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Förderung von Schüler*innen mit Migrationshintergrund. Sprachsensibler Mathematikunterricht in der Grundschule

Title: Förderung von Schüler*innen mit Migrationshintergrund. Sprachsensibler Mathematikunterricht in der Grundschule

Bachelor Thesis , 2020 , 45 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Bernadette Lenzenhuber (Author)

Pedagogy - Intercultural Pedagogy
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Wie geht man als Lehrkraft im Unterricht mit Schüler*innen um, die einen Migrationshintergrund aufweisen, Deutsch als Zweitsprache lernen und deshalb Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache haben? Welche Wege gibt es, diesen sprachlichen Hürden im Unterricht zu begegnen? Kann man der großen sprachlichen Diskrepanz der Schüler*innen als Lehrkraft gerecht werden? Diese Fragen ergeben sich, wenn man sich tiefergehend mit dem Thema der Heterogenität aufgrund von Migration auseinandersetzt und die Auswirkungen der Migration auf den Schulalltag und insbesondere auf die Sprache betrachtet.

Durch den Status als Einwanderungsland und der Flüchtlingskrise in den vergangenen Jahren ist die Anzahl an Schüler*innen mit Migrationshintergrund in Deutschland erheblich gestiegen. Dies kann nicht nur im Deutsch- sondern auch im Fachunterricht zu erheblichen Schwierigkeiten, sowohl für die Schüler*innen an sich als auch für die Planung und Organisation der Lehrkräfte, führen. Durch internationale Vergleichsstudien wurde bereits bewiesen, dass sich Deutschland mit den Auswirkungen der Migration in der Schule in den vergangenen Jahren nur unzureichend beschäftigt hat. Sowohl die PISA- als auch die IGLU-Studie bestätigen einen Mangel an sprachlichen Kompetenzen von Schüler*innen an deutschen Schulen. Es besteht in allen Bereichen Förderbedarf. Auch die Mathematikdidaktik ist sich ihrer Rolle in der Sprachbildung in den letzten Jahren zunehmend bewusster geworden. Während zu Beginn das Erlernen sprachlicher Kompetenzen dem Deutschunterricht zugeschrieben wurde, ist mittlerweile klar, dass auch der Mathematikunterricht hohe sprachliche Anforderungen an die Schüler*innen stellt und deshalb die Entwicklung der Fachsprache gezielt gefördert werden muss. Der Mathematikunterricht trägt somit ebenfalls seinen Teil zur sprachlichen Bildung an deutschen Grundschulen bei.

Aufgrund der aktuell viel diskutierten Thematik werde ich mich in der folgenden Arbeit mit diesem Thema auseinandersetzen und bei meiner Forschung der Frage nachgehen: Wie können Schüler*innen mit Migrationshintergrund durch sprachsensiblen Mathematikunterricht in der Grundschule gefördert werden?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Auswirkung von Migration auf das deutsche Schulsystem

2.1 Begriffserklärung „Migrationshintergrund“

2.2 Geschichtliche Aspekte der Migration in Deutschland

2.3 Die Bevölkerungsstruktur in Deutschland

2.4 Die Situation an deutschen (Grund-) Schulen

3 Aufgaben und Ziele des Grundschulunterrichts

4 Sprache im Mathematikunterricht

4.1 Die Entwicklung der Sprache im Mathematikunterricht

4.2 Die Rolle der Sprache im Mathematikunterricht

4.3 Sprache im Bildungsplan

4.4 Von der Alltags- zur Fachsprache

4.5 Sprachliche Schwierigkeiten bei Schüler*innen mit Migrationshintergrund

5 Umsetzung von sprachsensiblem Mathematikunterricht

5.1 Begriffserklärung „Sprachsensibler Mathematikunterricht“

5.2 Voraussetzungen und Grundlagen für sprachsensiblen Unterricht

5.3 Aufgabenübergreifende Fördermöglichkeiten

5.3.1 Die Lehrkraft als sprachliches Vorbild

5.3.2 Forschermittel

5.3.3 Wortspeicher

5.3.4 Scaffolding

5.4 Aufgabengebundene Fördermöglichkeiten

5.4.1 Von der Aufgabe zur Beschreibung und Begründung

5.4.2 Von der Beschreibung zur Aufgabe

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Schüler*innen mit Migrationshintergrund im Mathematikunterricht der Grundschule durch gezielte sprachsensible Fördermaßnahmen unterstützt werden können, um ihre Bildungschancen zu verbessern und fachsprachliche Kompetenzen zu entwickeln.

  • Bedeutung der Sprache als Lerngegenstand, Lernmedium und Lernvoraussetzung im Mathematikunterricht.
  • Analyse sprachlicher Hürden für Schüler*innen mit Migrationshintergrund.
  • Konkrete aufgabenübergreifende Ansätze wie Scaffolding, Forschermittel und der Einsatz von Wortspeichern.
  • Gestaltung aufgabengebundener Förderformate zur aktiven Sprachproduktion und Fachsprachaneignung.
  • Rolle der Lehrkraft als sprachliches Vorbild und Diagnoseinstanz.

Auszug aus dem Buch

4.5 Sprachliche Schwierigkeiten bei Schüler*innen mit Migrationshintergrund

Wie bereits herausgearbeitet, hat die Sprache im schulischen Alltag eine bedeutsame Rolle und ist auch aus dem Fachunterricht nicht mehr wegzudenken. Dass besonders Schüler*innen mit Migrationshintergrund, die Deutsch als Zweitsprache lernen, von sprachlichen Schwierigkeiten und Hürden betroffen sind, hat sich dabei ebenfalls abgezeichnet (Paetsch, Felbrich, & Stanat, 2015, S. 19).

Sprachliche Schwierigkeiten von Schüler*innen haben unterschiedliche Gründe. Bei Schüler*innen mit Migrationshintergrund ist beispielsweise zu unterscheiden, ob die Schüler*innen selbst zugewandert sind oder ob die Schüler*innen in Deutschland geboren wurden und nur die Eltern aus einem anderen Land stammen. Ein Hauptpunkt für sprachliche Schwierigkeiten bei Schüler*innen, die multilingual aufwachsen, ist jedoch die Wechselwirkung zwischen der Erstsprache, die teilweise auch zuhause gesprochen wird, und der Zweitsprache (Schmitman Pothmann, 2007, S. 93). Der Bericht IQB-Bildungstrend 2018, in dem Schüler*innen in der Sekundarstufe befragt werden, unterstützt die Vermutung, dass Schüler*innen mit Migrationshintergrund im Mathematikunterricht deshalb ein geringeres Kompetenzwissen haben, als Schüler*innen ohne Migrationshintergrund (Henschel, et al., 2019, S. 317). Am stärksten betroffen sind Schüler*innen, die selbst zugewandert sind und aus einem anderen Land stammen, somit also noch keine Erfahrungen mit der deutschen Sprache gemacht haben (ebd., S. 302).

Schwierigkeiten im Fach Mathematik lassen sich häufig auf sprachliche Schwierigkeiten zurückführen und hängen hauptsächlich vom sozioökonomischen Status der Familie ab. Dieser ist maßgeblich für die Herausbildung einer Lesekompetenz bei den Schüler*innen verantwortlich und hat deshalb Einfluss auf die mathematischen Leistungen (Schmitman Pothmann, 2007, S. 90). Aber auch das Bildungsniveau der Eltern und die zuhause gesprochene Sprache machen bei den Kompetenzunterschieden der Schüler*innen einen großen Teil aus und sind deshalb nicht zu vernachlässigen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Herausforderungen von Schüler*innen mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem und leitet die zentrale Forschungsfrage zur Förderung durch sprachsensiblen Mathematikunterricht her.

2 Die Auswirkung von Migration auf das deutsche Schulsystem: Dieses Kapitel definiert den Migrationshintergrund, betrachtet geschichtliche Hintergründe und beleuchtet die aktuelle Situation sowie die daraus resultierenden Anforderungen an deutsche (Grund-) Schulen.

3 Aufgaben und Ziele des Grundschulunterrichts: Hier werden die allgemeinen Bildungsziele der Grundschule erörtert und aufgezeigt, wie familiäre Einflüsse und Lernpotenzial in Wechselwirkung zur pädagogischen Arbeit stehen.

4 Sprache im Mathematikunterricht: Dieses Kapitel analysiert die Entwicklung und Bedeutung der Sprache im Fach Mathematik, unterteilt diese in verschiedene Rollen und diskutiert den Übergang von Alltags- zur Fachsprache.

5 Umsetzung von sprachsensiblem Mathematikunterricht: Der Hauptteil erläutert theoretische Grundlagen der Sprachsensibilität und stellt konkrete, sowohl aufgabenübergreifende als auch aufgabengebundene Fördermöglichkeiten für die Praxis vor.

6 Fazit: Das Fazit fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen, bewertet die Rolle der Lehrkraft bei der Diagnose und Förderung und hebt die Chancen sprachsensiblen Unterrichts für die Bildungsgerechtigkeit hervor.

Schlüsselwörter

Sprachsensibler Mathematikunterricht, Migration, Migrationshintergrund, Sprachförderung, Fachsprache, Scaffolding, Grundschule, Bildungsgerechtigkeit, Wortspeicher, Forschermittel, mathematische Kompetenzen, Diagnose, Unterrichtsplanung, Heterogenität, Bildungssprache.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Unterstützung von Grundschulkindern mit Migrationshintergrund im Mathematikunterricht durch den gezielten Einsatz sprachsensibler Lehr- und Lernmethoden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Rolle der Sprache als Medium des Lernens, die Analyse sprachlicher Barrieren sowie die Darstellung verschiedener methodischer Ansätze zur Sprachbildung im Fachunterricht.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, wie Schüler*innen mit Migrationshintergrund durch sprachsensible Gestaltung des Mathematikunterrichts in der Grundschule effektiv gefördert werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit der aktuellen fachdidaktischen Literatur, ergänzt durch die Analyse von Unterrichtsbeispielen und Fallstudien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden nach einer theoretischen Fundierung konkrete Förderinstrumente wie Scaffolding, der Einsatz von Forschermitteln, Wortspeichern und die gezielte Gestaltung von Aufgabenformaten vorgestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind unter anderem Sprachsensibler Mathematikunterricht, Sprachförderung, Scaffolding, Bildungssprache und Migration.

Wie unterscheidet sich Alltagssprache von Fachsprache im Mathematikunterricht?

Die Alltagssprache ist oft ungenau und kontextgebunden, während die mathematische Fachsprache präzise Fachbegriffe und komplexe Satzstrukturen erfordert, deren Verständnis essenziell für den Lernerfolg ist.

Welche Rolle spielt die Lehrkraft bei der Sprachförderung?

Die Lehrkraft fungiert als sprachliches Vorbild, diagnostiziert individuelle Sprachstände der Schüler*innen und gestaltet Lernumgebungen, die sowohl sprachliche als auch fachliche Kompetenzen integrieren.

Warum ist das "Rechenhaus-Puzzle" ein gutes Beispiel für Sprachförderung?

Das Puzzle verknüpft mathematische Strukturen mit sprachlichen Anforderungen, indem es Schüler*innen dazu anregt, Muster zu beschreiben und Fachbegriffe in einem vorgegebenen Gerüst anzuwenden.

Warum ist eine Diagnose des Sprachstands für Lehrkräfte so wichtig?

Nur durch die Diagnose können Lehrkräfte den individuellen Förderbedarf erkennen und passgenaue Lernangebote erstellen, um die Schüler*innen dort abzuholen, wo sie in ihrer sprachlichen Entwicklung stehen.

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Details

Title
Förderung von Schüler*innen mit Migrationshintergrund. Sprachsensibler Mathematikunterricht in der Grundschule
College
University of Education Freiburg im Breisgau  (Institut für Mathematische Bildung)
Grade
1,0
Author
Bernadette Lenzenhuber (Author)
Publication Year
2020
Pages
45
Catalog Number
V976027
ISBN (eBook)
9783346325419
ISBN (Book)
9783346325426
Language
German
Tags
Mathematik sprachsensibel sprachsensibler Mathematikunterricht Förderung Grundschule Migrationshintergrund
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bernadette Lenzenhuber (Author), 2020, Förderung von Schüler*innen mit Migrationshintergrund. Sprachsensibler Mathematikunterricht in der Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/976027
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