Für den Außenstehenden mag katholische Theologie und die Katholische Soziallehre im Besonderen mit ökonomischem Handeln, mit wirtschaftlichen Vorgängen in Unternehmen und in der modernen Marktwirtschaft wenig zu tun haben; sicher meinen einige, die Zielvorstellungen beider „Lager“ lägen weit auseinander, einige meinen sogar, sozial-verantwortliches nahezu altruistisches Handeln von Individuen und vieler NGO’s (z.B. Caritas, Amnesty International) widerspräche der marktwirtschaftlichen Realität zunehmend größer werdender globaler Konzerne, die vor allem ihre Eigenkapitalrendite im Auge behalten.
Gilt es z. B. nicht allgemein als sehr fraglich, wenn Unternehmen ihre Produktionsstätten in Niedriglohnländer verlagern, nur um die Eigenkapitalrendite zu verbessern. Oder die Spekulationen an der Börse: Anteile an Unternehmen zu kaufen, um kurzfristig hohe Gewinne einzustreichen? Und auf der anderen Seite z. B. die südamerikanische Juristin, die sich aus christlicher Berufung motiviert für Minderheiten einsetzte, vom Staat verfolgt und schliesslich ermordet wurde? Ethisch korrekt oder die Überbleibsel längst veralteter Moralvorstellungen?
Auf der einen Seite die fürsorglichen-sozialverantwortlichen Christus-Nachfolger und auf der anderen Seite die egoistischen Nutzen- und Gewinnmaximierer einer global freien Marktwirtschaft? Sieht so unsere heutige Wirklichkeit aus?
Diese und andere Fragestellungen sollen im folgenden anhand der geschichtlichen Herleitung der kath. Soziallehre, der div. Enzykliken, der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, der Veränderungen in Staat, Gesellschaft und der Technik geklärt werden.
Inhaltsverzeichnis
- A. Einleitung
- B. Zur Geschichte der kath. Soziallehre
- C. Darstellung der Sozialprinzipien
- 1. Personalität (GS 12-18)
- 2. Gemeinwohl (GS 26)
- 3. Solidarität (CA 10)
- 4. Subsidiarität (QA 79)
- 5. Heute wird Nachhaltigkeit noch hinzugerechnet.
- D. Markt oder Moral: Der Shareholder Value-Gedanke
- E. Globalisierung - eine ethische Annäherung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Katholischen Soziallehre und untersucht deren Relevanz im Kontext der modernen Wirtschaft. Die Analyse untersucht, wie die Prinzipien der Katholischen Soziallehre die wirtschaftlichen Prozesse und Herausforderungen der Gegenwart beeinflussen können.
- Die Geschichte und Entwicklung der Katholischen Soziallehre
- Die zentralen Prinzipien der Katholischen Soziallehre (Personalität, Gemeinwohl, Solidarität, Subsidiarität, Nachhaltigkeit)
- Die Anwendung dieser Prinzipien auf aktuelle wirtschaftliche Herausforderungen wie den Shareholder Value-Gedanke und die Globalisierung
- Die Frage nach der Vereinbarkeit von ökonomischem Handeln und ethischen Prinzipien
- Die Rolle der Katholischen Soziallehre in einer globalisierten Welt
Zusammenfassung der Kapitel
A. Einleitung
Die Einleitung stellt die Relevanz der Katholischen Soziallehre im Kontext der modernen Wirtschaft dar und erläutert die Fragestellungen, die im weiteren Verlauf der Arbeit behandelt werden.
B. Zur Geschichte der kath. Soziallehre
Dieses Kapitel beleuchtet die historischen Hintergründe der Katholischen Soziallehre, die im Kontext der Aufklärung, der französischen Revolution und der industriellen Revolution entstanden ist.
C. Darstellung der Sozialprinzipien
Kapitel C behandelt die zentralen Prinzipien der Katholischen Soziallehre, darunter Personalität, Gemeinwohl, Solidarität, Subsidiarität und Nachhaltigkeit.
Schlüsselwörter
Katholische Soziallehre, Wirtschaftsethik, Personalität, Gemeinwohl, Solidarität, Subsidiarität, Nachhaltigkeit, Shareholder Value, Globalisierung, ethisches Handeln, Unternehmensethik, soziale Verantwortung.
Häufig gestellte Fragen
Was sind die Kernprinzipien der Katholischen Soziallehre?
Die vier klassischen Prinzipien sind Personalität, Gemeinwohl, Solidarität und Subsidiarität. Heute wird oft auch die Nachhaltigkeit dazu gezählt.
Was bedeutet Subsidiarität?
Es besagt, dass Aufgaben nach Möglichkeit von der kleinsten Einheit (z.B. Familie, Gemeinde) gelöst werden sollten, bevor die übergeordnete Instanz (Staat) eingreift.
Wie steht die Soziallehre zum „Shareholder Value“-Gedanken?
Die Arbeit setzt sich kritisch damit auseinander und hinterfragt, ob die reine Gewinnmaximierung mit ethischen Prinzipien und der sozialen Verantwortung vereinbar ist.
Welchen Einfluss hat die Globalisierung aus ethischer Sicht?
Die Arbeit nähert sich der Globalisierung ethisch an und untersucht, wie Solidarität in einer vernetzten Weltwirtschaft gewahrt werden kann.
Ist wirtschaftliches Handeln und christliche Moral ein Widerspruch?
Die Arbeit zeigt auf, dass ethisch korrektes Handeln und marktwirtschaftliche Realität kein Gegensatz sein müssen, sondern sich durch soziale Verantwortung ergänzen können.
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- Daniela Anton (Author), 2002, Katholische Soziallehre, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10362