Eine deutsche Herkunft der Namen von Berliner Stadtteilen wie zum Beispiel Blankenfelde, Schöneberg oder Lichtenberg ist unbestritten. Doch wie verhält es sich bei Namen wie Lankwitz, Buckow, Köpenick? Allein die Endungen der letztgenannten Namen deuten für den aufmerksamen Hörer und Leser auf eine gewisse "Fremdherkunft" oder zumindest etwas "Nicht-deutsches/Anderes" hin. Das mag zweierlei Gründe haben: Zum einen sind die drei genannten Stadtteile tatsächlich "fremder" (in diesen Fällen slawischer) Herkunft. Zum anderen muss die Frage gestellt werden, warum diese Namen, obwohl sie einheimische Ortschaften bezeichnen, "fremd" wirken können. Diese Arbeit befasst sich mit diesen Themen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Überblick über die mittelalterlichen Siedlungsverhältnisse im Gebiet zwischen Elbe/Saale, Oder/Neiße, Erzgebirge und Ostsee
- Der Sorbisch-Polabische Grenzraum
- Naturnamen
- Topographische Namen
- Pflanzennamen
- Tiernamen
- Kulturnamen
- Personennamen
- Sonstige Namen
- Schlussbetrachtungen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Herkunft und Bedeutung von Berliner Ortsnamen. Das Ziel ist es, die bereits bestehenden Analysen zu erweitern und die indogermanischen Grundlagen der Toponyme zu berücksichtigen. Der Fokus liegt dabei auf den heutigen Stadt- und Ortsteilen Berlins, wobei Wüstungs-, Flur-, Gewässernamen und Sonstige nicht behandelt werden.
- Herkunft und Entwicklung Berliner Ortsnamen
- Sprachliche Analyse von Ortsnamen, insbesondere im Hinblick auf slawische Einflüsse
- Indogermanische Grundlagen der Toponyme
- Vergleichende Betrachtung von germanischen und slawischen Siedlungsstrukturen
- Zusammenhang zwischen Ortsnamen und historischen Entwicklungen
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage nach der Herkunft und Bedeutung von Berliner Ortsnamen und erläutert den Beweggrund für die Entstehung dieser Arbeit. Sie beleuchtet zudem die Bedeutung des Themas im Kontext der historischen Sprachwissenschaft und der Bewusstseinsbildung über slawische Einflüsse auf die deutsche Sprache.
- Überblick über die mittelalterlichen Siedlungsverhältnisse: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über die Siedlungsverhältnisse germanisch- und slawischsprechender Siedler im Untersuchungsgebiet. Es werden dabei die historischen Entwicklungen und die sprachlichen Besonderheiten der westlichsten slawischen Sprachen (Polabisch und Sorbisch) beleuchtet.
Schlüsselwörter
Berliner Ortsnamen, Sprachgeschichte, Indogermanische Sprachwissenschaft, Slawische Sprachen, Polabisch, Sorbisch, Topographie, Kulturgeschichte, Sprachkontakt, Namenforschung.
Häufig gestellte Fragen
Welche Berliner Stadtteile haben einen slawischen Namensursprung?
Namen wie Lankwitz, Buckow und Köpenick deuten durch ihre Endungen auf eine slawische Herkunft hin.
Warum wirken manche Ortsnamen in Berlin "fremd"?
Dies liegt an ihrer slawischen Herkunft, die sich von den rein deutschen Namen wie Schöneberg oder Lichtenberg unterscheidet.
Was sind indogermanische Grundlagen bei Ortsnamen?
Die Arbeit untersucht die tiefen sprachlichen Wurzeln der Toponyme, die weit vor die slawische oder germanische Besiedlung zurückreichen können.
In welche Kategorien werden die slawischen Namen unterteilt?
Die Namen werden in Naturnamen (Topographie, Pflanzen, Tiere), Kulturnamen und Personennamen unterteilt.
Welche slawischen Sprachen beeinflussten den Berliner Raum?
Vor allem das Polabische und Sorbische spielten im mittelalterlichen Siedlungsgebiet zwischen Elbe und Oder eine zentrale Rolle.
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- Patrick Noske (Author), 2021, Slawische Ortsnamen im Berliner Raum und ihre indogermanischen Grundlagen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1130519