Wie lässt sich der Aufruf zu Toleranz und Offenheit gegenüber der heutigen Jugendsprache, die den Zeitgeist der digitalen Medien widerspiegelt, mit der strengen Sprachpolitik Frankreichs vereinbaren? Dieser Frage geht die vorliegende Arbeit nach.
Im ersten Teil der Ausarbeitung wird der Begriff Jugend definiert und die Bildung von Peergroups erklärt. Der zweite Teil setzt sich mit dem Thema Jugendsprache auseinander. Nach der Erklärung des Begriffs Jugend werden die Geschichte und die sprachlichen Besonderheiten der französischen Jugendsprache erläutert. Anschließend wird die Vielfalt der französischen Jugendsprache am Beispiel des Verlan und des Argot behandelt.
Im Anschluss werden Entlehnungen aus dem Englischen und Arabischen veranschaulicht. Der letzte Teil thematisiert die sozialen Medien und ihren Einfluss auf die französische Jugendsprache. Nach der Begriffserklärung für Social Media folgt eine Analyse der Kommunikation Jugendlicher im Netz. Sprachliche und stilistische Besonderheiten der Online-Kommunikation unter Adoleszenten insbesondere auf der Plattform Instagram sowie die Rolle der Online-Werbung werden erörtert. Abschließend wird untersucht, ob der Vorwurf berechtigt ist, dass die internetbasierte Kommunikation der Jugend die Sprachentwicklung des Französischen negativ beeinflusst.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Jugend
2.1. Definition
2.2. Bildung von Peergroups
3. Jugendsprache
3.1. Begriffserklärung
3.2. Geschichte
3.3. Sprachliche Besonderheiten der französischen Jugendsprache
4. Vielfalt der französischen Jugendsprache
4.1. Argot
4.2. Verlan
5. Entlehnungen
5.1. Anglizismen
5.2. Arabismen
6. Social Media und ihr Einfluss auf die jugendsprache
6.1. Definition Soziale Medien
6.2. Die Kommunikation der Jugendlichen auf den sozialen Medien
6.3. Besonderheiten der Online-Kommunikation unter Jugendlichen
6.4. Instagram
6.5. Werbung auf Social Media
7. Sprachverfall durch internetbasierte Kommunikation
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel der französischen Jugendsprache und geht der Frage nach, ob der Vorwurf berechtigt ist, dass die digitale Kommunikation in sozialen Medien eine negative Auswirkung auf die Sprachentwicklung des Französischen hat.
- Definition des Begriffs Jugend und Bedeutung von Peergroups
- Historische Entwicklung und Charakteristika der französischen Jugendsprache
- Analyse der Varietäten Argot und Verlan sowie fremdsprachlicher Entlehnungen
- Einfluss sozialer Medien und Online-Kommunikation auf das Sprachverhalten
- Untersuchung der These eines vermeintlichen Sprachverfalls
Auszug aus dem Buch
3.3. Sprachliche Besonderheiten der französischen Jugendsprache
Die französische Jugendsprache weist viele sprachliche Merkmale auf. Da komplexe Zeitformen, wie zum Beispiel das Subjonctif, bei den Jugendlichen äußerst unbeliebt sind, vermeiden sie diese gerne. Der Einfachheit halber lassen sie bei der Verneinung das ne weg.
Eine grammatikalisch wichtige Methode der Jugendsprache ist die Konversion, d.h. die Wortveränderung von Wortklassen ohne morphologische Veränderung. Das Beispiel c’est un créatif verdeutlicht, dass das ursprüngliche Adjektiv créatif zu einem Substantiv wird. Ein weiteres morphologisches Merkmal ist die Vereinigung von Formen, wenn unter anderem Adjektive nicht an die Person und Zahl angeglichen werden, wie zum Beispiel un long journée.
Außerdem zeichnet sich die französische Jugendsprache durch ihre sprachlichen Intensivierungen aus beispielsweise durch Präfixe (super beau), durch Intensivierungselemente (complètement belle) und durch bezeichnende Substantive (une bête de fille) (vgl. Bedjis 2015: 302ff). Charakteristisch für die französische Jugendsprache sind geheimsprachliche Phänomene wie Silbentausch und Silbenredupklikation (vgl. Sinner 2014: 158). Ein häufig verwendetes Ausdrucksmittel der Jugend sind zudem Abkürzungen. Auch die Apokopierung einer bis mehrerer Silben ist bei den Jugendlichen sehr beliebt. Exemplarisch für Apokopen ist die Verwendung des Begriffs ciné anstatt cinéma. Metaphern sind auch ein bevorzugtes Stilmittel der Teenager. Man verwendet unter anderem die Redewendung allumer qqn, um auszudrücken, dass jemand mit einer anderen Person flirtet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Hinführung zum Thema der französischen Jugendsprache und Darlegung der zentralen Forschungsfrage bezüglich der Auswirkung digitaler Kommunikation.
2. Jugend: Definition des Jugendbegriffs nach Pierre Bourdieu und Erläuterung der sozialen Funktion sowie der Bildungsweise von Peergroups.
3. Jugendsprache: Theoretische Einordnung der Jugendsprache als Soziolekt, ihre Geschichte und spezifische sprachliche Merkmale im französischen Kontext.
4. Vielfalt der französischen Jugendsprache: Untersuchung der Varietäten Argot und Verlan als Ausdrucksmittel der Identitätsbildung und Abgrenzung.
5. Entlehnungen: Analyse der Integration von Anglizismen und Arabismen in den jugendsprachlichen Wortschatz als Mittel zur Bereicherung.
6. Social Media und ihr Einfluss auf die jugendsprache: Analyse der Kommunikation auf sozialen Plattformen wie Instagram und die Rolle von Online-Werbung bei Jugendlichen.
7. Sprachverfall durch internetbasierte Kommunikation: Wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der These, ob digitale Sprachgewohnheiten zu einem Verfall der französischen Standardsprache führen.
8. Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass kein Sprachverfall feststellbar ist, da Jugendliche situationsabhängig zwischen Sprachregistern wechseln können.
Schlüsselwörter
Jugendsprache, Französisch, Argot, Verlan, Soziale Medien, Sprachwandel, Sprachverfall, Peergroup, Internetkommunikation, Instagram, Mehrsprachigkeit, Identität, Soziolekt, Sprachkompetenz, Jugendarbeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und den Besonderheiten der französischen Jugendsprache sowie deren Wandlungsprozessen durch den Einfluss digitaler Medien.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die soziologische Einordnung von Jugendgruppen, sprachliche Besonderheiten (wie Argot und Verlan), Entlehnungen sowie die Auswirkungen der sozialen Medien auf das Sprachverhalten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, ob die Kommunikation in sozialen Medien zu einem negativen Sprachverfall des Französischen führt oder als legitimer Sprachwandel zu betrachten ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse linguistischer Fachliteratur und Erkenntnisse der Soziolinguistik.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Definition von Jugend, die historischen und sprachlichen Merkmale der Jugendsprache, die Vielfalt der Varietäten sowie die spezifische Kommunikation auf Plattformen wie Instagram.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Jugendsprache, Sprachwandel, soziale Medien und Soziolekt charakterisiert.
Warum spielt der "Verlan" eine so wichtige Rolle?
Verlan dient als prominentes Symbol für die Identitätsbildung der französischen Jugend und verdeutlicht die spielerische und kreative Transformation der Sprache.
Ist der Vorwurf des Sprachverfalls laut Autorin begründet?
Nein, die Autorin schließt sich der Einschätzung an, dass Jugendliche situationsbedingt zwischen Registern wechseln können und somit kein tatsächlicher Sprachverfall vorliegt.
- Citar trabajo
- Anonym (Autor), 2021, Französische Jugendsprache und Zeitgeist im Wandel. Negative Beeinflussung durch soziale Medien?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1020369