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Der König der Fischer

Ein intermedialer Vergleich

Title: Der König der Fischer

Seminar Paper , 2007 , 14 Pages , Grade: 3,0

Autor:in: Andreas Fingas (Author)

German Studies - Comparative Literature
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Im Folgenden soll auf intertextueller Ebene beschrieben werden, welche Gemeinsamkeiten sich in den alten walisischen Sagen, der Adaption von Wolfram von Eschenbach und der modernen Filmfassung der Parzival-Legende, hinsichtlich der Figur des Königs der Fischer beobachten lassen. Da sich Wolfram stark an der Fassung von Chrétien de Trois orientiert soll dieser hier außen vor bleiben, wird aber trotzdem als ein wichtiges Glied in der Überlieferungskette betrachtet. Diese Arbeit soll unterstützend wirken in der Diskussion, in wieweit die alten Legenden in die mittelalterlichen und dadurch in die modernen Adaptionen diese Mythos eingeflossen sind. Der Begriff Mythos steht hier in der Bedeutung nach Ioana Crăciuns und Martin Beyers intertextueller Mythostheorie. Der Titel des „Königs der Fischer“ lässt sich auf verschiedene mythologische und religiöse Personen und deren Geschichten oder Legenden zurückführen. Zum einen sei der christliche Hintergrund beschrieben, wonach Christi erste Jünger Fischer waren, bis er sie aussandte, um „Menschenfischer“ zu werden. Er selbst würde somit zum König der Fischer.
Der Begriff und die Legende um ihn herum haben aber auch feste Wurzeln im keltischen und paganistischen Wales, darin sind sich die Fachleute weitgehend einig. Es ist also unerlässlich diese Wurzeln zu untersuchen, wenn eine umfassende Betrachtung des „Königs der Fischer“ erfolgreich sein soll. Nachdem zum Beispiel Jessie Weston in ihrem Werk From Ritual to Romance einen keltisch, paganistischen Ursprung vorschlägt, muss auch diese Möglichkeit in Betracht gezogen werden. Die Legenden Irlands tragen diverse Motive und Symbole in sich, die sich auch in den mittelalterlichen Arthus-Erzählungen wieder finden. Eine dieser Legenden ist die des salmon of wisdom – des Lachses der Weisheit. Nicht nur dass hier das Fischermotiv einfließt, der gefangene Lachs verleiht dem, der ihn berührt oder verspeist übernatürliche Kräfte und erhebt ihn in einen königlichen Status. Anzumerken sei auch das französische Wortspiel, bei dem der Fischer (frz. Pêcheur) ebenso klingt wie das Wort für Sünder (frz. Pécheur). Wahrscheinlich ist, dass diese Verschiedenen Quellen in die Figur des mittelalterlichen „König der Fischer“ eingeflossen sind und Teile seiner Figur gebildet haben. Im Folgenden sollen nun einige der ursprünglichsten Quellen näher betrachtet werden, die vermutlich lange vor ihrer Niederschrift mündlich überliefert wurden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Die Legende in Wales

1.1 Herkunft des Namens

1.2 Das Mabinogion

1.3 Bran the blessed

1.4 Fionn/ Finn MacCumhail

2. Anfortas bei Wolfram von Eschenbach

3. Terry Gilliams "Fisher King"

4. Eckpunkte der Legende

4.1 Kessel, dinc, Gral

4.2 Die tödliche/nicht tödliche Wunde

4.3 Feste in der Anderswelt

5. Schlussgedanke

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht auf intertextueller Ebene die Gemeinsamkeiten der Figur des "Königs der Fischer" in den alten walisischen Sagen, der Adaption durch Wolfram von Eschenbach sowie Terry Gilliams moderner Filmfassung, um die mythologische Kontinuität und Transformation des Stoffs aufzuzeigen.

  • Intertextuelle Mythostheorie
  • Keltisch-paganistische Ursprünge der Legende
  • Transformation des Gralsmotivs und der Fischerfigur
  • Vergleichende Analyse von Wund- und Erlösungsmotiven
  • Adaption mittelalterlicher Stoffe in der Moderne

Auszug aus dem Buch

3. Terry Gilliams „Fisher King“

Der reine Tor ist Perry (Kurzform von Perceval), ein geistig gestörter Obdachloser. Er rettet Jack das Leben, beide werden Freunde. Ihre Biographien sind, ohne dass sie es wissen, miteinander verflochten. Jack, ein früherer Radiomoderator, der in einer Sendung Telefonate provokant und flapsig beantwortete, hatte einmal einem an der Gesellschaft verzweifelnden Anrufer geraten, die Leute, die ihn störten, doch einfach umzubringen, ohne zu ahnen, dass dieser das in die Tat umsetzen würde. Bei dem mörderischen Amoklauf ist die Frau des Geschichtslehrers Perry ums Leben gekommen. Seitdem hat er sich in die Ritterzeit zurückgeträumt, lebt in einem unterirdischen Schacht mit allerlei Mittelaltergerümpel, darunter dem Foto eines Milliardärs, in dessen Regal ein silberner Kelch steht: der Gral, der ihn heilen könnte.

Jack ist an den Folgen seines zynischen Rats fast zerbrochen; er trinkt, arbeitet nicht mehr und seine Beziehung zu seiner Freundin ist dabei, zu scheitern. Aus seiner Dankbarkeit gegenüber Perry wird bald, nahezu wider Willen, eine Freundschaft, denn der reine Tor wirkt als Katalysator von Menschlichkeit und Freundlichkeit. Doch er wird vom Roten Ritter verfolgt, eine Personifikation der blutigen Katastrophe. Perry kann nicht zu der scheuen und wenig attraktiven Lydia finden, die er von Ferne liebt. Jack will ihm zusammen mit seiner Freundin helfen. Die oft komischen und rührenden Situationen dieser Hilfsaktionen bringen beide mehr zu sich und zueinander. Als alles zu gelingen scheint, taucht wieder der Rote Ritter auf und Perry erlebt die traumatische Ermordung seiner Frau noch einmal in aller (und für den Zuschauer schockierenden) Intensität. Er fällt in todesähnliche Starre; Jack will ihn erlösen. In heroischem Einsatz erklimmt er auf mittelalterliche Weise das burgähnliche Haus des Milliardärs und holt den Gral.

Zusammenfassung der Kapitel

Vorwort: Einführung in die intertextuelle Herangehensweise und die mythologische Zielsetzung der Untersuchung.

1. Die Legende in Wales: Untersuchung der keltischen und paganistischen Wurzeln sowie der mythologischen Quellen der Fischer-Figur.

2. Anfortas bei Wolfram von Eschenbach: Analyse der Darstellung von Anfortas und der Gralsburg im Kontext der höfischen Dichtung.

3. Terry Gilliams "Fisher King": Deutung des modernen Films als zeitgenössische Adaption des Parzival-Mythos.

4. Eckpunkte der Legende: Synthese der gemeinsamen Motive wie Gefäße, Wunden und Feste über die verschiedenen Epochen hinweg.

5. Schlussgedanke: Resümee über die Kontinuität des Mythos von der walisischen Überlieferung bis in die Gegenwart.

Schlüsselwörter

König der Fischer, Parzival, Wolfram von Eschenbach, Mabinogion, Gral, Intertextualität, Mythos, Terry Gilliam, Anfortas, keltische Mythologie, Sage, Filmadaption, Bran the blessed, Erlösung, Nächstenliebe

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die intertextuellen Zusammenhänge und Gemeinsamkeiten der Figur des "Königs der Fischer" in walisischen Sagen, dem Parzival von Wolfram von Eschenbach und Terry Gilliams Film.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen zählen keltische Mythologie, mittelalterliche Literatur sowie moderne Filmadaptionen und deren mythologische Fundamente.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich der Mythos des Königs der Fischer über verschiedene Jahrhunderte und Medien hinweg gewandelt hat und welche gemeinsamen Motive dabei erhalten blieben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparatistische, intertextuelle Analyse, basierend auf einer mythologischen Theorie zur Überlieferungsgeschichte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung keltischer Quellen, die mittelalterliche Auslegung bei Wolfram von Eschenbach und die moderne Film-Adaption sowie einen abschließenden Motiv-Vergleich.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind unter anderem König der Fischer, Gral, Mabinogion, Intertextualität und Mythos.

Warum spielt das "Mabinogion" eine so wichtige Rolle?

Das Mabinogion liefert als Sammlung keltischer Legenden die archaischen Wurzeln und das früheste Material für die spätere Figur des fischenden Königs.

Wie interpretiert der Autor den Gral in Terry Gilliams Film?

Der Gral wird hier als ein Gegenstand mit hoher symbolischer Bedeutung für den Protagonisten gesehen, der ihm zur Heilung und zur Reintegration in die Gesellschaft verhilft.

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Details

Title
Der König der Fischer
Subtitle
Ein intermedialer Vergleich
College
University of Bamberg
Course
Mediävistik II: Terry Gilliam: The Fisher King
Grade
3,0
Author
Andreas Fingas (Author)
Publication Year
2007
Pages
14
Catalog Number
V113110
ISBN (eBook)
9783640133161
ISBN (Book)
9783640134892
Language
German
Tags
König Fischer Mediävistik Terry Gilliam Fisher King
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Fingas (Author), 2007, Der König der Fischer, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113110
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