Die zunehmenden Schäden des deutschen Waldes wurden öffentlichkeitswirksam erstmals in den 1970er Jahren festgestellt und erwuchsen sich in dem darauffolgenden Jahrzehnt zu einem gesamtgesellschaftlichen Politikum der Bundesrepublik Deutschland. Auch in den Medien war das „Waldsterben“ allgegenwärtig, allen voran im Spiegel mit seiner dreiteiligen Reihe „Schwefelhaltige Niederschläge vergiften Wälder, Atemluft und Nahrung“ von 1981. Im Fokus der Seminararbeit soll folglich stehen, wie die Printmedien, vertreten durch die Zeitschrift „Spiegel“, mit diesem Thema umgingen. Genauer genommen, soll ergründet werden inwieweit sie den öffentlichen Diskurs formten. Dazu sollen zunächst, in kürzerem Umfang, Ursprung und Verlauf des „Waldsterbens“ in der Bundesrepublik erörtert werden. Den Hauptteil wird die Untersuchung der Artikelreihe des „Spiegel“ bilden. Hierbei soll vor allem die Darstellung der Thematik untersucht werden. Abschließend wird noch ein Ausblick darauf gegeben, ob das von dem „Spiegel“ gezeichnete Bild ein Ausreißer im Vergleich zu den anderen Quellen darstellte, oder ob eher ein Konsens in der damaligen Medienlandschaft bestand.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Das ,,Waldsterben“ in Westdeutschland
- Ursprung
- Verlauf
- Das ,,Waldsterben“ in den Medien
- Der „Spiegel“ und die Entdeckung des „Waldsterbens“
- Darstellung der Thematik in der Zeitschrift
- Das Bild vom „,Waldsterben“ in anderen Quellen
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Seminararbeit befasst sich mit der Frage, wie die Printmedien, insbesondere die Zeitschrift „Spiegel“, den Diskurs um das vermeintliche „Waldsterben“ in der Bundesrepublik Deutschland der 1980er Jahre beeinflussten.
- Die Entstehung und Entwicklung des „Waldsterbens“ in Westdeutschland.
- Die Rolle des „Spiegel“ bei der öffentlichen Wahrnehmung des Problems.
- Die Darstellung des „Waldsterbens“ in der „Spiegel“-Reihe „Schwefelhaltige Niederschläge vergiften Wälder, Atemluft und Nahrung“ von 1981.
- Der Vergleich der „Spiegel“-Darstellung mit anderen Medienquellen.
- Der Einfluss der Medien auf den politischen Diskurs und die Entscheidungsfindung.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt den Fokus der Arbeit auf die Rolle der Printmedien im Diskurs um das „Waldsterben“ in der Bundesrepublik Deutschland in den 1980er Jahren dar. Sie erläutert, warum der „Spiegel“ im Mittelpunkt der Analyse steht und skizziert den Aufbau der Arbeit.
Das zweite Kapitel beleuchtet den Ursprung und Verlauf des „Waldsterbens“ in Westdeutschland. Hierbei werden die ersten Beobachtungen von Waldschäden in den 1970er Jahren und die sich entwickelnde wissenschaftliche Diskussion über die Ursachen des „Waldsterbens“ dargestellt. Auch die politischen Reaktionen auf das Problem, wie die Einsetzung von Expertengremien und die Entwicklung von Maßnahmen zur Luftreinhaltung, werden erläutert.
Das dritte Kapitel konzentriert sich auf die Darstellung des „Waldsterbens“ in den Medien, insbesondere im „Spiegel“. Es untersucht, inwieweit die „Spiegel“-Reihe „Schwefelhaltige Niederschläge vergiften Wälder, Atemluft und Nahrung“ von 1981 die öffentliche Wahrnehmung des „Waldsterbens“ beeinflusste. Außerdem wird der Vergleich der „Spiegel“-Darstellung mit anderen Medienquellen analysiert, um einen umfassenden Überblick über die mediale Berichterstattung zum Thema zu gewinnen.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit den zentralen Begriffen des „Waldsterbens“, der medialen Einflussnahme, dem politischen Diskurs, dem „Spiegel“, der Umweltverschmutzung, dem sauren Regen und der wissenschaftlichen Debatte. Die Forschungsarbeit betrachtet die Interaktion zwischen Medien, Wissenschaft und Politik im Kontext des „Waldsterbens“ der 1980er Jahre und analysiert den Einfluss der Printmedien auf die gesellschaftliche Wahrnehmung und die Entscheidungsfindung in diesem Bereich.
Häufig gestellte Fragen
Welche Rolle spielte die Zeitschrift „Spiegel“ beim Thema Waldsterben?
Der „Spiegel“ war maßgeblich an der öffentlichen Wahrnehmung beteiligt, insbesondere durch die dreiteilige Artikelreihe von 1981, die behauptete, dass schwefelhaltige Niederschläge Wälder, Atemluft und Nahrung vergiften.
Wann wurde das Waldsterben in Deutschland zum Politikum?
Erste Schäden wurden bereits in den 1970er Jahren festgestellt, doch erst in den 1980er Jahren entwickelte sich das Thema zu einem zentralen gesamtgesellschaftlichen Politikum in der Bundesrepublik Deutschland.
Was waren die vermeintlichen Ursachen für das Waldsterben laut damaligem Diskurs?
Im medialen und politischen Fokus standen vor allem die allgemeine Umweltverschmutzung und der sogenannte „saure Regen“, verursacht durch industrielle Emissionen.
War die Darstellung im „Spiegel“ ein medialer Einzelfall?
Die Seminararbeit untersucht, ob das vom „Spiegel“ gezeichnete Bild ein Ausreißer war oder ob ein Konsens in der damaligen Medienlandschaft bezüglich der Bedrohungslage bestand.
Welchen Einfluss hatten die Printmedien auf die Politik?
Die Medien formten den öffentlichen Diskurs so stark, dass die Politik mit Maßnahmen zur Luftreinhaltung und der Einsetzung von Expertengremien auf den gesellschaftlichen Druck reagieren musste.
Was ist das Ziel dieser Seminararbeit?
Das Ziel ist es, die Interaktion zwischen Medien, Wissenschaft und Politik zu analysieren und zu ergründen, inwieweit die Presse die gesellschaftliche Wahrnehmung ökologischer Krisen steuerte.
- Quote paper
- Tom Reichelt (Author), 2020, Massenmedien im Diskurs um das vermeintliche Waldsterben in der Bundesrepublik Deutschland der 1980er Jahre, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/988738