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Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg. Ein historischer Überblick

Titel: Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg. Ein historischer Überblick

Ausarbeitung , 2019 , 10 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Natascha Kühnemund (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nachkriegszeit, Kalter Krieg
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit geht es um die Zeit der Vertreibung und Flucht nach dem Zweiten Weltkrieg aus Deutschland. Konkret wird dabei auf die Gründe und die historischen und gesellschaftlichen Umstände eingegangen.

Um zu verstehen, wie es zu der Flucht und den Vertreibungen der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg kam, muss man sich zunächst in Erinnerung rufen, was in den vorangehenden Jahren in Europa geschah. In Folge des von den Nationalsozialisten propagierten rassenbiologisch begründeten Kampfes um den Lebensraum im Osten, gab es „eine der größten Umsiedlungs-, Emigrations- und Vertreibungswellen“ in der Geschichte Europas. Offiziell sprach Adolf Hitler in seiner Funktion als Reichskanzler zum ersten Mal „am 3. Februar 1933 vor Offizieren der Reichswehr […] über die Gewinnung von „Lebensraum im Osten“ und dessen Germanisierung“. Ab dem Jahr 1941 wurde diese Lebensraumideologie im Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion verwirklicht. Besonders hervorzuheben ist hier der 15. Juli 1941. An diesem Tag wurde die erste Fassung des sogenannten Generalplan Ost vorgelegt. In Auftrag gegeben wurde dieser von Heinrich Himmler in seiner Funktion als Leiter des „Reichskommissariats für die Festigung des deutschen Volkstums“ und sah die Vertreibung von über 30 Millionen Einheimischen aus dem Osten vor, um das Gebiet anschließend mit Deutschen zu besiedeln. In den letzten Kriegsmonaten und vor allem nach der bedingungslosen Kapitulation im Mai 1945 schlug diese Ostbewegung in eine Westbewegung um.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die drei Phasen der Vertreibung

3. Die Potsdamer Konferenz

4. Die Ankunft in den Besatzungszonen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Ausarbeitung analysiert die historischen Hintergründe, die Phasen sowie die gesellschaftliche und politische Integration von Flüchtlingen und Vertriebenen in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg unter Berücksichtigung der Potsdamer Beschlüsse.

  • Ursachen und ideologische Hintergründe von Flucht und Vertreibung
  • Phasenmodell der Flucht- und Vertreibungsbewegungen
  • Relevanz des Potsdamer Abkommens für die Grenzziehung und Bevölkerungsbewegung
  • Herausforderungen bei der Aufnahme in den Besatzungszonen
  • Sozioökonomische Integration der Heimatvertriebenen in der Nachkriegszeit

Auszug aus dem Buch

Die drei Phasen der Vertreibung

Während dieser Westbewegung mussten Millionen Deutsche aus ihrer Heimat fliehen. Diese Flucht- beziehungsweise Vertreibungsbewegung kann in drei Phasen eingeteilt werden. Die erste Phase spielt sich bereits während der letzten Kriegsmonaten ab. Als Beginn kann man den Zeitpunkt des Massakers von Nemmersdorf nennen, welches sich um den 21. Oktober 1944 abspielte. Dieses Dorf wurde zunächst von den Deutschen im Laufe des Krieges erobert, bevor es dann Ende Oktober 1944 von der Roten Armee zurückerobert wurde. Dabei wurden die dort anwesenden Deutschen getötet. Diese Tatsache verwendete die Nazi-Propaganda, um den Deutschen zu zeigen, wie rücksichtslos und gewalttätig die Rote Armee vorging. Dadurch brach Panik unter der deutschen Bevölkerung aus und sie flüchteten vor den vorrückenden Sowjets. Dabei starben hunderttausende Menschen durch Kälte, Entkräftung, durch die Hände von nichtdeutschen Zivilisten oder weil sie schlichtweg von der Front überrollt wurden.

Anschließend folgten nach Kriegsende die sogenannten „wilden Vertreibungen“, welche die zweite Phase darstellen. Sie spielten sich vor allem in Polen und der Tschechoslowakei ab. Ab dem 20. Juni 1945 gab es Anordnungen zur Durchführung von Razzien sowie zur „freiwilligen Ausreise“. Dieser Begriff trügt, da die deutsche Bevölkerung durch Schikane, Misshandlungen, unzureichende Lebensmittelzufuhr und vielen anderen Aktionen regelrecht dazu gezwungen wurde die Territorien zu verlassen. Dabei wurden die Menschen unorganisiert und zu Fuß aus den nichtdeutschen Territorien vertrieben. Insgesamt wurden dabei circa 900.000 Deutsche aus den beiden Machtgebieten vertrieben. Mit dieser zweiten Phase wollten die Regierungen bereits vor Beginn der Grenzverhandlungen „unumkehrbare Fakten schaffen“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die nationalsozialistische Ideologie von „Lebensraum im Osten“ als grundlegende Ursache für die späteren Flucht- und Vertreibungsbewegungen.

2. Die drei Phasen der Vertreibung: Hier wird der Prozess der Vertreibung in drei zeitliche Phasen unterteilt, die von den Ereignissen kurz vor Kriegsende bis zu den organisierten Aktionen nach dem Krieg reichen.

3. Die Potsdamer Konferenz: Dieses Kapitel analysiert die völkerrechtlichen Rahmenbedingungen des Potsdamer Abkommens und dessen Auswirkungen auf die Grenzverschiebungen und Bevölkerungsverschiebungen.

4. Die Ankunft in den Besatzungszonen: Hier werden die massiven Herausforderungen bei der Ankunft der Flüchtlinge, die soziale Integration und die wirtschaftliche Eingliederung in das zerstörte Nachkriegsdeutschland thematisiert.

Schlüsselwörter

Flucht, Vertreibung, Zweiter Weltkrieg, Besatzungszonen, Potsdam, Nationalsozialismus, Umsiedlung, Integration, Nachkriegszeit, Heimatvertriebene, Grenzverschiebung, Rote Armee, Lastenausgleichsgesetz, Besatzungsmächte, Bevölkerungsbewegung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit den historischen Abläufen von Flucht und Vertreibung der deutschen Bevölkerung gegen Ende und unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf den Phasen der Flucht, der politischen Entscheidungsebene durch die Potsdamer Konferenz und den Problemen der Aufnahme in den deutschen Besatzungszonen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die systematischen Zusammenhänge zwischen den nationalsozialistischen Verbrechen, den Konsequenzen für die deutsche Zivilbevölkerung und der darauf folgenden politischen Neuordnung Europas aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung primär- und sekundärwissenschaftlicher Fachliteratur sowie offiziellen Abkommen basiert.

Was umfasst der inhaltliche Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Vertreibungsphasen, die Analyse der völkerrechtlichen Beschlüsse von Potsdam sowie die Untersuchung der sozialen und wirtschaftlichen Integration der Vertriebenen.

Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument?

Wesentliche Begriffe sind Vertreibung, Potsdamer Abkommen, Besatzungszonen, Integration und Heimatverlust.

Welche Rolle spielte die Nazi-Propaganda für die Fluchtbewegungen?

Sie schürte gezielt Panik vor der Roten Armee, um die Bevölkerung zur Flucht vor den vorrückenden sowjetischen Truppen zu bewegen.

Warum war die Integration der Vertriebenen in den 1950er Jahren besonders schwierig?

Aufgrund der massiven Zerstörungen der Städte, der Nahrungsmittelknappheit und der anfänglichen Ablehnung durch die einheimische Bevölkerung war die Eingliederung eine enorme sozioökonomische Herausforderung.

Was waren die sogenannten „wilden Vertreibungen“?

Dies bezeichnet die zweite Phase der Vertreibung unmittelbar nach Kriegsende, in der es durch Razzien und Misshandlungen zu unkontrollierten Fluchtbewegungen aus Polen und der Tschechoslowakei kam.

Welche Bedeutung hatte das Potsdamer Abkommen für die Grenzfragen?

Es legte neue Staatsgrenzen fest, legitimierte Gebietsabtretungen und schuf die Grundlage für den Transfer deutscher Bevölkerungsteile in die verbleibenden Zonen.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg. Ein historischer Überblick
Hochschule
Université Catholique de Lille  (Deutsche Studien)
Note
1,0
Autor
Natascha Kühnemund (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
10
Katalognummer
V957887
ISBN (eBook)
9783346310859
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zweiter Weltkrieg Flucht und Vertreibung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Natascha Kühnemund (Autor:in), 2019, Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg. Ein historischer Überblick, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/957887
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Leseprobe aus  10  Seiten
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