Mit dem Bilderbuch „Die unglaubliche Geschichte von der Riesenbirne“ scheint der Autor Jakob Martin Strid gemäß dem Untertitel „Wie Hieronymus Bergström Severin Olsen wieder in sein Amt als rechtmäßiger Bürgermeister von Glückshafen eingesetzt wurde“ eine politische Geschichte erzählen zu wollen. Da aber die Altersempfehlung für dieses Buch vom in Deutschland herausgebenden Verlag auf ab 4 Jahren festgelegt ist, taucht schnell die Frage auf, inwieweit sich eine Zielgruppe im Vorschulalter für eine Thematik aus der Erwachsenenwelt interessieren kann. Deshalb liegt es nahe, dass Strid eine literarische Doppeladressierung im Sinn hat, deren dazu notwendige Doppelsinnigkeit durch ein Spiel der Intertextualität und Intermedialität erreicht wird, die nicht nur durch unterschiedliche Markierungen in Wort, Geschehen und Bild agieren, sondern auch unterschiedlich hoch bzw. niedrig gestecktes Vorwissen über die zitierten Prätexte aus der Abenteuerliteratur voraussetzt.
Inhaltsverzeichnis
- Prolog
- Kapitel 1: Die Flaschenpost
- Kapitel 2: Die Reise beginnt
- Kapitel 3: Das Nachtschwarze Meer
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit analysiert Jakob Martin Strides Bilderbuch „Die unglaubliche Geschichte von der Riesenbirne“ unter dem Aspekt der intertextuellen und intermedialen Gestaltung. Ziel ist es, die literarische Doppeladressierung an Kinder und Erwachsene zu untersuchen und die Wirkungsweise der verschiedenen Anspielungen auf andere Werke der Abenteuerliteratur zu beleuchten.
- Intertextualität in Kinderbüchern
- Doppeladressierung an Kinder und Erwachsene
- Komik als Stilmittel
- Verbindung von Nostalgie und Modernität
- Das Abenteuer-Genre
Zusammenfassung der Kapitel
Prolog: Der Prolog führt die Hauptfiguren ein und deutet durch Anspielungen auf Odysseus und den Baron Münchhausen bereits die intertextuelle Ebene des Buches an, die sowohl für Kinder als auch für Erwachsene lesbar ist. Er legt den Grundstein für die anschließende Abenteuergeschichte, indem er die literarischen Vorbilder und den Kontext des Geschehens skizziert und so die Erwartungshaltung des Lesers prägt.
Kapitel 1: Die Flaschenpost: Dieses Kapitel beginnt mit dem Fund der Flaschenpost, die den Handlungsverlauf in Gang setzt. Die Flaschenpost dient als klassisches Motiv der Abenteuerliteratur und etabliert somit das Genre. Die darauf folgenden Ereignisse werden skizziert, die den Protagonisten auf ihre Reise schicken.
Kapitel 2: Die Reise beginnt: Hier wird die eigentliche Reise auf der Riesenbirne als Schiff beschrieben. Es werden verschiedene intertextuelle Verweise auf klassische Abenteuerliteratur, Seefahrt und Entdeckungsreisen eingebaut, die sich sowohl auf ikonographischer (Bilder) als auch narrativer Ebene zeigen. Diese Verweise bedienen sich sowohl an bekannten Motiven, wie z.B. Piraten, als auch weniger offensichtlichen Zitaten, welche den Erwachsenenleser ansprechen. Das Kapitel etabliert die Abenteuerreise als zentralen Bestandteil der Erzählung. Die beschriebenen Szenen und Begegnungen betonen den fantasievollen und humorvollen Aspekt der Geschichte.
Kapitel 3: Das Nachtschwarze Meer: In diesem Kapitel wird die Begegnung mit den „Geschöpfen der Dunkelheit“ dargestellt. Der intertextuelle Verweis auf F. Scott Fitzgeralds „Tender is the Night“ wird als bewusst gesetzter Bruch interpretiert, der sowohl als humoristisches Element wie auch als Kommentar zur vermeintlichen Intertextualität im Gesamtwerk fungiert. Die Passage betont den Kontrast zwischen den gruseligen Elementen und der harmlosen Natur der Geschichte, welche den Kinderleser nicht beängstigen soll. Die erwachsene Leserschaft wird hingegen durch die zusätzliche intellektuelle Ebene angesprochen, welche sie durch ihren literarischen Kontext verstehen können.
Schlüsselwörter
Intertextualität, Intermedialität, Doppeladressierung, Kinderliteratur, Erwachsenenliteratur, Abenteuerliteratur, Robinsonade, Komik, Jakob Martin Strid, „Die unglaubliche Geschichte von der Riesenbirne“, Homers Odyssee, Baron Münchhausen, Moby Dick, Lukian von Samosata.
Häufig gestellte Fragen zu „Die unglaubliche Geschichte von der Riesenbirne“
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Welche Themen werden in der Analyse behandelt?
Die Analyse konzentriert sich auf die intertextuelle und intermediale Gestaltung des Bilderbuchs. Besondere Aufmerksamkeit wird der literarischen Doppeladressierung an Kinder und Erwachsene gewidmet, wobei die Wirkungsweise der verschiedenen Anspielungen auf andere Werke der Abenteuerliteratur untersucht wird. Weitere Themen sind Intertextualität in Kinderbüchern, Komik als Stilmittel, die Verbindung von Nostalgie und Modernität sowie das Abenteuer-Genre.
Welche Kapitel werden in der Arbeit behandelt und worum geht es in ihnen?
Die Arbeit gliedert sich in einen Prolog und drei Kapitel. Der Prolog führt die Hauptfiguren ein und deutet die intertextuelle Ebene an. Kapitel 1 beschreibt den Fund der Flaschenpost, die die Handlung in Gang setzt. Kapitel 2 behandelt die Reise auf der Riesenbirne mit intertextuellen Verweisen auf klassische Abenteuerliteratur. Kapitel 3 beschreibt die Begegnung mit „Geschöpfen der Dunkelheit“ und enthält einen intertextuellen Verweis auf F. Scott Fitzgerald, der als humoristisches Element und Kommentar interpretiert wird.
Welche Schlüsselwörter sind relevant für die Analyse?
Die wichtigsten Schlüsselwörter sind: Intertextualität, Intermedialität, Doppeladressierung, Kinderliteratur, Erwachsenenliteratur, Abenteuerliteratur, Robinsonade, Komik, Jakob Martin Strid, „Die unglaubliche Geschichte von der Riesenbirne“, Homers Odyssee, Baron Münchhausen, Moby Dick, Lukian von Samosata.
Was ist die Zielsetzung der Arbeit?
Die Arbeit zielt darauf ab, die literarische Doppeladressierung in „Die unglaubliche Geschichte von der Riesenbirne“ zu untersuchen und die Wirkungsweise der intertextuellen Anspielungen auf andere Werke der Abenteuerliteratur zu beleuchten. Es soll analysiert werden, wie das Buch sowohl Kinder als auch Erwachsene anspricht und wie die verschiedenen Ebenen der Bedeutung funktionieren.
An wen richtet sich die Analyse?
Die Analyse richtet sich an ein akademisches Publikum, das sich für Kinderliteratur, Intertextualität, und die Analyse von Bilderbüchern interessiert. Sie ist für Personen gedacht, die sich mit der literarischen und intermedialen Gestaltung von Kinderbüchern auseinandersetzen wollen.
- Quote paper
- Anja Keller (Author), 2013, "Die unglaubliche Geschichte von der Riesenbirne". Eine intertextuelle Entdeckungsreise voller Abenteuer, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1023179