Die Theaterautorin Sarah Kane war eine kontroverse Vertreterin des britischen In-Yer-Face Theaters der 1990er Jahre. In der Arbeit wird ihr erstes Stück Blasted (Zerbombt) auf Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern hin untersucht. Dabei soll die Diskursanalyse Michel Foulcaults als Grundlage dienen, die Verstrickung von Diskurs und Macht und die Auswirkungen dessen auf Sexualität und Gender offenzulegen.
Im ersten Teil dieser Arbeit soll die Diskurstheorie Foucaults erläutert werden. Dabei wird zunächst die Problematik der literarischen Analyse im Foucaultschen Sinne der Ausgangspunkt sein. Daran schließt sich eine Erörterung der Zusammenhänge von Sexualität und Geschlecht, Wissen, Macht und Diskurs. Im dritten Teil der theoretischen Abhandlung wird auf die Verbindung der Theorie Foucaults und des Bereiches der Gender Studies näher eingegangen. In diesem Kontext soll auch der Bereich der Feminist Studies unter Bezugnahme auf Foucaultsche Aspekte beleuchtet werden und die Grundlage für mein weiteres Vorgehen darstellen.
Zu seinen Ausführungen über das Subjekt betont Foucault, dass Individuen nicht selbstbestimmend und frei handeln, sondern eingebunden in den Machtbeziehungen, sich „diskursgetreu“ verhalten. Dies schließt alle repressionshypothetischen Ansätze aus, bei denen die Frau als beherrscht und der Mann als herrschend dargestellt wird. Die Verschiebung der Konzentration auf die Frau als unterdrücktes Glied der Gesellschaft hin zu einer tiefer liegenden Unterdrückungsinstanz, die Frau und Mann zum Opfer werden lässt, dient als Überleitung zum nächsten Punkt der theoretischen Eingrenzung meiner Arbeit. Ausgehend von der Infragestellung des Subjekts und des damit eigenbestimmten menschlichen Handelns wird man direkt zum Britischen Drama der Nachkriegszeit geführt.
Inhaltsverzeichnis
- I. Einleitung
- II. Zur theoretischen Grundlage
- 1. Das Problem der Literaturanalyse in Anlehnung an Foucault
- 2. Grundlagen der Philosophie Foucaults
- 2.1 Diskurse und ihre Bedingungsfelder
- 2.1.1 Diskurs
- 2.1.2 Diskurs und Macht
- 2.1.3 Subversion des Diskurses
- 3. Sexueller Diskurs und Gender Studies
- 4. Zusammenfassung
- III. Synthese der theoretischen Konzepte am Beispiel von Sarah Kanes Blasted
- 1. Die Subversion von Verboten - Das Ende des Tabus
- 2. Die Grenzen der Vernunft - Die Darstellung des Wahnsinns
- 3. Die Grenzen der Wahrheit - Traum und Fantasie
- 4. Die Verflechtung von Institutionen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit dem Problem der Geschlechterrollenzuweisung (Gendering) in den Dramen Sarah Kanes. Sie untersucht, wie die Werke Kanes Aspekte der Geschlechterrollenzuweisung in einem Kontext von Macht, Wissen und Diskurs darstellen, wobei die Diskurstheorie von Michel Foucault als theoretischer Rahmen dient.
- Die Problematik der Literaturanalyse im Foucaultschen Sinne
- Die Verknüpfung von Sexualität, Geschlecht, Wissen, Macht und Diskurs
- Die Subversion von Verboten und die Darstellung des Wahnsinns in Sarah Kanes Dramen
- Die Grenzen der Wahrheit und die Konstruktion von Geschlechterrollen im Kontext von Medien und Militär
- Die Bedeutung des in-yer-face Theaters für die Darstellung geschlechterspezifischen Verhaltens
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die grundlegende Problematik der Arbeit dar und erläutert den Fokus auf die Geschlechterrollenzuweisung in den Werken Sarah Kanes im Kontext der Diskurstheorie von Michel Foucault. Kapitel II behandelt die theoretische Grundlage der Arbeit. Es werden zunächst die Problematik der Literaturanalyse im Foucaultschen Sinne, die Zusammenhänge von Sexualität, Geschlecht, Wissen, Macht und Diskurs sowie die Verbindung der Theorie Foucaults mit Gender Studies beleuchtet. Kapitel III untersucht die Synthese der theoretischen Konzepte anhand des Dramas Blasted (1995) von Sarah Kane. Es werden dabei die Themenbereiche Subversion von Verboten, Grenzen der Vernunft, Grenzen der Wahrheit sowie die Verflechtung von Institutionen behandelt.
Schlüsselwörter
Die Arbeit konzentriert sich auf die Themenbereiche Gendering, Diskurstheorie, Michel Foucault, Sarah Kane, Blasted, in-yer-face Theater, Sexualität, Wissen, Macht, Subversion, Wahrheit, Wahnsinn, Institutionen, Medien, Militär.
- Arbeit zitieren
- Kerstin Bommersbach (Autor:in), 2003, Zum Problem der Geschlechterrollenzuweisung (Gendering) in den Dramen von Sarah Kanes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/984054