In dieser Hausarbeit wird untersucht, ob diese Unterrepräsentation von Frauen in Führungspositionen etwa auf mangelnde Kompetenzen oder eher gesellschaftliche Ressentiments bzw. Vorurteile zurückzuführen ist, wobei der Schwerpunkt auf Letzterem liegt. Daher ist die Hausarbeit so konzipiert, dass zunächst erklärt wird, was unter Vorurteilen zu verstehen ist und wie sie entstanden sind. In diesem Zusammenhang wird auch untersucht, was die Nachteile solcher Vorurteile sind, aber auch, ob sie mögliche Vorteile mit sich bringen.
Anschließend wird konkret auf geschlechterspezifische Vorurteile, deren Nachweisbarkeit sowie deren Folgen im Bezug zur Auswahl und Besetzung von Führungskräften eingegangen. Zur Veranschaulichung der Folgen werden drei Fallbeispiele dargestellt. Im Anschluss daran werden dann mögliche Maßnahmen zum Abbau geschlechterspezifischer Vorurteile dargestellt. Vor dem abschließenden Fazit und Ausblick erfolgt eine Diskussion über das Verfasste.
Im Jahre 2016 wurde eine gesetzliche Frauenquote für die Wirtschaft von Seiten der Politik eingeführt. Allerdings beschränkte sich diese auf nur 30% der Aufsichtsräte von 108 börsenorientierten Firmen. Dennoch stieß der Gesetzesentwurf damals auf viel Kritik und wurde entsprechend kontrovers diskutiert. Nach Inkrafttreten des Gesetzes stieg der Frauenanteil in Führungspositionen erwartungsgemäß an. Trotzdem sind Frauen in Führungspositionen weiterhin unterrepräsentiert obwohl es rund eine Millionen mehr Frauen als Männer hierzulande gibt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen Vorurteile
2.1 Begriffserklärung
2.2 Entstehung und Entwicklung
2.3 Vorteile
2.4 Nachteile
3. Darlegung und Nachweisbarkeit geschlechterspezifischer Vorurteile
3.1 Darlegung geschlechterspezifische Vorurteile
3.2 Nachweisbarkeit geschlechterspezifische Vorurteile
4. Folgen geschlechterspezifischer Vorurteile bei der Besetzung von Führungskräften
4.1 Fallbeispiele
5. Maßnahmen zum Abbau geschlechterspezifischer Vorurteile
5.1 Persönlichkeitstheoretische Konzepte
5.2 Kognitionstheoretische Konzepte
5.3 Einstellungstheoretische Konzepte
5.4 Lerntheoretische Konzepte
5.5 Sozial- kognitiv Intergruppen- Konzepte
6. Diskussion
7. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, ob die Unterrepräsentation von Frauen in Führungspositionen primär auf mangelnde Kompetenzen oder auf gesellschaftliche Vorurteile und Ressentiments zurückzuführen ist. Ziel ist es, die Entstehung, Nachweisbarkeit und Auswirkungen dieser Vorurteile aufzuzeigen sowie wissenschaftlich fundierte Interventionsansätze zu deren Abbau zu diskutieren.
- Grundlagen und Entstehung von Vorurteilen und Stereotypen
- Empirische Einordnung geschlechterspezifischer Vorurteile im beruflichen Kontext
- Analyse der Folgen für die Besetzung von Führungspositionen
- Darstellung von Fallbeispielen zur Verdeutlichung der Problematik
- Evaluation verschiedener psychologischer Konzepte zum Abbau von Vorurteilen
Auszug aus dem Buch
4.1 Fallbeispiele
Im Folgenden werden drei der im Kapitel 3.1 dargestellten Vorurteile gegenüber berufstätigen Frauen anhand dreier fiktiver Fallbeispiele veranschaulicht. Die Fallbeispiele zeigen konkret und praktisch die Auswirkungen der jeweiligen geschlechterspezifischen Vorurteile bei der Besetzung von Führungspositionen.
Das erste Fallbeispiel handelt von einem Bewerbungsgespräch auf ein Posten im mittleren Management Bereich. Die Bewerberin Frauke wird von dem Chef persönlich empfangen und interviewt. In diesem Beispiel wird besonders das Vorurteil „Frauen legen weniger Wert auf Disziplin und Ordnung als Männer“ thematisiert.
Frauke betritt den Raum, in dem bereits der Chef auf sie wartet. Aufgrund der Aufregung war sie vor dem Gespräch noch kurz auf der Toilette und kam eine halbe Minute später in den Raum, als zeitlich vorgesehen. Kurz nachdem Frauke den Raum betrat und sich wegen der minimalen Verspätung entschuldigte, kommentierte dies der Chef damit, dass es ja nichts neues sei, dass Frauen es nicht mit der Pünktlichkeit haben. Frauke ist der Kommentar sichtlich unangenehm, da sie ja den bestmöglichen Eindruck hinterlassen möchte und sich lange auf das Gespräch vorbereitet hat.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Unterrepräsentation von Frauen in Führungspositionen ein und stellt die Forschungsfrage nach der Rolle von Vorurteilen.
2. Theoretische Grundlagen Vorurteile: Es werden die Definitionen, Entstehungsprozesse sowie die psychologischen Vor- und Nachteile von Vorurteilen erläutert.
3. Darlegung und Nachweisbarkeit geschlechterspezifischer Vorurteile: Dieses Kapitel veranschaulicht gängige Vorurteile gegenüber berufstätigen Frauen und setzt sich kritisch mit deren empirischer Haltbarkeit auseinander.
4. Folgen geschlechterspezifischer Vorurteile bei der Besetzung von Führungskräften: Es wird analysiert, wie sich Vorurteile negativ auf Bewerbungsprozesse und Karrierechancen von Frauen auswirken, unterstützt durch konkrete Fallbeispiele.
5. Maßnahmen zum Abbau geschlechterspezifischer Vorurteile: Es werden diverse theoretische Ansätze, wie Persönlichkeits-, kognitions- und einstellungstheoretische Konzepte, zur Reduktion von Vorurteilen vorgestellt.
6. Diskussion: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Arbeit kritisch, insbesondere im Hinblick auf Definitionen, Ursache-Wirkungs-Prinzipien und die Effektivität von Interventionsmaßnahmen.
7. Fazit und Ausblick: Diese Zusammenfassung resümiert die Bedeutung von Vorurteilen für die Unterrepräsentation von Frauen und fordert eine verstärkte wissenschaftliche und gesellschaftliche Auseinandersetzung.
Schlüsselwörter
Vorurteile, Geschlechterstereotype, Führungspositionen, Glass-Ceiling, Unterrepräsentation, Berufsleben, Rolleninkongruenz, Diskriminierung, Selbstwertsteigerung, Interventionsmaßnahmen, Kontaktintervention, Personalmanagement, Psychologie, Genderforschung, Leistungsgerechtigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit untersucht den Einfluss von geschlechterspezifischen Vorurteilen auf die Besetzung von Führungspositionen und ob diese für die Unterrepräsentation von Frauen verantwortlich gemacht werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den zentralen Themen gehören die psychologischen Grundlagen von Vorurteilen, deren spezifische Ausprägung im beruflichen Kontext und verschiedene Strategien zu deren wissenschaftlich fundierten Abbau.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu klären, ob die Unterrepräsentation von Frauen auf mangelnde Kompetenzen oder auf gesellschaftliche Vorurteile zurückzuführen ist, wobei der Fokus auf Letzterem liegt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die bestehende Literatur, psychologische Theorien und fiktive Fallbeispiele nutzt, um die Auswirkungen von Stereotypen in der Wirtschaft zu erläutern.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die Darlegung und Widerlegung von Vorurteilen, die Analyse von Folgen für weibliche Führungskräfte sowie die Vorstellung verschiedener Interventionskonzepte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Vorurteile, Geschlechterstereotype, Führungspositionen, das Phänomen Glass-Ceiling und verschiedene psychologische Interventionsstrategien.
Was besagt das "Vorurteil der Rolleninkongruenz"?
Dieses Vorurteil geht davon aus, dass nur Männer die für Führungspositionen notwendigen Eigenschaften besitzen, während weibliche Attribute wie Wärme oder Empathie als nicht führungsrelevant eingestuft werden.
Welche Bedeutung haben die Fallbeispiele im vierten Kapitel?
Die fiktiven Fallbeispiele dienen dazu, die abstrakten Folgen von Vorurteilen – wie die Benachteiligung bei der Personalauswahl oder mangelnde Akzeptanz am Arbeitsplatz – lebensnah und praktisch zu verdeutlichen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Frauen in Führungspositionen. Auswirkungen geschlechterspezifischer Vorurteile bei der Besetzung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/992327