Die vorliegende Arbeit untersucht die zwischenmenschliche Kommunikation anhand eines Beispiels aus dem Leben des Autors. Analysiert werden soll die Kommunikation zwischen Eltern und Sohn mit Hilfe der Ansätze von Watzlawick und Schulz von Thun. Im ersten Teil werden Begriffe definiert und die betreffenden Ansätze und Wissenschaftler vorgestellt.
Anschließend wird die konkrete Kommunikation einer genaueren Untersuchung unterzogen. Dabei werden einzelne Gespräche in Schlüsselsequenzen zerlegt und mit den vorgestellten Kommunikationstheorien abgeglichen. Ein Fazit fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Kommunikation
3 Paul Watzlawick
3.1 Der pragmatische Ansatz
3.2 Watzlawick und die Systemtheorie
3.3 Fünf Axiome
3.3.1 Die Unmöglichkeit nicht zu kommunizieren
3.3.2 Inhalts- und Beziehungsaspekt
3.3.3 Interpunktion von Ereignisfolgen
3.3.4 Analoge und digitale Kommunikation
3.3.5 Symmetrische und komplementäre Beziehungen
3.4 Kritik an Watzlawick
4 Friedemann Schulz von Thun
4.1 Das Teufelskreismodell von Schulz von Thun
4.2 Genese des Teufelskreismodells
5 Der Praxistest
5.1 Durchführung eines ersten Gesprächs
5.1.1 Schlüsselsequenz 1
5.1.2 Schlüsselsequenz 2
5.2 Analyse des Gesprächs
5.2.1 Analyse von Schlüsselsequenz 1
5.2.2 Analyse von Schlüsselsequenz 2
5.3 Überlegungen zur Intervention
5.3.1 Intervention zu Schlüsselsequenz 1
5.3.2 Intervention zu Schlüsselsequenz 2
5.4 Ergebnis des Praxistests
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die zwischenmenschliche Kommunikation im häuslichen Kontext zwischen dem Autor und seinen Eltern auf Basis der theoretischen Ansätze von Paul Watzlawick und Friedemann Schulz von Thun. Das primäre Ziel ist es, gestörte Kommunikationsabläufe zu identifizieren, diese mithilfe kommunikationstheoretischer Modelle zu analysieren und Möglichkeiten für konstruktive Interventionen abzuleiten.
- Kommunikationstheoretische Grundlagen nach Watzlawick
- Systemtheoretische Betrachtung von Interaktion
- Anwendung des Teufelskreismodells von Schulz von Thun
- Analyse konkreter Gesprächssequenzen aus dem Familienalltag
- Entwicklung von Interventionsstrategien wie Metakommunikation
Auszug aus dem Buch
5.2.1 Analyse der Schlüsselsequenz 1
Ich vermute, dass es sich um eine gestörte Kommunikation in Form einer Verletzung des zweiten Axioms handelte. Streng inhaltlich gesehen hatten sowohl meine Mutter als auch ich Recht, die genannten Punkte standen in keinem Widerspruch zueinander, sie konnten also nicht als wirklicher Grund für einen Streit dienen. Anscheinend kam es zur Konfusion von Inhalts- und Beziehungsaspekt.
Nach Watzlawick et al. (2007, S.84) offeriert jeder Kommunikant in seiner Äußerung eine Definition seiner selbst. Ich sehe mich selbst als guten Hausmann und vermute, dass meine Mutter sich auch für eine gute Hausfrau hält. Diese Selbstdefinition, die meine Mutter und ich von uns haben, wurde aber gegenseitig von uns verworfen, in dem meine Mutter mich auf das dreckige Geschirr und ich sie auf abgelaufene Lebensmittel im Kühlschrank hinwies.
Eine Verwerfung könnte aber auch ein Symptom für eine symmetrische Eskalation sein. Bei einer symmetrischen Eskalation würde der Inhaltsaspekt immer mehr zurücktreten und es würde bei der Kommunikation nur noch darum gehen, den gegnerischen Kommunikanten zu übertrumpfen (Watzlawick et al., 2007, S.82-83). Obwohl ich eine gewisse Tendenz dazu sehe, bin ich doch der Meinung dass die Kommunikation noch nicht weit genug eskalierte, um eine wirkliche symmetrische Eskalation zu sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Der Autor erläutert die persönlichen Beweggründe für die Untersuchung der Kommunikation zwischen sich und seinen Eltern nach einem erneuten Einzug in das Elternhaus.
2 Kommunikation: Es werden grundlegende Definitionen von Kommunikation als Prozess der Bedeutungsvermittlung und als Medium zur Manifestation von Beziehungen vorgestellt.
3 Paul Watzlawick: Dieses Kapitel führt in den pragmatischen Ansatz von Watzlawick ein, erläutert die Systemtheorie sowie die fünf Axiome der Kommunikation und reflektiert kritische Stimmen.
4 Friedemann Schulz von Thun: Hier wird das Teufelskreismodell von Schulz von Thun eingeführt und dessen Genese in Bezug auf Watzlawicks Konzepte der Interpunktion dargelegt.
5 Der Praxistest: In diesem Hauptteil wird ein reales Familiengespräch dokumentiert, anhand der gelernten Theorien analysiert und es werden Lösungsansätze wie die Metakommunikation erarbeitet.
6 Fazit: Der Autor reflektiert kritisch die theoretischen Mängel von Watzlawicks Ansatz, betont jedoch dessen praktischen Nutzen und die hilfreichen neuen Perspektiven durch die systemische Betrachtung.
Schlüsselwörter
Kommunikation, Watzlawick, Schulz von Thun, Teufelskreismodell, Systemtheorie, Axiome, Interpunktion, Beziehungsaspekt, Inhaltsaspekt, Metakommunikation, Praxistest, Konfliktmanagement, Familiendynamik, Symmetrische Eskalation, Kausalität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse alltäglicher Kommunikationsstörungen zwischen dem Autor und seinen Eltern unter Anwendung wissenschaftlicher Theorien.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die Kommunikationstheorie nach Paul Watzlawick, das Teufelskreismodell von Schulz von Thun sowie die Anwendung dieser Theorien auf konkrete Familiengespräche.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Konflikte in der Kommunikation durch die Anwendung der gewählten Modelle zu verstehen und geeignete Interventionsmöglichkeiten zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine Kombination aus Literaturrecherche zur theoretischen Fundierung und einer qualitativen Analyse von Gesprächssequenzen aus dem eigenen Umfeld.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Konzepte von Watzlawick und Schulz von Thun sowie einen Praxistest, in dem reale Kommunikationssequenzen analysiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Typische Schlüsselbegriffe sind Kommunikation, Axiome, Teufelskreis, Inhalts- und Beziehungsaspekt, sowie Systemtheorie.
Wie definiert der Autor das Problem in der ersten Schlüsselsequenz?
Der Autor identifiziert eine Konfusion von Inhalts- und Beziehungsaspekt, bei der eine wechselseitige Verwerfung der jeweiligen Selbstdefinitionen (guter Hausmann vs. gute Hausfrau) stattfindet.
Warum spielt das Konzept der "Hilfsmotoren" eine Rolle?
Hilfsmotoren sind Erfahrungen und Emotionen aus früheren Situationen, die unbewusst den Teufelskreis verstärken und ihm zusätzliche Energie liefern.
Was schlägt der Autor als Lösung für das entdeckte Problem vor?
Als Interventionsmaßnahme wird insbesondere die Metakommunikation empfohlen, um den Konflikt von der Inhaltsebene auf die Beziehungsebene zu heben und dort zu bearbeiten.
- Citation du texte
- Björn Büch (Auteur), 2008, Der pragmatische Ansatz von Watzlawick et al. und Schulz von Thuns Teufelskreismodell. Anwendung im Kontext eines Eltern-Sohn-Gesprächs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114771