In dieser Arbeit geht es allgemein um die Frage, wie man eine literarische Unterrichtslektüre für den Deutschunterricht auswählt anhand sprachwissenschaftlicher Kriterien. Es wird hierzu anhand ausgewählter Sekundärliteratur ein Kriterienkatalog erarbeitet und vorgestellt, mit welchem man literarische Texte überprüfen kann und je nach aufgezeigten Schwerpunkten für den Unterricht einsetzen kann.
Die Arbeit soll einerseits den sprachlichen Gewinn, den der Umgang mit Literatur bieten kann, und anderseits den Gewinn für das Literaturverständnis, den der Umgang mit Sprache mit sich bringen kann, aufzeigen. Dabei geht es nicht darum, verschiedene Analysestrategien für die Textinterpretation zu finden, sondern durch Sprachbetrachtungen eine textnähere Rezeption zu ermöglichen, den verwendeten Sprachgebrauch zu reflektieren und die Vorstellung eines isolierten Grammatikunterrichts zu einem integrativen Sprachunterricht zu entwickeln. Im Mittelpunkt steht dabei das Wort.
Inhaltsverzeichnis
- EINLEITUNG
- I. THEORETISCHE VERORTUNG UND GRUNDLAGE
- 1. Forschungsübersicht
- 2. Begriffsdefinitionen zur Sprachbetrachtung
- 2.1 Sprachbewusstheit
- 2.2 Sprachreflexion
- 2.3 Sprachbetrachtung
- 2.4 Fazit
- 3. Integrativer Deutschunterricht
- 3.1 Begriffsauffassung
- 3.2 Integrativer Sprachunterricht als Leitlinie in den Fachanforderungen
- 3.3 Forschungsüberblick und Verständnis von Integration im Deutschunterricht
- 3.4 Exkurs: Sprachliche Integration seitens der Literaturdidaktik
- 3.5 Bisherige Literaturauswahlpraktiken
- 3.5.1 Fazit
- 4. Potenzial der Sprachbetrachtung im Literaturunterricht
- 4.1 Fazit
- 4.2 Forschungsbeispiel – Wortgebrauchsanalyse
- 5. Definitionen des Wortes
- TEIL II SPRACHBEZOGENE BEWERTUNGSKRITERIEN FÜR LITERARISCHE TEXTE
- 6. Hinführung
- 7. Anwendungsbereich der Wortgebrauchskriterien
- 8. Bewertungskriterien
- 8.1 Kategorie: Sprachwandel
- 8.1.1 Historisches Potenzial des Wortgebrauchs (Geschichtlichkeit)
- 8.1.1.a Historisches Potenzial des Wortgebrauchs in der Zeit des Nationalsozialismus (Geschichtlichkeit)
- 8.1.2 Potenzial einer diachronischen Betrachtungsweise eines Sprachwandels durch den Wortgebrauch (Geschichtlichkeit)
- 8.1.3 Potenzial von Wortneuschöpfungen im Wortgebrauch (Weiterentwicklung)
- 8.1.4 Potenzial des Wortgebrauchs für die Thematisierung von Sprachkritik
- 8.2 Kategorie: Wortschatz
- 8.2.1 Potenzial zur Erweiterung des Wortschatzes
- 8.2.1.a Potenzial von festen Wortfügungen im Wortgebrauch
- 8.2.1.b Potenzial zur Wortfelduntersuchung
- 8.2.2 Potenzial des Wortgebrauchs für eine Wortverbundanalyse
- 8.3 Kategorie: Sprachvielfalt
- 8.3.1 Potenzial der Mehrsprachigkeit im Wortgebrauch
- 8.3.1.a Potenzial der inneren Mehrsprachigkeit
- 8.3.1.b Potenzial der äußeren Mehrsprachigkeit
- 8.4 Kategorie: Sprachliche Gestaltung
- 8.4.1 Potenzial von ästhetisch-sprachlichen Besonderheiten im Wortgebrauch
- 8.4.1.a Potenzial des Euphemismus im Wortgebrauch
- 8.4.2 Potenzial der Polyvalenz des Wortes
- 8.5 Übergreifende Kriterien
- 8.5.1 Potenzial des Wortgebrauchs für Textinterpretationen
- 8.5.2 Potenzial des Wortgebrauchs für textbasierte Charakterisierungen
- 8.5.3 Potenzial des Wortgebrauchs für Geschlechterrollen
- 8.5.4 Potenzial des Wortgebrauchs für Stilanalysen
- TEIL III: PRAKTISCHE ANWENDUNG
- 9. Beispielhafte Anwendung der Kriterien
- 9.1 Auswahl des literarischen Textes
- 9.2 Untersuchung des literarischen Textes
- 9.3 Fazit
- SCHLUSS
- 10. Zusammenfassung
- 11. Ausblick
- 12. Anhang
- Sprachbewusstheit und Sprachreflexion im Deutschunterricht
- Integrativer Deutschunterricht und die Rolle der Sprache in literarischen Texten
- Wortgebrauchsanalyse als Instrument der Sprachbetrachtung im Literaturunterricht
- Entwicklung von Bewertungskriterien für literarische Texte im Hinblick auf ihren sprachlichen Wert
- Praktische Anwendung der Kriterien anhand eines Beispieltextes
- Die Einleitung führt in das Thema der Masterarbeit ein und beleuchtet die Bedeutung von Sprache im Deutschunterricht. Es wird die Notwendigkeit hervorgehoben, sprachliche Analysen in den Literaturunterricht zu integrieren, um das Textverständnis zu fördern.
- Kapitel I widmet sich der theoretischen Verortung und den Grundlagen der Arbeit. Es werden zentrale Begriffe wie Sprachbewusstheit, Sprachreflexion und Sprachbetrachtung definiert. Zudem wird der integrative Deutschunterricht und seine Bedeutung für die Sprachförderung im Fokus gesetzt.
- Kapitel II präsentiert sprachbezogene Bewertungskriterien für literarische Texte, die es ermöglichen, das Potenzial des Wortgebrauchs in Bezug auf verschiedene Aspekte wie Sprachwandel, Wortschatz, Sprachvielfalt und sprachliche Gestaltung zu analysieren.
- Kapitel III zeigt die praktische Anwendung der entwickelten Kriterien anhand eines konkreten Beispieltextes. Es wird verdeutlicht, wie diese Kriterien helfen können, literarische Texte aus einem sprachlichen Blickwinkel zu betrachten und zu analysieren.
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Masterarbeit untersucht die Integration von sprachlichen Analysen in den Deutschunterricht, insbesondere im Kontext des literarischen Verstehens und Interpretierens. Das Ziel ist es, einen Kriterienkatalog zu entwickeln, der Lehrkräften hilft, literarische Texte hinsichtlich ihres sprachlichen Potenzials auszuwählen und zu analysieren.
Zusammenfassung der Kapitel
Schlüsselwörter
Integrativer Deutschunterricht, Sprachbewusstheit, Sprachreflexion, Wortgebrauchsanalyse, Bewertungskriterien, literarische Texte, Textinterpretation, sprachliche Gestaltung, Mehrsprachigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Was ist integrativer Deutschunterricht?
Integrativer Deutschunterricht verbindet Sprachbetrachtung (Grammatik) und Literaturunterricht, anstatt sie als isolierte Teilbereiche zu lehren. Ziel ist ein ganzheitliches Verständnis von Texten.
Wie wählt man literarische Texte nach sprachlichen Kriterien aus?
Lehrkräfte können einen Kriterienkatalog nutzen, der das Potenzial des Textes für Sprachreflexion, Wortschatzerweiterung, Sprachwandel oder ästhetische Gestaltung (z.B. Euphemismen) prüft.
Was bedeutet „Sprachbewusstheit“ im Literaturunterricht?
Es beschreibt die Fähigkeit der Schüler, den gezielten Einsatz von Wörtern und Strukturen in einem Text zu bemerken und deren Wirkung auf die Interpretation zu reflektieren.
Warum steht das Wort im Mittelpunkt dieser Arbeit?
Das Wort ist die kleinste Bedeutungseinheit. Durch die Analyse des Wortgebrauchs können historische Kontexte (z.B. Sprache im Nationalsozialismus) oder Charakterisierungen von Figuren präziser erarbeitet werden.
Wie fördert Literatur die Mehrsprachigkeit?
Literarische Texte enthalten oft Dialekte, Soziolekte oder Fremdsprachen (innere und äußere Mehrsprachigkeit), was zur Reflexion über Sprachvielfalt und Identität anregt.
- Citar trabajo
- Marie Weddermann (Autor), 2020, Literarischer Wortschatz im Deutschunterricht. Integrative Deutschdidaktik mit Schwerpunkt auf dem Wortgebrauch in literarischen Texten, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1060137