Büchners Stücke sind gespickt mit philosophischen, psychologischen und naturwissenschaftlichen Erkenntnissen. Mit diesen war er seiner Zeit bis in die Gegenwart weit voraus. Die vorliegende Arbeit soll einige davon aufgreifen und versuchen, neu zu gewichten. Dabei soll überwiegend auf die Begriffe der Macht, der Strafe, der Sexualität und des Subjekts in Dantons Tod Bezug genommen werden. In der gesamten Handlung thematisiert Büchner diese dabei nie konkret. Die Begriffe werden stets auf einer epistemischen Ebene als Verschiebung der Diskurse aufgeführt. Diese Diskursverschiebungen, die dabei offengelegt werden, sollen hier näher interpretiert werden.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Macht und Subjekt
- Überwachen und Strafen
- Der Gebrauch der Lüste
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit analysiert die philosophischen und politischen Ideen von Georg Büchner, insbesondere in seinem Werk "Danton's Tod". Sie untersucht, wie Büchner Macht, Strafe, Sexualität und das Subjekt in seinem Stück konzipiert und wie diese Konzepte mit der Geschichte und dem Individuum interagieren.
- Büchners Geschichts- und Machtauffassung als ein durch das Individuum durchwirkendes System
- Die Veränderung der Strafe vom Körper zur Seele im Kontext der Guillotine
- Büchners Kritik an der Repressionshypothese der Sexualität
- Die Entmachtung des Subjekts im Angesicht von Machtstrukturen
- Büchners radikale Kritik an der Philosophie von Descartes und Kant
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Diese Einleitung stellt die wichtigsten Themen und Fragestellungen der Arbeit vor, die sich mit Büchners philosophischen und politischen Ideen auseinandersetzen.
- Macht und Subjekt: Dieses Kapitel analysiert Büchners Vorstellung von Macht und Subjekt, die er im Stück "Danton's Tod" entwickelt. Es wird argumentiert, dass Macht bei Büchner als ein fließendes Netz verstanden wird, das sich durch das Individuum hindurchwirkt, und das Subjekt dadurch entmachtet wird.
- Überwachen und Strafen: Dieses Kapitel untersucht die Bedeutung der Guillotine als Symbol für die Veränderung der Strafe. Es wird argumentiert, dass die Guillotine die Strafe demokratisiert und von der körperlichen Bestrafung hin zu einer Überwachung und Besserung der Seele verschiebt.
Schlüsselwörter
Die Arbeit konzentriert sich auf die Analyse von Büchners Konzepten von Macht, Strafe, Sexualität und dem Subjekt. Sie untersucht die Auswirkungen von Machtstrukturen auf das Individuum und betrachtet die Rolle der Geschichte und der Gewalt in Büchners Werk. Weitere wichtige Schlüsselwörter sind: Guillotine, Diskursverschiebung, Repressionshypothese, Descartes, Kant, Fatalismus, Geschichte.
Häufig gestellte Fragen
Wie stellt Georg Büchner Macht dar?
Macht wird bei Büchner, ähnlich wie bei Foucault, als ein anonymes System oder Netz dargestellt, das das Individuum durchdringt und entmachtet.
Welche Rolle spielt die Guillotine in „Dantons Tod“?
Die Guillotine symbolisiert die Demokratisierung der Strafe und den Übergang von der körperlichen Marter zur mechanischen, „seelenlosen“ Hinrichtung.
Was ist Büchners Kritik an der Philosophie?
Er kritisiert radikal die idealistischen Entwürfe von Descartes und Kant, indem er die Ohnmacht des Subjekts gegenüber historischen und körperlichen Prozessen betont.
Gibt es Parallelen zwischen Büchner und Michel Foucault?
Ja, beide untersuchen die Verschiebung von Diskursen über Macht, Strafe und Sexualität sowie die Konstruktion des modernen Subjekts.
Was bedeutet „Fatalismus“ in Büchners Werk?
Der Fatalismus beschreibt die Überzeugung, dass der Einzelne keinen Einfluss auf den Lauf der Geschichte hat und lediglich eine „Puppe an Drähten“ ist.
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- Anonym (Author), 2019, Georg Büchner und das Theater. Eine Parallele zu Michel Foucault, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1027481