In dieser Arbeit wird die Fragestellung verfolgt, inwiefern die komplexe Geschichte der gewaltsamen Kolonialisierung in Spiel- und Dokumentarfilmen thematisiert wird und Einfluss auf das (post-)koloniale Afrikabild hat. Zu welchen Anlässen wird der Kontinent in Film- und Fernsehproduktionen aufgegriffen, welche Selbst- und Fremdbilder werden konstruiert und an welche bestehende Deutungs- und Legitimationsmuster wird angeknüpft?
Obwohl das deutsche Kolonialreich auf dem Höhepunkt seiner Ausdehnung das drittgrößte überseeische Imperium darstellte, ist es für Historiker ein begrenztes Arbeitsgebiet der Daten und Fakten von weniger als fünf Jahrzehnten. Die Imagination kolonialer Herrschaft und kultureller Mission reichen über diesen Zeitraum jedoch weit hinaus. Von diesem deutschen Kolonialreich, das seine eigene Wirklichkeit hervorbringt, ist hier die Rede: wirksam in Film- und Fernsehproduktionen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- 1. Forschungsstand
- 2. Filme als Quellen. Problematik und Chancen für die Geschichtswissenschaft
- 3. Überblick zur Entwicklung des deutschen Kolonialfilms
- 3.1 Kolonialzeit (1884-1918)
- 3.2 Weimarer Republik (1918-1933)
- 3.3 Nationalsozialismus (1933-1945)
- 3.4 Nachkriegsjahre bis heute (ab 1945)
- 4. Konstruktion neokolonialen Wissens in deutschen postkolonialen Filmen der 2000er-Jahre
- 4.1 Spielfilme unter besonderer Berücksichtigung von „Die weiße Massai“ (2005)
- 4.2 Dokumentarfilme
- 4.2.1 „Heia Safari. Die Legende von der deutschen Kolonialidylle in Afrika\" (1966)
- 4.2.2 „Deutsche Kolonien“ und „Das Weltreich der Deutschen“ (2005/2010)
- 5. Herausforderungen und Anforderungen an die filmische Dekolonialisierung
- Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Darstellung der deutschen Kolonialgeschichte in Spiel- und Dokumentarfilmen und deren Einfluss auf das (post-)koloniale Afrikabild. Es wird analysiert, wie der Kontinent in Film- und Fernsehproduktionen präsentiert wird, welche Selbst- und Fremdbilder konstruiert werden und welche bestehenden Deutungsmuster aufgegriffen werden. Besonderes Augenmerk liegt auf der Verwendung kolonialer Begriffe und visueller Stereotype.
- Die Darstellung der deutschen Kolonialherrschaft in Filmproduktionen
- Der Einfluss von Film auf das (post-)koloniale Afrikabild
- Konstruktion von Selbst- und Fremdbildern in Bezug auf Afrika
- Verwendung kolonialer Begriffe und visueller Stereotype im Film
- Herausforderungen und Anforderungen an die filmische Dekolonialisierung
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik ein und stellt die Forschungsfrage nach der Darstellung der deutschen Kolonialgeschichte in Film und Fernsehen. Sie betont die Bedeutung visueller Medien für die Wissensvermittlung und die Relevanz des Themas angesichts des begrenzten Umfangs historischer Quellen zur Kolonialzeit. Die Arbeit konzentriert sich auf die Analyse von Spiel- und Dokumentarfilmen, um zu untersuchen, wie die komplexe Geschichte der Kolonialisierung dargestellt wird und das (post-)koloniale Afrikabild beeinflusst.
1. Forschungsstand: Dieses Kapitel beleuchtet den bisherigen Forschungsstand zum Thema. Es wird die bisherige Zurückhaltung in der Auseinandersetzung mit der deutschen Kolonialgeschichte thematisiert und die geringe Anzahl wissenschaftlicher Arbeiten zu diesem Bereich begründet. Das Kapitel erwähnt die Pionierarbeit von Historikern wie Tobias Nagl und Wolfgang Fuhrmann und die zunehmende Relevanz postkolonialer Theorien in der Forschung, insbesondere im Kontext von Edward Said und Homi Bhabha, und deren Einfluss auf die Analyse von kolonialen Repräsentationen.
2. Filme als Quellen. Problematik und Chancen für die Geschichtswissenschaft: Dieses Kapitel diskutiert die Herausforderungen und Möglichkeiten der Verwendung von Filmen als historische Quellen. Es wird die Skepsis einiger Historiker gegenüber visuellen Quellen und die Schwierigkeiten bei der Anwendung klassischer Methoden der Quellenkritik auf Filmmaterial thematisiert. Der Fokus liegt auf der Komplexität filmischer Darstellung und deren Einfluss auf die Rezeption und Interpretation historischer Ereignisse. Zugleich wird der Quellenwert von Filmen betont und die Notwendigkeit einer differenzierten Analyse ihrer Aussagekraft hervorgehoben.
Schlüsselwörter
Deutsche Kolonialgeschichte, Film, Dokumentarfilm, Spielfilm, Postkolonialismus, Afrikabild, visuelle Stereotype, koloniale Begriffe, Dekolonialisierung, Geschichtswissenschaft, Quellenkritik.
Häufig gestellte Fragen zum Dokument: Analyse der Darstellung der deutschen Kolonialgeschichte in Film und Fernsehen
Was ist der Gegenstand dieser Arbeit?
Diese Arbeit untersucht die Darstellung der deutschen Kolonialgeschichte in Spiel- und Dokumentarfilmen und deren Einfluss auf das (post-)koloniale Afrikabild. Analysiert wird, wie Afrika in Film- und Fernsehproduktionen präsentiert wird, welche Selbst- und Fremdbilder konstruiert werden und welche bestehenden Deutungsmuster aufgegriffen werden. Besonderes Augenmerk liegt auf der Verwendung kolonialer Begriffe und visueller Stereotype.
Welche Filme werden im Detail analysiert?
Die Arbeit analysiert exemplarisch verschiedene Spiel- und Dokumentarfilme. Im Fokus steht der Spielfilm „Die weiße Massai“ (2005), sowie die Dokumentarfilme „Heia Safari. Die Legende von der deutschen Kolonialidylle in Afrika\" (1966), „Deutsche Kolonien“ und „Das Weltreich der Deutschen“ (2005/2010). Die Analyse dieser Filme dient dazu, die verschiedenen Arten der Darstellung der deutschen Kolonialgeschichte und deren Auswirkungen auf das (post-)koloniale Afrikabild zu beleuchten.
Welche Epochen der deutschen Kolonialfilmgeschichte werden betrachtet?
Die Arbeit betrachtet die Entwicklung des deutschen Kolonialfilms über verschiedene Epochen hinweg: die Kolonialzeit (1884-1918), die Weimarer Republik (1918-1933), den Nationalsozialismus (1933-1945) und die Nachkriegsjahre bis heute (ab 1945). Diese historische Einordnung ermöglicht eine umfassendere Analyse der Entwicklung von Darstellungsformen und der jeweiligen ideologischen Kontexte.
Welche Herausforderungen werden bei der Verwendung von Filmen als historische Quellen diskutiert?
Die Arbeit thematisiert die Herausforderungen und Möglichkeiten der Verwendung von Filmen als historische Quellen. Diskutiert wird die Skepsis einiger Historiker gegenüber visuellen Quellen und die Schwierigkeiten bei der Anwendung klassischer Methoden der Quellenkritik auf Filmmaterial. Die Komplexität filmischer Darstellung und deren Einfluss auf die Rezeption und Interpretation historischer Ereignisse stehen im Mittelpunkt. Gleichzeitig wird der Quellenwert von Filmen betont und die Notwendigkeit einer differenzierten Analyse ihrer Aussagekraft hervorgehoben.
Welche Schlüsselthemen und -begriffe werden behandelt?
Schlüsselthemen sind die Darstellung der deutschen Kolonialherrschaft in Filmproduktionen, der Einfluss von Film auf das (post-)koloniale Afrikabild, die Konstruktion von Selbst- und Fremdbildern in Bezug auf Afrika, die Verwendung kolonialer Begriffe und visueller Stereotype im Film sowie die Herausforderungen und Anforderungen an die filmische Dekolonialisierung. Schlüsselbegriffe umfassen Deutsche Kolonialgeschichte, Film, Dokumentarfilm, Spielfilm, Postkolonialismus, Afrikabild, visuelle Stereotype, koloniale Begriffe und Dekolonialisierung.
Wie wird der Forschungsstand berücksichtigt?
Das Kapitel zum Forschungsstand beleuchtet die bisherige Auseinandersetzung mit der deutschen Kolonialgeschichte und die geringe Anzahl wissenschaftlicher Arbeiten zu diesem Bereich. Es erwähnt die Pionierarbeit von Historikern wie Tobias Nagl und Wolfgang Fuhrmann und die zunehmende Relevanz postkolonialer Theorien in der Forschung (Edward Said, Homi Bhabha) und deren Einfluss auf die Analyse von kolonialen Repräsentationen.
Welche Ziele verfolgt die Arbeit?
Die Arbeit zielt darauf ab, die Darstellung der deutschen Kolonialgeschichte in Filmproduktionen zu untersuchen und deren Einfluss auf das (post-)koloniale Afrikabild zu analysieren. Sie möchte aufzeigen, wie der Kontinent in Film- und Fernsehproduktionen präsentiert wird, welche Selbst- und Fremdbilder konstruiert werden und welche bestehenden Deutungsmuster aufgegriffen werden. Ein weiteres Ziel ist die Untersuchung der Herausforderungen und Anforderungen an die filmische Dekolonialisierung.
- Citation du texte
- Deike Terhorst (Auteur), 2021, Die deutsche Kolonialherrschaft in (post-)kolonialen Filmproduktionen. Darstellungsweisen von Afrika, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1043339