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Der Stalinkult in der SBZ/DDR. Wie wurde der Personenkult mit Hilfe von Massenmedien umgesetzt?

Titel: Der Stalinkult in der SBZ/DDR. Wie wurde der Personenkult mit Hilfe von Massenmedien umgesetzt?

Hausarbeit , 2019 , 17 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nachkriegszeit, Kalter Krieg
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit stellt sich die Frage, wie der Personenkult um Stalin, insbesondere in der SBZ/DDR, aussah. Wie ist es möglich, ein Volk davon zu überzeugen, dass ein Gewaltherrscher ein Segen für das Land und das Volk sei? Wieso wurde Stalin nicht nur bewundert, sondern geradezu religiös verehrt? Im Rahmen dieser Seminararbeit soll anhand einschlägiger Beispiele herausgearbeitet werden, wie auch in der SBZ/DDR die Umsetzung des Personenkults mit Hilfe der Kontrolle und des geschickten Einsetzens von Massenmedien erfolgte und warum es quasi unmöglich war, dem Stalinkult nicht zu erliegen. Besonders exemplarisch lässt sich das anhand des 70. Geburtstages des Diktators untersuchen, der rund um den 21. Dezember 1949 ausgiebig gefeiert wurde. Hierzu soll das Rundfunkprogramm der SBZ/DDR, das anlässlich seines 70. Geburtstages ausgestrahlt wurde, untersucht und vertiefend ein Geburtstagslied zu Ehren Stalins – ebenfalls zu seinem 70. Geburtstag veröffentlicht – genauer betrachtet werden.
Nachweise für eine kultische Verehrung lebender Personen finden sich bereits in der Antike – zum Beispiel im Rahmen des Kaiserkults – und reichen bis in die heutige Zeit. Besonders für Diktaturen bietet der Personenkult die Möglichkeit der Herrschaftslegitimierung und wird zu diesem Zwecke geschickt als Mittel der Propaganda genutzt. Auch und vor allem Josef W. Stalin, der ab dem Ende der 1920er Jahre als kommunistischer Diktator der Sowjetunion gefeiert und verehrt wurde und teilweise durchaus noch verehrt wird, ist für den Kult um seine Person bekannt. „Er übersteigerte alle bis dahin bekannten Muster der Herrscher-Idolatrie“ und gilt da-her geradezu als der Inbegriff des Personenkults des 20. Jahrhunderts. Auch in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ), die als Ursprung der 1949 gegründeten DDR gilt, entwickelte sich „ein maßloser Kult“ um die Person Stalins, der auch hier als Staatsoberhaupt galt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen

2.1 Der Personenkult – Bedeutung und Funktion

2.2 Josef W. Stalin – Vom Schuhmachersohn zum gottgleichen Führer

3. Der 70. Geburtstag des Sowjet-Führers als propagandistisches Schauspiel

3.1 Das Rundfunkprogramm der SBZ/DDR zu Ehren Stalins

3.2 Eine Hymne auf den besten Freund des Volkes

4. Schluss

4.1 Zusammenfassung der Ergebnisse

4.2 Fazit und Ausblick

5. Quellen- und Literaturverzeichnis

5.1 Quellen

5.2 Sekundärliteratur

6. Anhang

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ausprägung und Wirkungsweise des Stalinkults in der SBZ/DDR, wobei der 70. Geburtstag Josef W. Stalins im Dezember 1949 als zentrales Fallbeispiel dient. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Propagandamaßnahmen – insbesondere über Rundfunk und agitatorische Texte – dazu genutzt wurden, den Diktator als "besten Freund des Volkes" zu stilisieren und eine religiös anmutende Verehrung zu etablieren.

  • Mechanismen des politischen Personenkults in totalitären Systemen
  • Stalins Herrschaftslegitimierung durch mediale Manipulation
  • Die propagandistische Inszenierung des 70. Geburtstages im Rundfunk der SBZ/DDR
  • Analyse des propagandistischen Liedguts am Beispiel von "Stalin, Freund, Genosse"

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Rundfunkprogramm der SBZ/DDR zu Ehren Stalins

Darüber hinaus strahlte der Rundfunkt der SBZ/DDR eine Kampagne aus, die bereits am 17. November desselben Jahres begann. Organisiert durch das Zentralsekretariat und das Politbüro der SED fand eine äußerst detailliert geplante Manifestation des Personenkults von bislang unbekanntem Ausmaß in der SBZ/DDR statt. Beinahe täglich wurde eine Sendung im Rundfunk ausgestrahlt, die im Zusammenhang mit Stalin stand und Teil der Kampagne war. Kurz vor dem Tag des 70. Geburtstages kam es sogar zu bis zu drei ausgestrahlten Sendungen täglich. Dass die Menschen, die in der SBZ/DDR lebten, im Laufe der Kampagne, die sich über den Zeitraum von über einem Monat erstreckte, nicht in Kontakt mit ebendieser kamen, war nahezu unmöglich und unterstreicht noch einmal den Aspekt der Allgegenwärtigkeit Stalins, die nun, anlässlich seines Geburtstages, noch einmal besonders hervorgehoben wurde.

Die ausgestrahlten Sendungen rankten sich um Stalin als „Lehrer und Erzieher“, als „Förderer der Kunst“ und Mitstreiter in der Weltfriedensbewegung, um nur einige Beispiele zu nennen. Um auch noch einmal auf die Nähe zwischen Volk und Führer zu verweisen, die innerhalb der Propaganda als beste Freunde beschrieben wurden, wurden auch zahlreiche Sendungen zur Sowjetunion, zum „Städtebild Moskau[s]“ sowie zu Musik und Tänzen aus der Sowjetunion ausgestrahlt, die die Herkunft und Kultur des verehrten Sowjet-Führers abbildeten. Dadurch erhielten die Zuschauer und Zuhörer des Rundfunks das Gefühl, ihren guten Freund Stalin gut zu kennen und ihm nahe zu sein. Das Gefühl, dass Stalin mit offenen Karten spiele und das Volk an ihm und seinem Leben teilhaben ließe.

Zusammenfassend wurde also nur noch ein weiteres Mal ein rundum selbstloses, fürsorgliches und geradezu makelloses Bild von Stalin propagiert, der die Bedürfnisse des Volkes nie außer Acht ließ. Und das Ganze auf exzentrische Art und Weise über einen Zeitraum von 35 Tagen mehrmals am Tag über mehrere Stunden. Personenkult im höchsten Maße.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verortet das Thema Personenkult in Diktaturen und führt in die Fragestellung ein, wie durch gezielte Propaganda eine religiös anmutende Verehrung für eine Person wie Stalin erzeugt werden konnte.

2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Personenkults als politisches Instrument zur Herrschaftslegitimierung und gibt einen biographischen Abriss zu Josef W. Stalin.

3. Der 70. Geburtstag des Sowjet-Führers als propagandistisches Schauspiel: Hier wird anhand des Rundfunkprogramms und eines propagandistischen Liedes analysiert, wie Stalins Geburtstag 1949 in der SBZ/DDR medienwirksam als Massenereignis inszeniert wurde.

4. Schluss: Der Schlussteil reflektiert die Untersuchungsergebnisse und bestätigt, dass die totale Kontrolle über die Medien in der SBZ/DDR dem Volk kaum Möglichkeiten zur Distanzierung vom Stalinkult ließ.

5. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primärquellen sowie der wissenschaftlichen Sekundärliteratur zur historischen Einordnung.

6. Anhang: Enthält ergänzende Materialien, darunter den Liedtext "Stalin, Freund, Genosse".

Schlüsselwörter

Stalinkult, SBZ/DDR, Personenkult, Propaganda, Josef W. Stalin, Herrschaftslegitimierung, Totalitarismus, Rundfunkkampagne, Geburtstag, Ernst Busch, Alexei Surkow, Sowjetunion, SED, politische Verehrung, Manipulation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung und Verbreitung des Personenkults um Josef W. Stalin in der Sowjetischen Besatzungszone und der frühen DDR, insbesondere anlässlich seines 70. Geburtstages.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Definition von Personenkult, die Rolle der Propaganda bei der Herrschaftssicherung und die gezielte mediale Inszenierung des Sowjet-Führers als gottgleiche Identifikationsfigur.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Die Arbeit möchte aufzeigen, durch welche propagandistischen Mittel es den Verantwortlichen in der SBZ/DDR gelang, Stalin als wohlwollenden "Freund des Volkes" zu inszenieren und die Bevölkerung zur unkritischen Verehrung zu bewegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse historischer Forschungsquellen sowie einer inhaltsanalytischen Betrachtung von Rundfunkbeiträgen und propagandistischen Liedtexten aus dem Jahr 1949.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich theoretischen Grundlagen, der Biographie Stalins sowie der detaillierten Untersuchung des Rundfunkprogramms und einer Liedanalyse, um die propagandistische Praxis zu illustrieren.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Stalinkult, Propaganda, Totalitarismus, Herrschaftslegitimierung und mediale Inszenierung charakterisieren.

Welche Rolle spielte der Rundfunk bei der Etablierung des Stalinkults?

Der Rundfunk fungierte als zentrales Massenmedium, das durch eine monatelange, tägliche Kampagne eine ständige Präsenz Stalins im Alltag der Menschen sicherstellte und somit jede Gegenwehr erschwerte.

Warum wird das Lied "Stalin, Freund, Genosse" als Musterbeispiel betrachtet?

Das Lied greift die zentralen Propagandathesen auf – Stalin als Retter, als Garant für Wohlstand und Frieden –, während es gleichzeitig die totalitäre Realität, etwa die Zwangskollektivierung, vollkommen ausblendet oder verherrlicht.

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Details

Titel
Der Stalinkult in der SBZ/DDR. Wie wurde der Personenkult mit Hilfe von Massenmedien umgesetzt?
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Veranstaltung
Geschichte des Stalinismus
Note
1,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
17
Katalognummer
V945553
ISBN (eBook)
9783346283443
ISBN (Buch)
9783346283450
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stalin Stalinkult DDR SBZ Nachkriegszeit Diktator Sowjetunion Personenkult 1949
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2019, Der Stalinkult in der SBZ/DDR. Wie wurde der Personenkult mit Hilfe von Massenmedien umgesetzt?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/945553
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  17  Seiten
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