Eine der wohl größten Erfindungen, die zur Erweiterung des Kommunikationsbegriffes zu dem der Massenkommunikation führte, fand um das Jahr 1450 statt. Zu jener Zeit erfand Johannes Gensfleisch zur Laden, der Menschheit bis heute wohl besser als Johannes Gutenberg bekannt, die Kupfermatrize, mit der die massenhafte Herstellung von maßgerechten Einzellettern ermöglicht wurde. Diese praktische Erfindung, die von da an zum Buchdruck genutzt wurde, ist als ein Meilenstein in der Geschichte der Massenkommunikation anzusehen - man bemerke, daß bereits 30 Jahre später gedruckte Bücher mit einer Auflagenstärke von bis zu 1000 Stück erschienen sind. Ergänzt wurde dieser Bereich der Kommunikation durch spätere Erfindungen, wie z.B. die Fotografie, das Telefon oder das Fernsehen. Jede dieser Erfindungen bringt neue Kommunikationsstrukturen mit sich, die im Rahmen der Kommunikationswissenschaft analysiert werden. Die in dieser Wissenschaft entwickelten Kommunikationstheorien beinhalten u.a. die Abgrenzung der Massenkommunikation von der interpersonalen Kommunikation.
In dem im Jahre 1963 erschienenen Buch "Psychologie der Massenkommunikation" ist es Gerhard Maletzke, damals als wissenschaftlicher Referent am Hans-Bredow-Institut tätig, der mit seinem Werk einen Grundstein für die Massenkommunikationsforschung in Deutschland legte. Er war es, der das Feldschema entwickelte, welches insbesondere soziologischen und psychologischen Variablen Aufmerksamkeit schenkt und den Massenkommunikationsprozeß als eine ganzheitliche Struktur innerhalb eines sozialen Feldes darstellt.
Maletzkes Werk wurde unter der Aufgabenstellung "Kommunikation und Massenkommunikation" im Seminar am 15.12.1998 einführend vorgestellt, um es als Grundlage für eine Beschäftigung mit diesem komplexen Thema verwenden zu können. In dieser schriftlichen Ausarbeitung des Referats sollen wesentliche Begriffsbedeutungen zum Thema dargestellt werden, denen Erläuterungen zum Feldschema folgen. Weiterhin soll ein problemorientierter Diskurs Fragen zu Maletzkes Thematik unter heutigen Bedingungen nachgehen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Die Begriffe Kommunikation und Massenkommunikation
- Die Arten der Kommunikation
- Die Merkmale der Massenkommunikation
- Der Begriff Masse
- Der Begriff Medium
- Die Lasswell-Formel
- Das Feldschema
- Die Feldfaktoren und das Schema
- Die Erläuterung des Feldschemas
- Problemorientierter Diskurs
- Schwachpunkte des Feldschemas Maletzkes
- Massenkommunikation heute
- Die Neuen Medien
- Abschluẞ
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit setzt sich zum Ziel, die grundlegenden Begriffe und Konzepte der Kommunikationswissenschaft, insbesondere im Hinblick auf Massenkommunikation, zu erläutern. Dabei wird das Feldschema von Gerhard Maletzke als zentrales Modell für die Analyse des Massenkommunikationsprozesses vorgestellt und kritisch betrachtet.
- Definition und Abgrenzung der Begriffe Kommunikation und Massenkommunikation
- Analyse der Merkmale von Massenkommunikation
- Das Feldschema von Maletzke und seine Bedeutung für die Massenkommunikationsforschung
- Kritik an Maletzkes Modell und seine Relevanz im Kontext der heutigen Medienlandschaft
- Der Einfluss neuer Medien auf den Massenkommunikationsprozess
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Massenkommunikation ein und beleuchtet die historische Entwicklung des Begriffs im Kontext der technischen Innovationen. Sie stellt den Fokus auf das Werk von Gerhard Maletzke und sein Feldschema als zentrale Grundlage für die Arbeit.
- Die Begriffe Kommunikation und Massenkommunikation: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Kommunikation und Massenkommunikation und unterscheidet verschiedene Arten der Kommunikation. Es analysiert die Merkmale von Massenkommunikation, insbesondere die Rolle der Masse und der Medien.
- Das Feldschema: Hier wird das Feldschema von Maletzke ausführlich vorgestellt und seine Bestandteile sowie deren Zusammenspiel erläutert. Es geht um die Analyse der Faktoren, die den Massenkommunikationsprozess beeinflussen, und wie diese im Feldschema dargestellt werden.
- Problemorientierter Diskurs: Dieses Kapitel diskutiert kritische Punkte des Feldschemas und analysiert seine Relevanz im Kontext der heutigen Medienlandschaft. Besonders der Einfluss der "Neuen Medien" auf den Massenkommunikationsprozess wird betrachtet.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit zentralen Begriffen der Kommunikationswissenschaft, darunter Massenkommunikation, Medien, Masse, Feldschema, Interdependenz, Feedback, neue Medien, und Kommunikationstheorien. Sie analysiert die Entwicklung und die Funktionsweise der Massenkommunikation im Kontext der Entwicklung neuer Medien und beleuchtet die theoretischen Modelle der Massenkommunikationsforschung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Kommunikation und Massenkommunikation?
Massenkommunikation unterscheidet sich von interpersonaler Kommunikation durch die Nutzung technischer Medien zur Verbreitung von Aussagen an ein disperses Publikum (die Masse).
Welche Bedeutung hat Gerhard Maletzke für die Kommunikationswissenschaft?
Maletzke legte 1963 mit seinem Werk "Psychologie der Massenkommunikation" und dem darin entwickelten Feldschema einen Grundstein für die Forschung in Deutschland.
Was beschreibt das Feldschema von Maletzke?
Es stellt den Massenkommunikationsprozess als ganzheitliche Struktur in einem sozialen Feld dar und berücksichtigt psychologische sowie soziologische Variablen bei Kommunikator, Medium und Rezipient.
Was ist die Lasswell-Formel?
Die Formel lautet: „Who says what in which channel to whom with what effect?“ Sie dient zur systematischen Analyse von Kommunikationsprozessen.
Welchen Einfluss haben die "Neuen Medien" auf Maletzkes Theorie?
Die Arbeit diskutiert Schwachpunkte des Feldschemas unter heutigen Bedingungen, da neue Medien die Grenze zwischen Kommunikator und Rezipient aufweichen (z.B. durch direktes Feedback).
Welche historische Erfindung war entscheidend für die Massenkommunikation?
Die Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern durch Johannes Gutenberg um 1450 gilt als technischer Meilenstein für die Entstehung der Massenkommunikation.
- Quote paper
- Anne-Kristin Vintz (Author), 1999, Kommunikation und Massenkommunikation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9686