Im vorliegenden Essay möchte ich mich mit der Fragestellung beschäftigen, welche Neuausrichtung das staatliche Bildungssystem benötigt, damit Schülerinnen und Schüler auf das Leben vorbereitet werden. Dazu betrachte ich zunächst das bestehende Bildungssystem mit seinen Auswirkungen, welches global auf Konkurrenzdenken und Kapitalismus ausgerichtet ist. Heutzutage müsste das Bildungssystem auf die neuen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts angepasst werden, was einen grundlegenden Wandel hin zu selbstbestimmtem Lernen von klein auf und kooperativem Arbeiten voraussetzt.
Der Film „Alphabet“ von Erwin Wagenhofer setzt sich kritisch mit der zunehmenden Konkurrenz in der Bildung auseinander. In diesem Film wird aufgezeigt, dass die Denkmuster, die wir in der Schule erlernen, noch aus der Zeit der Industrialisierung stammen. Vor 200 Jahren brauchte man funktionierende Menschen, die Maschinen bedienen konnten, aber keine kreativen Lösungen erarbeiten mussten. Seitdem haben sich zwar die Lehrinhalte und Umgangsformen stark geändert, die Fixierung auf normierte Standards wurde jedoch beibehalten. An den Schulen weltweit herrscht ein immenser Leistungsdruck, die Wettbewerbsgesellschaft ist fest im Schulsystem verankert. Doch diese einseitige Ausrichtung des Lernens auf die fehlerfreie Wiedergabe von Wissensinhalten schürt Ängste und unterbindet die Entwicklung spielerischer Kreativität. Der Film „Alphabet“ hat mich fasziniert, da er dieses Leistungsdenken hinterfragt und auf die Denkstrukturen eingeht, die durch das Bildungssystem im Menschen hervorgerufen wird. „Was wir lernen, prägt unseren Wissensvorrat, aber wie wir lernen, prägt unser Denken.“
Inhaltsverzeichnis
- Revolution des staatlichen Bildungssystems
- Das bestehende Bildungssystem und seine Auswirkungen
- Der Einfluss des Films „Alphabet“
- Das chinesische Bildungssystem
- Das deutsche Bildungssystem
- Schwarze Pädagogik
- Die Subjektivität in der Benotung
- Benotung im Fach Kunst
- Psychische Erkrankungen
- Hochbegabung und Wettbewerb
- Die Bedeutung von Kreativität und Selbstbestimmung
- Lebenslanges Lernen
- André Stern und die Bedeutung von Selbstständigkeit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Essay setzt sich mit der Frage auseinander, wie das staatliche Bildungssystem neu ausgerichtet werden muss, um Schülerinnen und Schüler optimal auf das Leben vorzubereiten. Er analysiert die negativen Auswirkungen des bestehenden Systems, das auf Konkurrenzdenken und Kapitalismus ausgerichtet ist, und beleuchtet die Bedeutung von Kreativität, Selbstbestimmung und lebenslangem Lernen.
- Kritik am bestehenden Bildungssystem
- Die Bedeutung von Kreativität und Selbstbestimmung
- Die Notwendigkeit von lebenslangem Lernen
- Die Folgen von Leistungsdruck und Wettbewerb
- Die Rolle der Pädagogik in der Förderung von Selbstentfaltung
Zusammenfassung der Kapitel
- Der Essay beginnt mit einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Film „Alphabet“, der die negativen Auswirkungen des bestehenden Bildungssystems aufzeigt.
- Im zweiten Kapitel werden die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen dem chinesischen und dem deutschen Bildungssystem beleuchtet.
- Das dritte Kapitel behandelt die Problematik der schwarzen Pädagogik und der subjektiven Benotung im deutschen Schulsystem.
- Im vierten Kapitel wird die Bedeutung von Kreativität im Bildungsprozess diskutiert und die negativen Auswirkungen von Benotung auf die künstlerische Entwicklung analysiert.
- Das fünfte Kapitel beleuchtet die Folgen von Leistungsdruck und Wettbewerb für die psychische Gesundheit von Schülerinnen und Schülern.
- Im sechsten Kapitel wird die Bedeutung von Selbstbestimmung und lebenslangem Lernen im 21. Jahrhundert hervorgehoben.
- Der Essay endet mit einer Betrachtung der Lebensgeschichte von André Stern, der ohne Schulbildung seine eigene Bildung durch Selbstständigkeit und Neugierde erlangen konnte.
Schlüsselwörter
Bildungssystem, Kreativität, Selbstbestimmung, Lebenslanges Lernen, Konkurrenzdenken, Leistungsdruck, Wettbewerb, Schwarze Pädagogik, Subjektivität in der Benotung, Psychische Erkrankungen, Flow-Zustand, André Stern, „Alphabet“
Häufig gestellte Fragen
Warum wird das heutige Bildungssystem im Essay kritisiert?
Kritisiert wird die Ausrichtung auf Konkurrenzdenken, Kapitalismus und Industriestandards des 19. Jahrhunderts, die Kreativität und selbstbestimmtes Lernen unterdrücken.
Welche Rolle spielt der Film „Alphabet“ in dieser Analyse?
Der Film von Erwin Wagenhofer dient als Grundlage, um aufzuzeigen, wie Leistungsdruck und normierte Standards die spielerische Kreativität von Kindern zerstören.
Was ist „Schwarze Pädagogik“?
Der Begriff beschreibt Erziehungsmethoden, die auf Unterdrückung, Einschüchterung und der Brechung des kindlichen Willens basieren, was im Essay als Teil veralteter Schulstrukturen gesehen wird.
Wie wirkt sich Benotung auf Schüler aus?
Benotung, besonders in kreativen Fächern wie Kunst, wird als subjektiv und demotivierend kritisiert, da sie Ängste schürt und den natürlichen Wissensdrang hemmt.
Wer ist André Stern?
André Stern ist ein Beispiel für jemanden, der ohne formale Schulbildung durch Selbstständigkeit und Neugierde gelernt hat und zeigt, dass Bildung auch außerhalb staatlicher Systeme gelingen kann.
- Quote paper
- Sabine Chromy (Author), 2020, Revolution des staatlichen Bildungssystems, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1010267