Die Lernaufgabe "Wie bearbeiten und buchen wir Belege" ist eingebettet in die übergeordnete Lernsituation: "Wir bearbeiten und buchen Geschäftsfälle!". Die Schüler werden vor ein betriebswirtschaftliches Problem gestellt: Der Abteilungsleiter des Rechnungswesens legt den Schülern eine Eingangsrechnung vor, die sie bearbeiten und buchen müssen. Die Schüler strukturieren die Problemsituation, indem sie auf Grund ihrer Erfahrungen erste Schritte der Belegbearbeitung ableiten. Diese Schritte wenden die Schüler im Verlauf der Stunde praktisch an, indem sie weitere Belege in Partnerarbeit analysieren, vorkontieren sowie zeitlich und sachlich buchen. Notwendige Informationen zur Belegbearbeitung erarbeiten sich die Schüler selbständig mit Hilfe von Informationstexten.
Die Grundlage für die geplante Unterrichtsstunde bildet der ‚Rahmenlehrplan für den Ausbildungsberuf Kaufmann im Groß- und Außenhandel/Kauffrau im Groß- und Außenhandel‘. Das Unterrichtsthema leitet sich maßgeblich aus dem darin vorgesehenen Lernfeld 4 "Geschäftsprozesse als Werteströme erfassen, dokumentieren und auswerten" ab, welches im ersten Ausbildungsjahr mit einem Zeitrichtwert von 80 Stunden vorgesehen ist. Zusätzlich wurde der kompetenzorientierte Arbeitsplan der Berufsbildende Schule und das eingeführte Lehrbuch ‚Groß im Handel‘ herangezogen.
Inhaltsverzeichnis
1 Schulische und unterrichtliche Rahmenbedingungen
1.1 Verortung im Lehrplan
1.2 Lerngruppe und Lernvoraussetzungen
1.3 Didaktische Abschnittsplanung
2 Didaktische Entscheidungen und Entwicklung der Lernaufgabe
2.1 Analyse des Sachverhalts und didaktische Reduktion
2.2 Gestaltung der Lernaufgabe
3 Konzeptionelle Schwerpunktsetzung
3.1 Zielformulierung
3.2 Kompetenzen
4 Methodisch-didaktische Gestaltung der Lernhandlung
4.1 Einstieg und Motivation
4.2 Problemstrukturierung und Auftragsübergabe
4.3 Erarbeitung
4.4 Präsentation und Besprechung
4.5 Erarbeitung
4.6 Präsentation und Besprechung
4.7 Übung
4.8 Freiräume
5 Lernschleife
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Unterrichtseinheit für Auszubildende zum Kaufmann im Groß- und Außenhandel ist die praktische Befähigung zur ordnungsgemäßen Belegbearbeitung und buchhalterischen Erfassung von Geschäftsvorfällen im Rechnungswesen.
- Systematik der Belegprüfung und Kontierung
- Verknüpfung von Grundbuch und Hauptbuch
- Förderung der Handlungskompetenz durch authentische Lernsituationen
- Integration von Helfersystemen zur Binnendifferenzierung
- Praxisorientierte Anwendung buchhalterischer Grundlagen im Modellunternehmen
Auszug aus dem Buch
2.1 Analyse des Sachverhalts und didaktische Reduktion
Am Ende dieser Unterrichtseinheit sollen die Schüler in der Lage sein, externe Belege zu interpretieren, die zugrunde liegenden Geschäftsfälle zu verstehen und diese im Grund- und Hauptbuch (zeitlich und sachlich) zu buchen. Letztlich sollen sie die Auswirkungen der Geschäftsfälle auf die Vermögens- und Kapitalbestände der Pirma KG nachvollziehen können. Die Einführung in die Systematik der Buchführung erfolgte mit Hilfe der Bilanzmethode, so dass zu Beginn der geplanten Unterrichtseinheit daran Anschluss gefunden werden musste. Aus diesem Grund wurden Geschäftsfälle zunächst mit Hilfe des 4-Fragen-Modells erschlossen und danach in Buchungssätze überführt. Im nächsten Schritt soll das Arbeiten mit Belegen als Unterrichtsprinzip eingeführt werden. Die Lernsituation soll zudem das betriebswirtschaftliche Verständnis der Schüler fördern. Aus diesem Grund wird bspw. der Vergleich der Ist-Bestände (Inventur) mit den Buch-Beständen (Buchhaltung) am Ende dieser Unterrichtseinheit thematisiert.
Der fachliche Schwerpunkt der Stunde liegt auf der Bearbeitung und Buchung von Belegen. Die Schüler werden als Auszubildende der Pirma KG beauftragt, einen Stapel Belege selbständig zu bearbeiten. In der Praxis gilt der Grundsatz: „Keine Buchung ohne Beleg!“ Belege sind daher die Grundvoraussetzung für eine ordnungsgemäße Buchführung. Auch zur Gestaltung des Unterrichts ist das Arbeiten mit Belegen als Unterrichtsprinzip einzuführen, da es konkreter und praxisnäher ist. Die Schüler müssen den Ablauf der Belegbearbeitung zunächst praktisch durchführen, bevor der Ablauf im Rahmen der Ergebnissicherung schriftlich fixiert wird. Dazu müssen sie verschiedene externe Belege richtig interpretieren und mit Hilfe eines Kontierungsstempels vorkontieren und anschließend in zeitlicher Reihenfolge im Grundbuch festhalten. Da jedoch die chronologische Aufzeichnung im Grundbuch keinen Überblick über die Veränderungen der einzelnen Vermögens- und Kapitalposten ermöglicht, müssen alle Buchungen sachlich auf den entsprechenden Sachkonten des Hauptbuches von den Schülern erfasst werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Schulische und unterrichtliche Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel verortet das Unterrichtsthema im Lehrplan und analysiert die Lernvoraussetzungen sowie die didaktische Planung für die Klasse.
2 Didaktische Entscheidungen und Entwicklung der Lernaufgabe: Hier werden die fachlichen Schwerpunkte begründet und die didaktische Reduktion der Lernaufgabe für die Zielgruppe erläutert.
3 Konzeptionelle Schwerpunktsetzung: Dieses Kapitel definiert die angestrebten Lernziele sowie die zu fördernden Fach- und Sozialkompetenzen der Auszubildenden.
4 Methodisch-didaktische Gestaltung der Lernhandlung: Hier wird der detaillierte Ablauf der Unterrichtsstunde von der Einstiegsphase bis zu den Übungsphasen und Freiräumen beschrieben.
5 Lernschleife: Dieses Kapitel fasst den methodischen Ablauf der gesamten Lerneinheit visuell und zeitlich in einer Übersicht zusammen.
Schlüsselwörter
Belegbuchung, Rechnungswesen, Industriekaufleute, Großhandel, Buchführung, Grundbuch, Hauptbuch, Lernfeld 4, Kontierung, Buchungssatz, Geschäftsvorfälle, Betriebswirtschaftslehre, Belegorganisation, Helfersystem, Kompetenzorientierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit stellt einen Unterrichtsentwurf für das Fach Betriebswirtschaft an einer Berufsschule dar, der sich mit der praktischen Belegbearbeitung und Buchung für Auszubildende im ersten Lehrjahr befasst.
Was sind die zentralen Themenfelder der Lerneinheit?
Die Schwerpunkte liegen auf der ordnungsgemäßen Organisation der Belegbearbeitung, der rechnerischen und sachlichen Prüfung von Belegen sowie deren Erfassung im Grund- und Hauptbuch.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtseinheit?
Ziel ist es, dass die Schülerinnen und Schüler eigenständig Geschäftsfälle auf Basis von Belegen analysieren, vorkontieren und buchhalterisch korrekt in einem Modellunternehmen erfassen können.
Welche wissenschaftlichen oder didaktischen Methoden werden verwendet?
Es kommen handlungs- und problemorientierte Ansätze zum Einsatz, darunter Partnerarbeit, ein Helfersystem zur Binnendifferenzierung, Lehrgespräche und praxisnahe Simulationen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die didaktische Analyse, die Kompetenzformulierung und die konkrete methodische Gestaltung der Unterrichtsphasen inklusive der Lernschleife.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Belegbuchung, Rechnungswesen, Kompetenzorientierung, Buchungssatz und Betriebswirtschaftslehre charakterisieren.
Welche Rolle spielt das "Helfersystem" im Unterricht?
Das Helfersystem dient dazu, das unterschiedliche Leistungsniveau der Schüler aufgrund ihrer verschiedenen Vorbildung auszugleichen und kooperatives Lernen zu fördern.
Warum wird zwischen Grundbuch und Hauptbuch unterschieden?
Das Grundbuch dient der chronologischen Erfassung der Buchungen, während das Hauptbuch die sachliche Ordnung ermöglicht, um Veränderungen in den Vermögens- und Kapitalbeständen nachvollziehbar zu machen.
- Quote paper
- Caroline Süßmut (Author), 2013, Wie bearbeiten und buchen wir Belege? (BWL für die Berufsschule, Kaufleute im Groß- und Außenhandel, 1. Lehrjahr), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/997954