Das 1797 veröffentlichte Werk „Der gestiefelte Kater“ von Ludwig Tieck verweist mit seinem Untertitel „Ein Kindermärchen in drei Akten“ auf die Vermischung eines epischen Inhalts mit einer dramatischen Form. In dieser Arbeit soll untersucht werden, inwieweit das Werk sich einer Gattung zuordnen lässt oder ob es nicht vielmehr dem romantischen Prinzip des sich ständig reflektierenden Fragmentarischen folgt und sich im Sinne einer allumfassenden Universalpoesie einer eindeutigen Gattungsbestimmung verweigert.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Problematik des „gespiegelten“ Katers: „Gehört denn das zum Stück?“
- Rahmenhandlung versus Binnenhandlung
- Spiel im Spiel
- Methoden der Reflexion - Parabase und Metalepse
- „Ein Kindermärchen? Aber um Gottes willen [...]“
- „Am Ende ist es ein ordentliches Familiengemälde [...]“
- „um acht ist die Komödie aus“
- „durch wirkliche Possen zu belustigen“
- „Bei diesem Schwank dachte ich sehr wohl an die Bühne“
- „Ist es denn eine Oper?“
- „Ein Revolutionsstück, so viel ich begreife“
- Fazit: „[...] man behält gar keinen festen Standpunkt.“
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit untersucht Ludwig Tiecks „Der gestiefelte Kater“ und analysiert, ob sich das Werk einer bestimmten Gattung zuordnen lässt. Dabei wird insbesondere auf die besondere Struktur des Werkes und die darin enthaltenen Selbstreflexionen eingegangen.
- Die Problematik der Gattungsbestimmung aufgrund der dualen Struktur des Werks
- Die Beziehung zwischen Rahmenhandlung und Binnenhandlung und deren Einfluss auf die Gattungsbestimmung
- Die Rolle der Reflexion und der Metalepse als Elemente des romantischen Prinzips des Fragmentarischen
- Die Bedeutung des "Spiels im Spiel" als theatralisches Mittel und seine Auswirkungen auf die Gattungsbestimmung
- Die Verbindung von epischem Inhalt und dramatischer Form und die daraus resultierende Schwierigkeit der Einordnung in eine bestimmte Gattung
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel beleuchtet die Problematik der Gattungsbestimmung, die durch die duale Struktur des Werks, bestehend aus Rahmenhandlung und Binnenhandlung, entsteht. Die Rahmenhandlung beinhaltet das Theaterpublikum und das Theaterpersonal, während die Binnenhandlung das aufgeführte Märchen darstellt. Der zweite Abschnitt analysiert die Beziehung zwischen Rahmenhandlung und Binnenhandlung und stellt fest, dass die Rahmenhandlung einen bedeutenden Einfluss auf das Gesamtwerk hat. Das dritte Kapitel befasst sich mit den Methoden der Reflexion, insbesondere Parabase und Metalepse, und zeigt, wie diese Elemente die klare Trennung der beiden Handlungsstränge erschweren.
Schlüsselwörter
Ludwig Tieck, "Der gestiefelte Kater", Gattungsbestimmung, Rahmenhandlung, Binnenhandlung, Spiel im Spiel, Parabase, Metalepse, Fragmentarität, Universalpoesie, Romantische Literatur.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist die Gattungsbestimmung bei Tiecks 'Der gestiefelte Kater' schwierig?
Das Werk vermischt epischen Inhalt (das Märchen) mit einer dramatischen Form und bricht ständig die Illusion durch eine Rahmenhandlung, was eine eindeutige Zuordnung zu einer Gattung erschwert.
Was bedeutet 'Spiel im Spiel' in diesem Werk?
Es bedeutet, dass auf der Bühne ein Theaterstück (das Märchen vom Kater) aufgeführt wird, während gleichzeitig das Publikum und die Kritiker dieses Stücks als Teil der Handlung auf der Bühne agieren.
Was sind Parabase und Metalepse?
Die Parabase ist das direkte Ansprechen des Publikums durch die Schauspieler, was die Bühnenillusion bricht. Die Metalepse ist die Überschreitung der Grenzen zwischen verschiedenen Erzählebenen (z.B. wenn das Publikum in die Märchenhandlung eingreift).
Inwiefern folgt das Stück dem Prinzip der 'Universalpoesie'?
Die romantische Universalpoesie strebt danach, alle Gattungen (Drama, Lyrik, Epik) und Lebensbereiche zu vereinen. Tiecks Werk reflektiert sich selbst und verweigert sich starren Regeln, was typisch für dieses Ideal ist.
Welche Rolle spielt die Kritik am zeitgenössischen Theater im Stück?
Tieck nutzt die Rahmenhandlung, um den banalen Geschmack des damaligen Publikums und die Engstirnigkeit der Kritiker zu verspotten, die Wunderbares und Phantastisches im Theater ablehnten.
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- Anja Keller (Author), 2011, Der Gestiefelte Kater spaziert auf vielen Dächern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1023176