In dieser Arbeit stellen sich unter anderem die Fragen: Wann verändert sich eine Gesellschaft? Welche Ereignisse führen zu einer gesellschaftlichen Veränderung? Wie können diese Veränderungen tatsächlich festgestellt werden?
Das Genre der Zeitdiagnosen bzw. der Gesellschaftsdiagnosen versucht Teile dieser Fragen zu beantworten. Dabei beschreibt BOGNER Zeitdiagnosen wie folgt: „Der Begriff der Zeitdiagnose verweist auf eine Zeit, in der die Gesellschaft im soziologischen Sinne noch gar nicht der ausgewiesene Bezugspunkt der Analyse war.“ Die Frage, wann und wie eine Gesellschaft analysiert werden kann, ist dabei ebenso spannend wie komplex.
Gesellschaften unterliegen einem ständigen Wandlungsprozess. Ein anschauliches historisches Beispiel wäre zum Beispiel die Gesellschaft während der industriellen Revolution. Sie ist nicht vergleichbar mit der heutigen Gesellschaft. Dieser Wandlungsprozess ist in der heutigen Zeit spürbarer denn je. Denn wer hätte gedacht, dass in einem liberalen, demokratischen Land wie Deutschland wochenlange Ausgangssperren möglich wären. Die Veränderung gesellschaftlicher Strukturen unterliegen verschiedener Einflussfaktoren. Aus dem Beispielen gehen dabei zwei Faktoren hervor. Zum einen sehen wir eine komplette andere wirtschaftliche Ausgangslage und unterschiedliche Arbeitsplatzbedingungen zwischen der industriellen Gesellschaft und der heutigen Gesellschaft. Zum anderen kann ein Umweltfaktor wie eine Virus-Epidemie bzw. Pandemie zu einer kompletten (wenn auch temporären?) Umwälzung einer Gesellschaft führen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Vorüberlegungen/Fragestellung
- Hypothese
- HAUPTTEIL: ANALYSE
- Abgrenzung: Gesellschaftsdiagnose, Gesellschaftstheorie
- Die deutsche Gesellschaft vor der Corona-Krise
- Die deutsche Gesellschaft während der Corona-Krise
- Die deutsche Gesellschaft nach der Corona-Krise
- Szenario 1: Die veränderte deutsche Gesellschaft (Post-Corona-Gesellschaft)
- Szenario 2: Die unveränderte deutsche Gesellschaft
- Kritische Betrachtung von Gesellschaftsdiagnosen
- FAZIT
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Seminararbeit analysiert die Auswirkungen der Corona-Krise auf die deutsche Gesellschaft und untersucht, ob diese ein Epochenbruch darstellt. Sie nimmt eine Gesellschaftsdiagnose vor, die die deutschen Gesellschaften vor, während und nach der Krise beleuchtet. Die Arbeit konzentriert sich auf die Veränderungen in gesellschaftlichen Strukturen, insbesondere auf die Rolle der Individualleistung, sowie auf die Auswirkungen der Pandemie auf das Zusammenleben.
- Die deutsche Gesellschaft im Wandel: Analyse der Veränderungsprozesse vor, während und nach der Corona-Krise
- Bewertung der Corona-Krise als Epochenbruch: Untersuchung der Auswirkungen auf gesellschaftliche Strukturen und das individuelle Leben
- Die Rolle der Individualleistung in der modernen Gesellschaft: Analyse der Transformation im Kontext der Corona-Krise
- Die Bedeutung von Gesellschaftsdiagnosen: Reflexion der methodischen Ansätze und der Herausforderungen bei der Analyse gesellschaftlicher Entwicklungen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung erläutert den Begriff der empirischen Sozialforschung und stellt den gesellschaftlichen Wandel in den Mittelpunkt der Betrachtung. Die Arbeit geht der Frage nach, welche Ereignisse zu einer Veränderung der Gesellschaft führen und wie diese Veränderungen festgestellt werden können. Die Fragestellung der Arbeit ist die Bewertung der Corona-Krise als Epochenbruch, die als eine "paralysierte Individualleistungsgesellschaft" interpretiert wird.
Der Hauptteil analysiert die deutsche Gesellschaft in drei Abschnitten: vor, während und nach der Corona-Krise. Er untersucht die spezifischen Herausforderungen und Veränderungen, die durch die Pandemie ausgelöst wurden. Dieser Teil befasst sich mit verschiedenen Szenarien für die Zukunft der deutschen Gesellschaft, sowohl mit einer veränderten (Post-Corona-Gesellschaft) als auch mit einer unveränderten Gesellschaft. Der Hauptteil beleuchtet zudem die unterschiedlichen Perspektiven auf die Gesellschaft, indem er Gesellschaftsdiagnose und Gesellschaftstheorie voneinander abgrenzt.
Schlüsselwörter
Corona-Krise, Gesellschaftsdiagnose, Epochenbruch, Individualleistung, deutsche Gesellschaft, Post-Corona-Gesellschaft, Sozialforschung, empirische Methoden, Pandemie, Zeitdiagnosen, soziologische Analyse.
Häufig gestellte Fragen
Ist die Corona-Krise ein Epochenbruch für die Gesellschaft?
Die Arbeit untersucht diese Hypothese und analysiert, ob die Pandemie zu einer dauerhaften Umwälzung gesellschaftlicher Strukturen führt.
Was ist eine „paralysierte Individualleistungsgesellschaft“?
Dieser Begriff beschreibt den Zustand einer Gesellschaft, in der das Streben nach individueller Leistung durch externe Krisenfaktoren wie die Pandemie gehemmt wird.
Was unterscheidet Zeitdiagnosen von Gesellschaftstheorien?
Zeitdiagnosen fokussieren auf die Analyse aktueller Zustände und Wandlungsprozesse, oft ohne den abstrakten Rahmen einer Gesamttheorie.
Wie veränderte sich die deutsche Gesellschaft während der Krise?
Die Analyse betrachtet den Wandel von liberalen Freiheiten hin zu staatlichen Eingriffen wie Ausgangssperren und deren soziale Folgen.
Welche Szenarien gibt es für die Post-Corona-Gesellschaft?
Die Arbeit diskutiert zwei Szenarien: Eine nachhaltig veränderte Gesellschaft gegenüber einer Rückkehr zu alten Strukturen.
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- Markus Lex (Author), 2020, Zeitdiagnose von Covid-19 als Epochenbruch. Der Wandel zur paralysierten Individualleistungsgesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/953221