Spezialvorschriften für Kapitalgesellschaften werden nur am Rande nicht berücksichtigt. Auch auf latente Steuern, die entstehen, wenn der handelsrechtliche vom steuerlichen Erfolg abweicht, wird in dieser Arbeit nicht eingegangen. Der Hauptteil der Arbeit ist in zwei Kapitel (2 und 3) gegliedert. Im zweiten Kapitel werden die handels- und steuerrechtlichen Bilanzierungszwecke und Bilanzierungspflichten miteinander verglichen und die Maßgeblichkeit und Umkehrmaßgeblichkeit werden erläutert. Außerdem wird in diesem Kapitel auf die große Bedeutung des handelsrechtlichen Vorsichtsprinzips für die steuerliche Gewinnermittlung eingegangen. Das dritte Kapitel enthält eine vergleichende Darstellung der handels- und steuerrechtlichen Ansatz- und Bewertungsvorschriften. Aufgrund des knappen Raums kann hierbei kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben werden, sondern es wird nur auf wesentliche Punkte eingegangen. Am Ende des dritten Kapitels werden einige konkrete Vorschriften behandelt, an denen Unterschiede zwischen Handels- und Steuerrecht besonders deutlich werden.
Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse des Hauptteils sowie einem Ausblick auf mögliche zukünftige Entwicklungen im Zusam-menhang mit dem Referentenentwurf zu einem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

1.1 PROBLEMSTELLUNG UND ZIELSETZUNG

1.2 VORGEHENSWEISE

2 BILANZIERUNGSZWECKE UND –PFLICHTEN, MAßGEBLICHKEIT

2.1 BILANZIERUNGSZWECKE

2.1.1 Handelsrechtlicher Jahresabschluss

2.1.2 Steuerrechtlicher Jahresabschluss

2.1.3 Zwecksetzung aus Sicht der Steuerpflichtigen

2.2 BILANZIERUNGSPFLICHTEN

2.2.1 Handelsrechtlich

2.2.2 Steuerrechtlich

2.2.3 Die Möglichkeit der Erstellung einer Einheitsbilanz

2.3 DAS PRINZIP DER MAßGEBLICHKEIT

2.4 DIE BEDEUTUNG DES VORSICHTSPRINZIPS FÜR DIE STEUERLICHE GEWINNERMITTLUNG

3 BILANZIERUNG DEM GRUNDE UND DER HÖHE NACH

3.1 ANSATZ

3.1.1 Aktiva

3.1.2 Passiva

3.2 WERTMAßSTÄBE

3.2.1 Zugangsbewertung

3.2.1.1 Anschaffungskosten

3.2.1.2 Herstellungskosten

3.2.2 Folgebewertung

3.2.2.1 Das Anschaffungswertprinzip

3.2.2.2 Wertansätze im Rahmen der Folgebewertung

3.2.2.3 Planmäßige Abschreibung

3.2.2.4 Außerplanmäßige Abschreibung

3.3 EINZELNE POSITIONEN UND VORSCHRIFTEN

3.3.1 Der derivative Firmenwert

3.3.2 Gebäudeabschreibung

3.3.3 Rücklagen

3.3.4 Rückstellungen

4 RESÜMEE UND AUSBLICK

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen handelsrechtlicher und steuerrechtlicher Bilanzierung in Deutschland, insbesondere unter dem Aspekt des Maßgeblichkeitsprinzips und dessen Auswirkungen auf die Informationsfunktion des Jahresabschlusses.

  • Vergleich von Bilanzierungszwecken und -pflichten
  • Analyse des Maßgeblichkeitsprinzips und der Umkehrmaßgeblichkeit
  • Vergleichende Darstellung von Ansatz- und Bewertungsvorschriften
  • Bedeutung von Wahlrechten und deren Auswirkungen auf die Steuerlast
  • Ausblick auf zukünftige Entwicklungen durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz

Auszug aus dem Buch

2.1.3 Zwecksetzung aus Sicht der Steuerpflichtigen

Aus der Sicht eines Steuerpflichtigen steht bei der steuerlichen Bilanzierung das Ziel der Steueroptimierung im Vordergrund. Zu diesem Zweck ist der im steuerlichen Abschluss ausgewiesene Erfolg des Wirtschaftsjahres grds. zu minimieren. Hieraus ergeben sich für die Bilanzierung dem Grunde und der Höhe nach folgende Subziele: Für den Ansatz gilt, dass eine Aktivierung von (positiven) Wirtschaftsgütern wenn möglich unterbleiben soll, während negative Wirtschaftsgüter wenn möglich zu passivieren sind. Für die Bewertung gilt, dass Aktiva möglichst niedrig, Passiva möglichst hoch zu bewerten sind. Soweit bei der steuerlichen Bilanzierung Wahlrechte bzw. Ermessensspielräume existieren, sind diese entsprechend auszuüben.

Es ist zu betonen, dass aus einer Minimierung der Steuerbemessungsgrundlage eines Veranlagungszeitraums grds. keine endgültige, sondern nur eine temporäre Steuerersparnis resultiert. Der Steuerpflichtige kann grds. (bei im Zeitablauf gleich bleibenden Steuersätzen) nur einen positiven Liquiditätseffekt in der Gegenwart sowie einen positiven Zinseffekt realisieren. Der Grund dafür ist, dass jede bilanzpolitische Maßnahme in der Gegenwart einen spiegelbildlichen Effekt in der Zukunft auslöst. Wird bspw. in der Gegenwart für ein Wirtschaftsgut aus einer Spanne möglicher Wertansätze der niedrigste Wert gewählt, so führt dies temporär zu einem entsprechend niedrigeren Periodenerfolg; spätestens wenn das Wirtschaftsgut aus dem Unternehmen ausscheidet (bspw. veräußert wird), wird diese Maßnahme dadurch kompensiert, dass der Veräußerungserlös wegen des früheren niedrigen Wertansatzes entsprechend höher ausfällt, so dass die frühere Steuerersparnis nunmehr durch eine relativ höhere Steuerschuld kompensiert wird. Dennoch sind der Liquiditäts- und Zinseffekt ein hinreichendes Motiv für die Steueroptimierung und diese wird in der Praxis grds. von jedem Unternehmen mit prioritären ökonomischen Zielsetzungen (Gewinnmaximierung, Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit usw.) angestrebt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Darstellung der Problemstellung hinsichtlich der Verquickung von Handels- und Steuerrecht sowie Erläuterung der methodischen Vorgehensweise.

2 BILANZIERUNGSZWECKE UND –PFLICHTEN, MAßGEBLICHKEIT: Vergleich der Bilanzierungszwecke von Handels- und Steuerrecht und Erläuterung der zentralen Prinzipien Maßgeblichkeit und Umkehrmaßgeblichkeit.

3 BILANZIERUNG DEM GRUNDE UND DER HÖHE NACH: Detaillierte, vergleichende Analyse der Ansatz- und Bewertungsvorschriften unter Berücksichtigung von Anschaffungs- und Herstellungskosten sowie spezifischer Bilanzpositionen.

4 RESÜMEE UND AUSBLICK: Zusammenfassung der Ergebnisse zum Spannungsfeld der Bilanzierung und Diskussion zukünftiger Entwicklungen durch das geplante Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz.

Schlüsselwörter

Maßgeblichkeitsprinzip, Umkehrmaßgeblichkeit, Handelsbilanz, Steuerbilanz, Vorsichtsprinzip, Jahresabschluss, Anschaffungskosten, Herstellungskosten, Bilanzierungswahlrechte, Steueroptimierung, derivative Firmenwert, Rückstellungen, Realisationsprinzip, BilMoG, Substanzbesteuerung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die engen Verflechtungen und die daraus resultierenden Spannungsfelder zwischen der handelsrechtlichen Rechnungslegung und der steuerlichen Gewinnermittlung in Deutschland.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Im Fokus stehen die unterschiedlichen Zielsetzungen von Handels- und Steuerbilanz, das Maßgeblichkeitsprinzip, die Bilanzierungspflichten sowie spezifische Bewertungsregeln wie Anschaffungs- und Herstellungskosten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es, die Auswirkungen der Maßgeblichkeit auf die Informationsfunktion des handelsrechtlichen Jahresabschlusses zu untersuchen und aufzuzeigen, wie steuerliche Sonderregelungen die handelsrechtliche Bilanzierung beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verfolgt einen analytischen Ansatz, der die geltenden handels- und steuerrechtlichen Vorschriften vergleichend gegenüberstellt und durch Literaturquellen sowie gesetzliche Grundlagen fundiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erläuterung der Bilanzierungszwecke und Pflichten sowie eine detaillierte vergleichende Darstellung der Ansatz- und Bewertungsvorschriften für verschiedene Bilanzpositionen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind das Maßgeblichkeitsprinzip, Umkehrmaßgeblichkeit, Bilanzierungswahlrechte, Vorsichtsprinzip und die steuerliche Gewinnermittlung.

Wie wirkt sich die "Umkehrmaßgeblichkeit" auf die Bilanzierung aus?

Sie führt dazu, dass steuerrechtliche Wahlrechte nur dann in der Steuerbilanz ausgeübt werden können, wenn sie in gleicher Weise auch in der handelsrechtlichen Jahresbilanz abgebildet werden, was die handelsrechtliche Gestaltung beeinflusst.

Warum ist das Vorsichtsprinzip für den Fiskus von Bedeutung?

Das Vorsichtsprinzip stellt sicher, dass der Gewinn eher zu niedrig als zu hoch ausgewiesen wird, was der Fiskus durch die Maßgeblichkeit nutzt, um eine Substanzbesteuerung zu verhindern und das Steueraufkommen zu sichern.

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Details

Title
Vom handelsrechtlichen Jahresabschluss eines Einzelunternehmers zur Steuerbilanz
College
University of Finances in Edenkoben  (Fachhochschule)
Grade
2,00
Author
Sarah Hartmann (Author)
Publication Year
2008
Pages
28
Catalog Number
V115016
ISBN (eBook)
9783640163069
ISBN (Book)
9783640164486
Language
German
Tags
Jahresabschluss Einzelunternehmers Steuerbilanz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sarah Hartmann (Author), 2008, Vom handelsrechtlichen Jahresabschluss eines Einzelunternehmers zur Steuerbilanz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115016
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