Diese Arbeit beschäftigt sich mit Avicennas schwebenden Menschen.
Gedankenexperimente sind heute ein wesentlicher Bestandteil des philosophischen Diskurses, der dazu dient, theoretische Argumente zu beleuchten und philosophisch bedeutsame Merkmale einer Idee oder eines Problems präzise zu offenbaren. Obwohl der Begriff „Gedankenexperiment“ relativ neu ist, kann die Verwendung imaginierter kontrafaktischer Fälle, die eine philosophische Argumentationsrolle spielen sollen, bis in die Antike zurückverfolgt werden.
Der schwebende Mensch von Avicenna ist eines der bekanntesten mittelalterlichen Gedankenexperimente, beziehungsweise Hinweise oder Anleitungen. Der schwebende Mensch ist eine imaginäre Person, deren Sinne keinen Input liefern, sondern seine Existenz oder die Existenz seiner Seele zugeben. Avicennas Idee war, dass dieses Gedankenexperiment den Menschen hilft zu verstehen, dass die Seele nicht mit dem Körper identisch ist, sondern eine immaterielle Einheit.
In dem Gedankenexperiment versucht Avicenna den Leser davon zu überzeugen, sich einen Menschen ohne Sinneserfahrung vorzustellen, nichts zu hören, zu sehen, zu schmecken oder überhaupt Erfahrungen zu machen. Avicenna schlägt vor, dass der Mensch ohne Fachwissen wissen würde, dass er existiert. Der Mensch wäre sich seiner Selbst bewusst, ganz abgesehen davon, dass er Erfahrungen von anderen Dingen braucht, die ihn umgeben.
Inhaltsverzeichnis
- Gedankenexperimente
- Der schwebende Mensch von Avicenna
- Selbstbewusstsein und das Gedankenexperiment
- Propriozeption und das Gedankenexperiment
- Avicennas Argumentation für die Unabhängigkeit der Seele
- Die Kritik an Aristoteles' Seelenkonzept
- Die Rolle der Sinneswahrnehmung im Gedankenexperiment
- Der schwebende Mensch und seine Selbstwahrnehmung
- Selbstbewusstsein und Bewusstsein
- Avicennas Konzept des theoretischen Intellekts
- Die Wissenschaft und die Ursachen von Phänomenen
- Avicennas Seelenkonzept und seine Metaphysischen Implikationen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Dieses Essay analysiert Avicennas berühmtes Gedankenexperiment des schwebenden Menschen und seine philosophischen Implikationen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Argumentation Avicennas, die zeigt, dass die Seele nicht mit dem Körper identisch ist, sondern eine unabhängige immaterielle Einheit darstellt.
- Das Gedankenexperiment des schwebenden Menschen
- Die Rolle des Selbstbewusstseins in der Philosophie Avicennas
- Die Kritik an Aristoteles' Seelenkonzept
- Die Unterscheidung zwischen Selbstbewusstsein und Bewusstsein
- Die Bedeutung der Sinneswahrnehmung für das Verständnis von Körper und Seele
Zusammenfassung der Kapitel
- Der Text beginnt mit einer Einführung in das Konzept von Gedankenexperimenten und ihrer Rolle in der philosophischen Argumentation. Besonders wird der schwebende Mensch von Avicenna als ein bekanntes Beispiel für ein mittelalterliches Gedankenexperiment hervorgehoben.
- Avicenna argumentiert, dass der schwebende Mensch, der sich seiner Selbst bewusst ist, ohne jegliche Sinneswahrnehmung, beweist, dass die Seele nicht vom Körper abhängig ist. Das Gedankenexperiment soll den Leser dazu anregen, sich eine Situation ohne Sinneserfahrung vorzustellen und so die Unabhängigkeit der Seele vom Körper zu erkennen.
- Der Text beleuchtet verschiedene Einwände gegen das Gedankenexperiment, wie z.B. die Möglichkeit der Propriozeption und die Frage, ob der schwebende Mensch sich tatsächlich nicht seines Körpers bewusst sein könnte.
- Es wird gezeigt, dass Avicennas Argumentation impliziert, dass die Seele unabhängig vom Körper existiert und dass der Zugang zur Seele nicht von der Wahrnehmung des Körpers abhängt. Der Text analysiert Avicennas Kritik an Aristoteles' Seelenkonzept und verdeutlicht die Unterschiede zwischen den beiden Philosophen.
- Der Text erörtert die Rolle der Sinneswahrnehmung bei der Wahrnehmung von Körper und Seele. Avicenna argumentiert, dass die Sinneswahrnehmung der einzige Weg ist, sich eines verfügbaren Körpers bewusst zu werden. Daher ist alles, was der schwebende Mensch ohne Sinneswahrnehmung ergreift, kein Körper, sondern immateriell.
- Der Text diskutiert die Unterscheidung zwischen Selbstbewusstsein und Bewusstsein in Avicennas Philosophie. Er argumentiert, dass Menschen sich ihrer Selbst bewusst sein können, ohne sich dessen bewusst zu sein. Das Gedankenexperiment dient als Mittel, um auf diese unaufmerksame Selbstwahrnehmung aufmerksam zu machen.
- Avicennas Konzept des theoretischen Intellekts wird vorgestellt und erläutert. Der theoretische Intellekt ist die Fähigkeit, selbstbewusst zu sein, ohne bewusst darüber nachdenken zu müssen. Dieses Selbstbewusstsein erster Stufe ist natürlich und grundlegend für alle menschlichen Gedanken.
- Der Text geht auf die wissenschaftliche Perspektive Avicennas ein und zeigt, dass die Psychologie sich mit den Ursachen verschiedener Phänomene beschäftigt. Avicennas Seelenkonzept wird als ein Prinzip verstanden, das erklärt, warum lebende Körper die Aktivitäten ausführen, die sie als lebendig definieren.
Schlüsselwörter
Gedankenexperiment, schwebender Mensch, Selbstbewusstsein, Bewusstsein, Seele, Körper, Avicenna, Aristoteles, Sinneswahrnehmung, theoretischer Intellekt, Psychologie, Philosophie.
- Quote paper
- Michal Hanna Göbel (Author), 2021, Avicenna und das Gedankenexperiment des schwebenden Menschen. Eine kurze Darstellung der Argumentation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1128368