Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit der Idee des Neuen Bauens am Beispiel der Weißenhofsiedlung. Im speziellen wird sich die Ausführung mit dem von Mies van der Rohe entworfenen Mietshausblock auseinandersetzen. Zuerst wird ein Überblick über die Gründe, die eine Neuorientierung des Bauens notwendig machen, geboten, um danach die Idee der Weißenhofsiedlung zu erläutern.
Der Lebenslauf von Mies van der Rohe soll seine Werke benennen, um seine Tendenzen und Ideen zu verdeutlichen. Der Schwerpunkt der Arbeit, die Ausführung des Hauses 1-4 in der Weißenhofsiedlung soll die Umsetzung der Forderungen, welche das Neue Bauen stellte, darlegen. Sowohl das Äußere, als auch das Innere des Gebäudes verkörpern die neuen Ideen der Baukunst. Bei der Inneneinrichtung werden drei Beispiele erläutert, um die Umsetzung dieser Ideen zu verbildlichen.
Zum Schluss wird auf die unmittelbaren Reaktionen zur Weißenhofsiedlung, wie auch auf die Bedeutung des Neuen Bauens für die Architektur von damals und heute eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Die Industrialisierung und ihre Auswirkungen auf den Wohnungsbau
2. Die Weißenhofsiedlung
3. Lebenslauf Mies van der Rohe
4. Der Mietshausblock
5. Die Innenarchitektur des Mietshausblocks
5.1. Wohnungen 10, 11 und 12
5.2. Wohnung 8
5.3. Haus 4, Schweizer Werkbundgruppe
6. Schlussbemerkungen
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept des „Neuen Bauens“ anhand der Weißenhofsiedlung in Stuttgart, wobei der Fokus gezielt auf dem von Mies van der Rohe entworfenen Mietshausblock liegt. Ziel der Arbeit ist es, die notwendige Neuorientierung des Bauwesens nach der Industrialisierung darzustellen, die gestalterischen Prinzipien von Mies van der Rohe zu analysieren und deren Umsetzung in der Innenarchitektur kritisch zu beleuchten.
- Die Auswirkungen der Industrialisierung auf den städtischen Wohnungsbau
- Die Entstehung und Zielsetzung der Weißenhofsiedlung als Ausstellungsprojekt
- Mies van der Rohes architektonische Vision und seine Rolle im Werkbund
- Methoden der Rationalisierung und Typisierung im Wohnungsbau
- Vielfalt und Gestaltung der Innenräume durch verschiedene Architekten
Auszug aus dem Buch
4. Der Mietshausblock
Mies van der Rohe hat für die Bauten der Weißenhofsiedlung, die Durchsetzung der Rationalisierung und Typisierung gefordert. Bei seinem eigenen Bau hat Mies die Skelettbauweise (siehe Abb. 1) verwendet, die ihm eine rationelle Herstellung des Baus und Freiheit bei der Raumaufteilung ermöglicht hat, Küche und Bad sollten die einzigen feststehenden Elemente der Wohnung sein, der Rest sollte flexibel sein. Daraus hat sich die Forderung nach verstellbaren Wänden entwickelt. Mies beschrieb dies selbst in folgenden Worten:
Wirtschaftliche Gründe fordern heute beim Bau von Mietwohnungen Rationalisierung und Typisierung ihrer Herstellung. Diese immer steigende Differenzierung unserer Wohnbedürfnisse aber fordert auf der anderen Seite größte Freiheit in der Benützungsart. Es wird in Zukunft notwendig sein, beiden Tendenzen gerecht zu werden. Der Skelettbau ist hierzu das geeignete Konstruktionssystem. Er ermöglicht eine rationelle Herstellung und lässt der inneren Raumaufteilung jede Freiheit. Beschränkt man sich darauf, lediglich Küche und Bad ihrer Installation wegen als konstante Räume auszubilden und entschließt man sich dann noch, die übrige Wohnfläche mit verstellbaren Wänden aufzuteilen, so glaube ich, dass mit diesem Mitelle jedem berechtigten Wohnanspruch genügt werden kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik des Neuen Bauens anhand der Weißenhofsiedlung und Vorstellung der Forschungsabsicht.
1.1. Die Industrialisierung und ihre Auswirkungen auf den Wohnungsbau: Analyse der städtebaulichen Krisen infolge der industriellen Revolution und der daraus resultierenden Notwendigkeit neuer Baumethoden.
2. Die Weißenhofsiedlung: Darstellung der Organisation und Zielsetzung der Werkbundausstellung unter der Leitung von Mies van der Rohe.
3. Lebenslauf Mies van der Rohe: Überblick über den Werdegang und die gestalterische Entwicklung von Mies van der Rohe.
4. Der Mietshausblock: Untersuchung der baulichen Konzeption, der Skelettbauweise und der Forderung nach Flexibilität im Wohnungsbau.
5. Die Innenarchitektur des Mietshausblocks: Erläuterung der Gestaltungskonzepte für die verschiedenen Wohneinheiten durch eine Vielzahl beteiligter Architekten.
5.1. Wohnungen 10, 11 und 12: Vorstellung von Mies' eigenen Entwürfen inklusive der Demonstration flexibler Trennwandsysteme.
5.2. Wohnung 8: Analyse der von Lilly Reich gestalteten Inneneinrichtung und ihrer ästhetischen sowie materiellen Überlegungen.
5.3. Haus 4, Schweizer Werkbundgruppe: Untersuchung des Beitrags der „Neubühl Gruppe“ und deren Fokus auf praktische, serielle Möbellösungen.
6. Schlussbemerkungen: Zusammenfassende Betrachtung der Bedeutung der Weißenhofsiedlung als Durchbruch für das Neue Bauen und den Internationalen Stil.
Schlüsselwörter
Weißenhofsiedlung, Mies van der Rohe, Neues Bauen, Deutscher Werkbund, Mietshausblock, Industrialisierung, Innenarchitektur, Skelettbauweise, Typisierung, Rationalisierung, Wohnungsbau, Lilly Reich, Moderne, Flexibilität, Architekturgeschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den architektonischen Ansätzen und der Umsetzung des „Neuen Bauens“ anhand des von Mies van der Rohe entworfenen Mietshausblocks in der Stuttgarter Weißenhofsiedlung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der industrielle Wohnungsbau, die Rationalisierung und Typisierung in der Architektur, die Rolle von Mies van der Rohe sowie die Gestaltung von Innenräumen durch verschiedene Architekten der Zeit.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, die durch die Industrialisierung notwendig gewordene Neuorientierung des Bauens aufzuzeigen und zu erläutern, wie Mies van der Rohe diese Ideen in seinem Mietshausblock praktisch umsetzte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten kunsthistorischen Analyse von Architektur- und Gestaltungskonzepten unter Einbeziehung zeitgenössischer Quellen und biographischer Hintergründe.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Konzeption des Mietshausblocks, der Skelettbauweise, der Flexibilität der Raumaufteilung sowie der spezifischen Inneneinrichtung durch verschiedene Fachleute, darunter Mies van der Rohe, Lilly Reich und die Schweizer Werkbundgruppe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Weißenhofsiedlung, Neues Bauen, Mies van der Rohe, Skelettbauweise, Typisierung und Innenarchitektur.
Warum war der Skelettbau für Mies van der Rohe so bedeutend?
Der Skelettbau ermöglichte eine rationelle Herstellung des Gebäudes und bot maximale Freiheit in der inneren Raumaufteilung, da tragende Wände innerhalb der Wohnung weitgehend entfallen konnten.
Welche Rolle spielte Lilly Reich im Projekt?
Lilly Reich war eine maßgebliche Mitgestalterin, die nicht nur für die Einrichtung einer Wohnung verantwortlich war, sondern auch eine wichtige Verbindung zwischen industrieller Fertigung und gehobener Raumgestaltung herstellte.
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- Duska Vranjes (Author), 2002, Die Weißenhofsiedlung - Mietshausblock von Mies van der Rohe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11496