Im Rahmen der vorliegenden Arbeit soll untersucht werden, ob und ggf. in welchem Umfang die Türkei in der Lage ist, insbesondere die wirtschaftlichen Anforderungen eines EU-Beitritts zu erfüllen. Nach der nunmehr historischen Einordnung des Status quo werde ich mich den Beitrittskriterien zuwenden, die der Europäische Rat von Kopenhagen 1993 formuliert hat und mögliche Problembereiche für die Türkei benennen. Hiernach gehe ich zunächst ausführlich auf die makroökonomische Entwicklung der Türkei in den letzten Jahren ein und fahre mit der Analyse und Bewertung des türkischen Finanzsektors sowie der Landwirtschaft fort. Abschließend werde ich die beiderseitige Bedeutung der Beziehungen zwischen EU und Türkei skizzieren und mich einigen Gedanken zur möglichen Weiterentwicklung widmen.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Historische Einordnung
- 2. Die Kopenhagener Kriterien eines EU-Beitritts
- 2.1. Politische Kriterien
- 2.2. Die Übernahme des Acquis Communautaire
- 2.3. Wirtschaftliche Kriterien
- 2.3.1. Funktionsfähige Marktwirtschaft
- 2.3.2. Wettbewerbsfähigkeit im europäischen Vergleich
- 2.4. Sonstige Voraussetzungen
- 3. Die makroökonomische Entwicklung
- 3.1. Inflation
- 3.1.1. Entwicklung
- 3.1.2. Auswirkungen
- 3.1.3. Ursachen und Lösungsansätze
- 3.2. Der öffentliche Haushalt
- 3.2.1. Entwicklung
- 3.2.2. Auswirkungen
- 3.2.3. Ursachen und Lösungsansätze
- 3.3. Außenwirtschaft und Wechselkurspolitik
- 3.3.1. Entwicklung und Problembereiche des Außenhandels
- 3.3.2. Wechselkurspolitik im Wandel
- 3.3.3. Ein Lösungsansatz für das wechselkurspolitische Dilemma
- 3.4. Wirtschaftswachstum und Einkommensverteilung
- 3.4.1. Entwicklung und Entstehung des BIP
- 3.4.2. Das Problem der Einkommensverteilung
- 3.4.3. Ursachen und Lösungsansätze
- 3.1. Inflation
- 4. Darstellung und Analyse ausgewählter Wirtschaftszweige
- 4.1. Bedeutung und Problembereiche der Landwirtschaft
- 4.2. Der türkische Bankensektor und die Finanzkrise 2001
- 5. Die Vollendung einer historischen Mission?
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die wirtschaftlichen Voraussetzungen eines EU-Beitritts der Türkei. Im Mittelpunkt der Analyse stehen die Kopenhagener Kriterien, die makroökonomische Entwicklung und die Darstellung ausgewählter Wirtschaftszweige.
- Analyse der wirtschaftlichen Kriterien für den EU-Beitritt
- Bewertung der makroökonomischen Entwicklung der Türkei
- Beurteilung der Wettbewerbsfähigkeit der türkischen Wirtschaft
- Untersuchung der Herausforderungen in ausgewählten Wirtschaftszweigen
- Erarbeitung eines Gesamtbildes über die ökonomischen Herausforderungen im Kontext eines EU-Beitritts
Zusammenfassung der Kapitel
- Kapitel 1 stellt die historischen Beziehungen zwischen der Türkei und der EU dar und beleuchtet die verschiedenen Phasen der Annäherung, beginnend mit dem ersten Antrag auf Vollmitgliedschaft bis hin zum zweiten Antrag im Jahr 1987.
- Kapitel 2 erläutert die Kopenhagener Kriterien für einen EU-Beitritt, wobei die Schwerpunkte auf den politischen und wirtschaftlichen Kriterien sowie der Übernahme des Acquis Communautaire liegen.
- Kapitel 3 untersucht die makroökonomische Entwicklung der Türkei, inklusive der Entwicklung der Inflation, des öffentlichen Haushalts, der Außenwirtschaft und des Wirtschaftswachstums. Es analysiert auch die Herausforderungen im Bereich der Einkommensverteilung.
- Kapitel 4 widmet sich der Darstellung und Analyse ausgewählter Wirtschaftszweige, insbesondere der Landwirtschaft und des türkischen Bankensektors im Kontext der Finanzkrise 2001.
- Kapitel 5 beleuchtet die Frage, ob ein EU-Beitritt der Türkei die Vollendung einer historischen Mission darstellen könnte, ohne die spezifischen Argumente und Schlussfolgerungen zu verraten.
Schlüsselwörter
EU-Beitritt, Türkei, Kopenhagener Kriterien, makroökonomische Entwicklung, Wirtschaftswachstum, Inflation, öffentlicher Haushalt, Außenwirtschaft, Wechselkurspolitik, Einkommensverteilung, Landwirtschaft, Bankensektor, Finanzkrise 2001, historische Mission.
Häufig gestellte Fragen
Was sind die Kopenhagener Kriterien für einen EU-Beitritt?
Die 1993 festgelegten Kriterien umfassen politische Stabilität (Demokratie, Rechtsstaatlichkeit), eine funktionsfähige Marktwirtschaft sowie die Fähigkeit, den Verpflichtungen der EU-Mitgliedschaft (Acquis Communautaire) nachzukommen.
Welche wirtschaftlichen Herausforderungen hat die Türkei aktuell?
Zentrale Probleme sind die hohe Inflation, Defizite im öffentlichen Haushalt, die Volatilität der Währung sowie eine ungleiche Einkommensverteilung.
Wie wettbewerbsfähig ist die türkische Wirtschaft im EU-Vergleich?
Während Industrie und Dienstleistungen Fortschritte machen, bleibt die Landwirtschaft ein Sorgenkind mit strukturellen Problemen und hohem Reformbedarf, um dem EU-Wettbewerbsdruck standzuhalten.
Was war die Bedeutung der türkischen Finanzkrise 2001?
Die Krise führte zu einer grundlegenden Umgestaltung des Bankensektors und strengeren makroökonomischen Auflagen, die für die Annäherung an EU-Standards unerlässlich waren.
Warum ist die Übernahme des Acquis Communautaire so schwierig?
Der Acquis umfasst tausende Rechtsakte der EU, die vollständig in nationales Recht überführt werden müssen, was enorme administrative und juristische Anpassungen in der Türkei erfordert.
- Citation du texte
- Stefan Franke (Auteur), 2002, Die Türkei auf dem Weg nach Europa - Die wirtschaftlichen Anforderungen eines EU-Beitritts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9897