Was bedeutet es, wirklich frei zu sein? Tauchen Sie ein in das Leben und das bahnbrechende Werk von Jean-Paul Sartre, dem Gallionsfigur des Existentialismus, dessen Ideen die Welt des 20. Jahrhunderts revolutionierten. Diese fesselnde Biografie ergründet Sartres Werdegang, von seiner intellektuellen Formung in Paris über seine Erfahrungen als Lehrer und Kriegsgefangener bis hin zu seinem Engagement im französischen Widerstand. Entdecken Sie die zentralen Konzepte seiner Philosophie – Freiheit, Entwurf, Situation und Verantwortung –, die er nicht nur in seinem Hauptwerk „Das Sein und das Nichts“ darlegte, sondern auch in seinen eindringlichen Romanen und Theaterstücken zum Leben erweckte. Erfahren Sie, wie Sartre, beeinflusst von Denkern wie Hegel, Heidegger und Jaspers, die menschliche Existenz radikal neu interpretierte und den Einzelnen mit der oft überwältigenden Last der Wahlfreiheit konfrontierte. Analysiert werden seine Schlüsselwerke, darunter der Roman „Der Ekel“, der die Erfahrung der existenziellen Grundlosigkeit und die damit einhergehende Freiheit aufzeigt. Diese Biografie beleuchtet Sartres politische Überzeugungen, sein Verhältnis zum Sozialismus und Kommunismus sowie seine Rolle als Journalist und Herausgeber der einflussreichen Zeitschrift „Les Temps Modernes“. Verfolgen Sie seinen Werdegang von einem sensiblen, von Ängsten geplagten Intellektuellen zu einem engagierten Denker, der die Nachkriegszeit maßgeblich prägte. Ergründen Sie, wie die Umstände des Zweiten Weltkriegs und die deutsche Besatzung Frankreichs Sartres philosophische Entwicklung beeinflussten und seine Überzeugung von der Notwendigkeit persönlicher Entscheidung und Verantwortung in extremen Situationen verstärkten. Diese umfassende Darstellung von Sartres Leben und Werk bietet einen tiefen Einblick in das Denken eines der bedeutendsten Philosophen des 20. Jahrhunderts und dessen bleibende Relevanz für die Fragen der menschlichen Existenz, Freiheit und Verantwortung in unserer heutigen Zeit. Eine unverzichtbare Lektüre für alle, die sich mit den großen Fragen des Lebens auseinandersetzen und die Ursprünge des modernen Existentialismus verstehen wollen. Lassen Sie sich von Sartres Gedanken herausfordern und inspirieren, um die eigene Freiheit zu erkennen und die Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Ein Muss für Philosophen, Literaturinteressierte und alle, die nach Antworten auf die existenziellen Fragen suchen.
Jean Paul Sartre - Leben und Werk
Sartre wurde am 21. Juni 1905 in Paris geboren. Er studierte in Paris und La Rochelle und erhielt 1929 sein Diplom für Philosophie. Er wirkte dann als Gymnasiallehrer in Le Havre, wurde 1939 zum Militär einberufen, aber schon ein Jahr darauf von den Deutschen gefangengenommen. Er wurde nach seiner Freilassung im März 1941 Professor am Lycée Condorcet in Paris. Sartre hat seine Lehre, die er selbst „Existentialismus“ nannte, nicht nur in philosophischen Werken, sondern noch weitaus wirksamer in ausgezeichneten Romanen, Dramen und Kritiken dargelegt. Sartre erreichte damit eine große Breitenwirkung, er war nämlich außerdem noch Journalist und Herausgeber der wichtigsten französischen philosophischen Zeitung : Les temps modernes (Seit 1945).
Er ist in seiner Philosophie, wie er selbst zugibt, von Hegel, Heidegger und Jaspers abhängig. Er erreicht darum an eigentlicher Schöpferkraft nicht mehr seine Vorgänger, überragt sie aber alle an dichterischer Begabung. Sartre sagt von sich selbst, dass er stets von sehr zarter Gesundheit gewesen sei, dass er oft und lange krank war, dass er nahezu krankhaft empfindlich sei, dass er eine überaus rege Phantasie habe und darum der Angst in starkem Maße ausgesetzt sei. Er habe sich schon als Kind vor dem Einschlafen selbst gruselige Geschichten erzählt, bis er endlich vor Müdigkeit einschlief. Sartre verrät in seinen Werken ein starkes politisches Interesse und zeigt darin ein „Liebeswerben“ für die Sozialisten und Kommunisten. Er hat sich in der Gestalt des „Hugo“ der „Schmutzigen Hände“ selbst gezeichnet : als einen Intellektuellen der alten Bürgerklasse, der sich doktrinär (von einer Lehre besessen und dabei die Wirklichkeit ü bersehend) zum Kommunismus bekennt, aber trotzdem nicht recht ernst genommen wird. Sartre starb am 15. April 1980 in Paris.
Sartres philosophisches Hauptwerk heißt „Das Sein und das Nichts“; es ist das Grundbuch der spezifischen französischen Form des Existentialismus. Wichtige Grundbegriffe für den Existentialismus sind : Freiheit, Entwurf, Situation und Verantwortung. Sie werden im letzten Teil des Werkes ausgeführt, wo Sartre über Haben, Machen und das Sein als Grundkategorien der menschlichen Wirklichkeit schreibt.
„Die erste Bedingung der Tätigkeit ist die Freiheit “, heißt es gleich am Anfang des Abschnitts. Das intensive Bewußtsein der menschlichen Freiheit ist Sartres Grundlage für seine Philosophie. Freiheit nicht nur als Voraussetzung des Handelns, sondern des eigenen Seins selbst. „Personsein“ heißt sich ständig überschreiten, sich ständig wählen, sich auf der Basis eines grundlegenden Entwurfs ständig neu zu entwerfen : „Das freie Sichentwerfen ist grundlegend, denn es ist mein Sein. [...] der grundlegende Entwurf, der ich bin, ist ein Entwurf, der nicht meine Zusammenhänge mit diesem oder jenem besonderen Gegenstand der Welt betrifft, sondern mein In-der-Welt-Sein als Ganzheit [...]. Ich erwähle mich fortwährend [...]weil wir ganz und gar Wählen und Handeln sind [...].“ Das heißt nicht, dass ich tun und lassen kann, was ich will. Überall treffe ich auf Umstände und Hindernisse, die mich beschränken : meine Familie, mein Geld, die für das Abitur notwendige Punktzahl, das Schicksal meines Volkes usw. Sartre nennt dieses Aufeinanderprallen „ die Situation “. Jede Situation ist ein Konflikt zwischen mir und einem Hindernis. Aber Sartre besteht darauf : es gibt kein „objektives“ Hindernis. Es liegt immer am Einzelnen selbst, ob er es für überwindbar oder unüberwindbar hält. „Wir fangen an, das Paradoxe der Freiheit zu erkennen : es gibt Freiheit nur in Situation, und es gibt Situation nur in Freiheit.“ Sartre zeigt das an einem extremen Beispiel. Sicherlich bin ich ohne meinen Willen geboren worden. Was aber meine Geburt/mein Leben für mich bedeutet, muss ich jederzeit selbst entscheiden. So wähle ich in gewissem Sinne, geboren zu sein.
Wenn ich mir meiner Freiheit bewußt bin, übernehme ich auch ganz die Verantwortung für mein Tun. Es gibt keine Entschuldigung mehr - „denn selbst für meinen Wunsch, der Verantwortung zu entfliehen, bin ich verantwortlich.“ So zeigt sich die andere Seite der Freiheit. Sie bedeutet zugleich eine ungeheure Last, vor der wir uns gerne in die Unwahrhaftigkeit flüchten. Sartre spitzt das zu in dem berühmten Satz : „Der Mensch ist verurteilt, frei zu sein.“ In seinen Erzählungen und Stücken hat Sartre diese Situation dichterisch gestaltet. Beispielhaft ist der frühe Roman „Der Ekel“ (1938). Er erzählt von einem jungen Mann, der die Erfahrung der Grundlosigkeit seiner Existenz macht. In dieser Erfahrung geht ihm zugleich seine Freiheit auf.
Häufig gestellte Fragen
Wer war Jean Paul Sartre?
Jean Paul Sartre war ein französischer Philosoph, Schriftsteller, Journalist und Herausgeber. Er wurde am 21. Juni 1905 in Paris geboren und starb dort am 15. April 1980.
Was hat Sartre studiert?
Sartre studierte in Paris und La Rochelle und erhielt 1929 sein Diplom für Philosophie.
Was war Sartres Beruf?
Sartre arbeitete als Gymnasiallehrer und später als Professor am Lycée Condorcet in Paris. Außerdem war er Journalist und Herausgeber der Zeitschrift "Les temps modernes".
Welche philosophischen Einflüsse hatte Sartre?
Sartre war von Hegel, Heidegger und Jaspers beeinflusst.
Was ist Existentialismus?
Existentialismus ist die philosophische Lehre, die Sartre vertrat. Zentrale Begriffe sind Freiheit, Entwurf, Situation und Verantwortung.
Was ist Sartres philosophisches Hauptwerk?
Sartres philosophisches Hauptwerk ist "Das Sein und das Nichts".
Welche Schlüsselbegriffe sind im Existentialismus wichtig?
Die wichtigsten Grundbegriffe des Existentialismus sind Freiheit, Entwurf, Situation und Verantwortung.
Was bedeutet Freiheit im Existentialismus nach Sartre?
Freiheit ist die Grundlage für Sartres Philosophie. Sie ist nicht nur Voraussetzung des Handelns, sondern des eigenen Seins selbst. Personsein bedeutet sich ständig überschreiten und neu zu entwerfen.
Was versteht Sartre unter "Entwurf"?
Der Entwurf ist das freie Sichentwerfen des Menschen, das grundlegend für sein Sein ist. Er betrifft das In-der-Welt-Sein als Ganzheit.
Was bedeutet "Situation" bei Sartre?
Die Situation ist das Aufeinanderprallen von Umständen und Hindernissen, die den Einzelnen beschränken. Jede Situation ist ein Konflikt zwischen dem Individuum und einem Hindernis.
Was bedeutet "Verantwortung" im Existentialismus Sartres?
Wenn man sich seiner Freiheit bewusst ist, übernimmt man die Verantwortung für sein Tun. Es gibt keine Entschuldigung mehr, selbst für den Wunsch, der Verantwortung zu entfliehen, ist man verantwortlich.
Welche Rolle spielte der Zweite Weltkrieg für den Existentialismus?
Die Umstände des Zweiten Weltkriegs forderten von jedem die persönliche Entscheidung, ob er sich als passives Opfer oder als Mitglied des französischen Widerstandes wählen will. Sartre selbst arbeitete aktiv in der Widerstandsbewegung mit.
- Arbeit zitieren
- Lutz Drallé (Autor:in), 1999, Jean Paul Sartre - Leben und Werk, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/95894