Diese Arbeit befasst sich mit der Frage: Inwiefern lassen sich Radikalisierungstheorien, welche für den religiös-motivierten Terrorismus ausgelegt sind, auf sozialrevolutionäre Vereinigungen anwenden?
Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 steht der religiös-motivierte Terrorismus im Zentrum der wissenschaftlichen Forschung, während andere Ausprägungen, wie zum Beispiel der sozialrevolutionäre Terrorismus, sich "auf dem Abstellgleis" befinden. Zahlreiche Radikalisierungstheorien bieten Ansätze, um diesen Prozess bei religiös-motivierten Aktivisten zu erklären. Der Takbir "Allahu akbar" ist eine arabische Redewendung, welche die Größe Gottes widerspiegelt. Der gebräuchliche arabische Ausdruck wird in verschiedenen Kontexten von Muslimen und Arabern auf der ganzen Welt verwendet. Beim formellen Salah (Gebet), beim Adhan (islamischer Gebetsruf) als informeller Ausdruck des Glaubens, in Zeiten der Not, Freude aber auch um Entschlossenheit oder Trotz auszudrücken. Während dieser Ausruf Glücksmomente im arabischen Sprachraum prägen, erlangt diese Formel in der westlichen Welt vermehrt traurige Bekanntheit, da sie wiederholt von Terroristen verwendet wird. Doch wie kommt es zur extremen Gewaltbereitschaft?
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Theoretischer Rahmen
- Sozialrevolutionärer Terrorismus
- Radikalisierung
- Französische Soziologie
- Theorie des Framings
- Anwendbarkeit von Radikalisierungstheorien
- Der Untersuchungsgegenstand: Die Rote Armee Fraktion (RAF)
- Radikalisierung aufgrund soziologischer Faktoren
- Sozioökonomische Marginalisierung
- Nachbarschaftliche Solidarität der Ummah
- Mangelnde Bildung und Gruppenzwang
- Radikalisierung mittels Framing
- ,,Die Rote Armee aufbauen!"
- ,,Das Konzept Stadtguerilla"
- Radikalisierung innerhalb der Gruppe?
- Zusammenfassung und Fazit
- Radikalisierung gemäß französischer Soziologie
- Radikalisierung mittels Framing
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Frage, inwiefern Radikalisierungstheorien, die für den religiös-motivierten Terrorismus entwickelt wurden, auf sozialrevolutionäre Vereinigungen wie die Rote Armee Fraktion (RAF) anwendbar sind.
- Analyse der Anwendbarkeit von Radikalisierungstheorien auf sozialrevolutionäre Vereinigungen
- Untersuchung der Radikalisierungsprozesse innerhalb der RAF
- Vergleich verschiedener Radikalisierungstheorien, insbesondere der französischen Soziologie und der Framing-Theorie
- Beurteilung der Rolle von sozioökonomischen Faktoren, nachbarschaftlicher Solidarität, mangelnder Bildung und Gruppenzwang bei der Radikalisierung
- Analyse der Framing-Mechanismen in den Schriften der RAF
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einleitung, die die Relevanz des Themas und die Forschungsfrage stellt. Im zweiten Kapitel wird der theoretische Rahmen vorgestellt, welcher die Konzepte des sozialrevolutionären Terrorismus und der Radikalisierung beleuchtet. Dabei werden sowohl die französische Soziologie als auch die Framing-Theorie erläutert. Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit der Anwendbarkeit der Radikalisierungstheorien auf die RAF. Hier werden die sozioökonomischen Faktoren, die nachbarschaftliche Solidarität, mangelnde Bildung und Gruppenzwang analysiert, um die Radikalisierungsprozesse innerhalb der Gruppe zu verstehen. Zudem wird untersucht, inwiefern die Framing-Theorie die Radikalisierung der RAF erklären kann. Im Fokus stehen die Schriften „Die Rote Armee aufbauen!" und „Das Konzept Stadtguerilla". Das vierte Kapitel bietet eine Zusammenfassung und ein Fazit der Ergebnisse.
Schlüsselwörter
Radikalisierung, Terrorismusforschung, Rote Armee Fraktion (RAF), Sozialrevolutionärer Terrorismus, Französische Soziologie, Framing-Theorie, Sozioökonomische Marginalisierung, Nachbarschaftliche Solidarität, Bildung, Gruppenzwang, Stadtguerilla, Ideologie
Häufig gestellte Fragen
Lassen sich Radikalisierungstheorien für religiösen Terrorismus auf die RAF übertragen?
Die Arbeit untersucht genau diese Anwendbarkeit und vergleicht die Prozesse bei religiös-motivierten Aktivisten mit denen der sozialrevolutionären RAF.
Welche Rolle spielt die „Framing-Theorie“ in der Analyse?
Mittels Framing werden Schriften wie „Die Rote Armee aufbauen!“ analysiert, um die ideologische Radikalisierung der Gruppe zu erklären.
Welche soziologischen Faktoren werden bei der RAF-Radikalisierung betrachtet?
Analysiert werden sozioökonomische Marginalisierung, Gruppenzwang und mangelnde Bildung als mögliche Ursachen für Gewaltbereitschaft.
Was ist unter „sozialrevolutionärem Terrorismus“ zu verstehen?
Es handelt sich um eine Form des Terrorismus, die auf den Umsturz gesellschaftlicher Verhältnisse zielt, wie es bei der Roten Armee Fraktion der Fall war.
Wird in der Arbeit auch die französische Soziologie thematisiert?
Ja, die französische Soziologie bildet neben der Framing-Theorie einen zentralen theoretischen Rahmen für die Untersuchung von Radikalisierungsprozessen.
- Arbeit zitieren
- Nicole Brandlmeier (Autor:in), 2021, Die Heterogenität der Terrorismusforschung. Eine Analyse von Radikalisierungstheorien und Radikalisierungsprozessen in der "Roten Armee Fraktion" (RAF), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1133827