Das vorliegende Studienprojekt soll sich im Kern mit den Studienmotivationen und Berufserwartungen von Religionslehrer/-innen beschäftigen. Primäres Interesse wird es sein, herauszufinden, welche Motive Studierende dazu veranlasst haben, das Studienfach Religion auszuwählen, und welchen Anspruch sie an sich selbst als zukünftige Religionslehrkräfte stellen. Um dies herauszufinden, wurde im Rahmen des Praxissemesters eine empirische Studie mit fertig ausgebildeten Religionslehrer/-innen durchgeführt.
Bei dieser Untersuchung handelt sich um eine Fallstudie, sodass die daraus gewonnenen Ergebnisse nicht im allgemeinen Sinn auf alle Religionslehrkräfte übertragen werden können. Dennoch können die Resultate im Rahmen der Selbstreflexion durchaus für Religionslehramtsstudierende, Referendare und Religionslehrkräfte interessant sein. Auch für mich persönlich sind die Ergebnisse der Fallstudie deshalb von Bedeutung, da der von mir selbst erlebte schulische Religionsunterricht mit besonders positiven Erinnerungen verbunden ist.
Bei den Religionslehrern/-innen meiner Schulzeit war die Leidenschaft für die Vermittlung christlicher Werte deutlich spürbar. Ich habe diese Art des Unterrichts stets als motivierend und inspirierend empfunden. Aus heutiger Sicht ist davon auszugehen, dass diese positiven Erfahrungen durchaus dazu beigetragen haben, dass ich mich für die Aufnahme eines Religionsstudiums entschieden habe. So stellte sich mir im Rahmen des Praxissemesters die Frage, welche Motive Studierende zur Aufnahme des Religionslehramtsstudiums bewegen. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurde die Frage präzisiert, sodass nun folgende Forschungsfrage für das Studienprojekt gilt: "Kann man davon ausgehen, dass die Motive für die Aufnahme eines Religionsstudiums immer über den Anspruch der reinen Wissensvermittlung an Schülerinnen und Schüler hinausgehen?"
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Rahmen des Studienprojekts
2.1. Studien zu Motiven und Beweggründen (angehender) Religionslehrkräfte
2.2. Christhard Lück
2.3. Andreas Feige, Bernhard Dressler und Werner Tzscheetzsch
2.4. Das Habitus-Modell nach Hans-Georg Ziebertz und Stefan Heil
3. Durchführung einer qualitativen Studie im Lernfeld Schule
3.1. Vorstellung des Forschungsdesigns
3.2. Die Erhebungsmethode
3.3. Durchführung der Datenerhebung
3.4. Auswertung und Interpretation der Interviews
4. Ergebnisdarstellung der durchgeführten Interviews
4.1. Frau M. – Der Glaube ist etwas Persönliches
4.2. Frau F. – Das Studium war unabhängig vom Glauben
4.3. Herr G. – Der Glaube muss hinterfragt werden
4.4. Frau S. – Die christlichen Werte als Lebenseinstellung
4.5. Zusammenfassende Auswertung
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Beweggründe und Erwartungen von angehenden Religionslehrkräften an ihr Studium und ihren späteren Beruf. Ziel der Forschungsarbeit ist es, auf Basis einer qualitativen Fallstudie zu analysieren, ob die Studienwahl primär auf dem Anspruch der Wissensvermittlung beruht oder ob tiefergehende, persönliche Motive und eine individuelle Glaubensbiografie dabei eine Rolle spielen.
- Studienmotivation von angehenden Religionslehrkräften
- Berufserwartungen und Selbstverständnis im Fach Religion
- Einfluss von religiöser Sozialisation und Lebensbiografie
- Reflexion des Lehrerhabitus im Kontext von Schule und Kirche
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
„Missionarisch wie Paulus, systematisch wie Thomas von Aquin und menschenfreundlich wie Maria Montessori“, so karikiert der katholische Theologe Anton Bucher das normative Erwartungsspektrum an Religionslehrer/-in deshalb zu Recht, weil die Ansprüche und Erwartungen an die Lehrkraft seitens der qualifizierenden (Staat, Kirche, Wissenschaft) und der berufsalltäglichen (Schüler/-innen, Schulleitung, Kollegium, Eltern) Referenzkontexte eine anstrengende und herausfordernde Aufgabe darstellen. Dennoch hat sich die Anzahl der Lehramtsstudierenden mit dem Fach Evangelische bzw. Katholische Theologie seit Mitte der 1990er Jahre um 2% erhöht. Immer mehr Menschen entscheiden sich für die Aufnahme des Theologiestudiums und somit für die Vermittlung christlicher Traditionen im schulischen Kontext.
Das vorliegende Studienprojekt soll sich im Kern mit den Studienmotivationen und Berufserwartungen von Religionslehrer/-innen beschäftigen. Primäres Interesse wird es sein, herauszufinden, welche Motive Studierende dazu veranlasst haben, das Studienfach Religion auszuwählen, und welchen Anspruch sie an sich selbst als zukünftige Religionslehrkräfte stellen. Um dies herauszufinden, wurde im Rahmen des Praxissemesters eine empirische Studie mit fertig ausgebildeten Religionslehrer/-innen durchgeführt. Bei dieser Untersuchung handelt sich um eine Fallstudie, sodass die daraus gewonnenen Ergebnisse nicht im allgemeinen Sinn auf alle Religionslehrkräfte übertragen werden können. Dennoch können die Resultate im Rahmen der Selbstreflexion durchaus für Religionslehramtsstudierende, Referendare und Religionslehrkräfte interessant sein. Auch für mich persönlich sind die Ergebnisse der Fallstudie deshalb von Bedeutung, da der von mir selbst erlebte schulische Religionsunterricht mit besonders positiven Erinnerungen verbunden ist. Bei den Religionslehrern/-innen meiner Schulzeit war die Leidenschaft für die Vermittlung christlicher Werte deutlich spürbar.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt das Forschungsinteresse vor, die Motivation zur Wahl des Theologiestudiums und die Erwartungen an den Beruf der Religionslehrkraft zu untersuchen.
2. Theoretischer Rahmen des Studienprojekts: Hier werden relevante Studien zu Motiven angehender Religionslehrkräfte sowie das religionspädagogische Habitus-Modell nach Ziebertz und Heil als theoretische Grundlage dargelegt.
3. Durchführung einer qualitativen Studie im Lernfeld Schule: Das Kapitel beschreibt das Forschungsdesign der Fallstudie, die Wahl leitfadengestützter Interviews als Erhebungsmethode sowie die Auswertung nach Mayring.
4. Ergebnisdarstellung der durchgeführten Interviews: In diesem Kapitel werden die vier Einzelfälle der interviewten Lehrkräfte detailliert skizziert und anschließend vergleichend ausgewertet.
5. Fazit: Das Kapitel resümiert die Ergebnisse der Arbeit und zieht den Schluss, dass eine Verbindung zwischen tiefergehenden Studienmotiven und der Berufszufriedenheit besteht.
Schlüsselwörter
Religionslehrkräfte, Studienmotivation, Berufserwartungen, Religionspädagogik, Habitus-Modell, religiöse Sozialisation, Glaubensbiografie, qualitative Sozialforschung, Fallstudie, Lehrerhabitus, Wertevermittlung, Glaubensvermittlung, Professionalisierung, Religionsunterricht, schulisches Handeln.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Forschungsarbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, welche Motive angehende Religionslehrer/-innen dazu bewegen, Theologie zu studieren, und welche Erwartungen sie an ihre spätere berufliche Tätigkeit stellen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Studienmotivation, der Einfluss der eigenen religiösen Sozialisation sowie die Frage nach dem Selbstverständnis von Lehrkräften zwischen gelebter und gelehrter Religion.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: „Kann man davon ausgehen, dass die Motive für die Aufnahme eines Religionsstudiums immer über den Anspruch der reinen Wissensvermittlung an Schülerinnen und Schüler hinausgehen?“
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wurde eine qualitative empirische Studie in Form von leitfadengestützten Einzelfallinterviews mit vier Religionslehrkräften durchgeführt, die mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit erläutert?
Neben dem theoretischen Hintergrund (Studien zum Thema und das Habitus-Modell nach Ziebertz und Heil) präsentiert der Hauptteil die Ergebnisse aus der Befragung der vier Lehrkräfte inklusive einer zusammenfassenden Auswertung.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Religionslehrkräfte, Studienmotivation, Habitus, Glaubensbiografie, Wertevermittlung und Professionalisierung.
Warum wurde das Habitus-Modell nach Ziebertz und Heil ausgewählt?
Dieses Modell dient als zentrales Analyseinstrument, um das komplexe professionelle Handeln von Religionslehrkräften in ihrem Arbeitsfeld (Schule/Kirche) besser verstehen und erfassen zu können.
Welche Rolle spielt die kritische Haltung gegenüber der Kirche bei den Befragten?
Die Studie zeigt, dass eine kritische Haltung gegenüber der Amtskirche bei allen befragten Lehrkräften vorhanden ist, was jedoch nicht notwendigerweise zu einem Abbruch der Motivation für den Religionsunterricht führt.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2018, Studienmotivation und Berufserwartungen von angehenden Religionslehrer/-innen. Eine qualitative Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1009714