Ziel dieser Arbeit ist es, einen detaillierten Überblick über die Formen der antiken römischen Todesstrafe zu geben und ihre Entwicklung zu beschreiben, da dies in der bisherigen Forschung nicht oder nur unter anderen Aspekten geschehen ist. Dem eigentlichen Thema vorangestellt sind die allgemeinen Bestimmungen bezüglich der Todesstrafe – etwa die Frage nach der Bestattung und dem Vermögen des Verurteilten und die Frage, wer verurteilen durfte und an welchem Ort. Dem folgt eine Beschreibung der Rache als Vorläuferin des Strafrechts.
Die fünfzehn Formen der Todesstrafe mitsamt ihrer jeweiligen historischen Entwicklung bilden den Kern der Arbeit. Sie werden dabei auch im Hinblick auf Grausamkeit und Ehrverlust unterteilt, da dies die Gliederungsprinzipien bei der Reihenfolge der Strafformen waren. Die Strafen gliedern sich in häuslich-private und öffentliche, innerhalb dieser findet eine Steigerung von den ehrenvollsten zu den entwürdigendsten Strafformen statt. Alle Angaben stützen sich hauptsächlich auf die frühe und mittlere Republik und dann erst wieder auf die Kaiserzeit, da für die späte Republik die Quellenlage sehr dürftig ist und für die Königszeit nur Spekulationen möglich sind. Eine einzige Strafe, die seit dem Mittelalter von besonderer Beliebtheit war, steht abseits der Untersuchung: Das Erhängen war mit einem seltsamen Tabu belegt, das so wirksam war, dass bis in die späteste Kaiserzeit kein Römer jemals öffentlich einen anderen erhängte.
Nach diesem eigentlich Hauptteil folgt ein Abschnitt über die Bedingungen für eine Strafmilderung oder für Straferlass. Abschließend wird die Entwicklung der römischen Todesstrafe von der Königs- zur Kaiserzeit beschrieben. Dies ist ein Überblick, der noch einmal auf die Strafformen mitsamt ihrem Auftauchen und Untergang oder ihrer Wandlung, aber auch auf Änderungen im Strafrecht eingeht.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Verurteilung, Hinrichtung, Bestattung – allgemeine Vorbemerkungen zur Todesstrafe
- Die Rache als früheste Form der Todesstrafe und ihre allmähliche Überwindung
- Sonderformen
- Der nächtliche Dieb
- Der Ehebruch
- Sonderformen
- Häuslich-private Hinrichtungsarten
- Der Hungertod - wünschenswert und wenig grausam
- Das Erdrosseln - der diskrete Tod für Privilegierte
- Der erzwungene Selbstmord - ein ehrenhafter Tod
- Das Auspeitschen – die grausame Praxis der Väter
- Öffentliche Hinrichtungsarten
- Die Enthauptung – brutale Prozedur, schneller Tod
- Die Verurteilung ad bestias, ad gladium oder ad ludum – die geringe Chance aufs Überleben
- Das Lebendigbegraben der Vestalinnen – ein qualvoller Tod
- Das Rätsel arbor infelix – Erhängen, Kreuzigung oder Geißelung?
- Das öffentliche Auspeitschen - grausam und entwürdigend
- Der Felssturz – eine uralte, unehrenhafte Strafe
- Die Kreuzigung – ein schändlicher Tod
- Das Lebendigverbrennen – erst seit Nero?
- Das Säcken – der Gipfel der Schande
- Das Erhängen als Tabu
- Bedingungen für eine Strafmilderung oder gar für Straferlass
- Die Entwicklung der römischen Todesstrafe von der Königs- zur Kaiserzeit
- Königszeit
- Republik
- Kaiserzeit
- Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit soll einen detaillierten Überblick über die verschiedenen Formen der Todesstrafe im antiken Rom liefern und deren historische Entwicklung beleuchten. Dabei werden sowohl die konkreten Methoden der Hinrichtung als auch die gesellschaftliche und rechtliche Bedeutung der Todesstrafe in den verschiedenen Epochen der römischen Geschichte betrachtet.
- Die verschiedenen Formen der Todesstrafe in Rom
- Die historische Entwicklung der Todesstrafe in Rom
- Die gesellschaftliche und rechtliche Bedeutung der Todesstrafe
- Die Grausamkeit und die Ehrverlust, die mit den einzelnen Strafformen verbunden sind
- Die Bedingungen für eine Strafmilderung oder Straferlass
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einleitung, die den Leser in das Thema der Todesstrafe in Rom einführt und einen Überblick über die behandelten Aspekte gibt. Anschließend werden allgemeine Vorbemerkungen zur Todesstrafe, wie beispielsweise die Bestattung des Verurteilten und die Frage, wer verurteilen durfte, behandelt. Es folgt ein Abschnitt über die Rache als Vorläufer des Strafrechts.
Die folgenden Kapitel befassen sich mit den verschiedenen Formen der Todesstrafe, die in häuslich-private und öffentliche Hinrichtungsarten unterteilt werden. Die Kapitel beschreiben die einzelnen Strafformen, ihre historische Entwicklung, die damit verbundene Grausamkeit und den Ehrverlust, der mit den verschiedenen Strafformen verbunden ist.
Ein weiteres Kapitel behandelt die Bedingungen für eine Strafmilderung oder Straferlass. Abschließend wird die Entwicklung der römischen Todesstrafe von der Königs- zur Kaiserzeit beschrieben.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit den folgenden Schlüsselbegriffen und Themen: Todesstrafe, antikes Rom, Hinrichtung, Bestattung, Rache, Strafrecht, Rechtsgeschichte, Grausamkeit, Ehrverlust, Strafmilderung, Straferlass, historische Entwicklung.
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- Anonym (Autor), 2013, Die Todesstrafe im antiken Rom. Die Strafformen und ihre historische Entwicklung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1128425