Wie in seinem Vorläufer, dem Erec, spielt auch in Hartmanns Iwein die Liebe eine große Rolle.
Sie wird für den Helden zur Triebkraft, die seinen weiteren Lebensweg mitbestimmen und in entscheidender Weise prägen soll. Indem er sich von der Macht der Minne leiten lässt jedoch gerät er in einen unentwirrbaren Widerspruch zu den Werten der ritterlichen Gesellschaft, die nur allzu leichtfertig bereit ist, die Liebe zu dämonisieren und in der vermeintlich gefährlichen Gegenwelt des wilden anzusiedeln. Gefährlich ist diese Welt in der Tat, wenn auch nicht aus sich selbst heraus oder für den individuellen Menschen. Sie unterminiert die höfische Institution der aventiure, die nur zu oft mit ihr in Widerspruch steht. In diesem Werk Hartmanns werden beide Aspekte immer wieder verschränkt und ihr Wechselverhältnis problematisiert. Um den Iwein Hartmanns von Aue als Gesamtwerk einer schlüssigen Interpretation zuzuführen, scheint es geboten, auf eben diese Spannung einzugehen. Aus diesem Grunde beschäftigt sich die vorliegende Arbeit mit dem Regiment der Liebe und erläutert die Folgen, die sich für den unter ihrem Einfluss stehenden Protagonisten ergeben.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Die Darstellung des Hofes
- Ehe als Rechtsvertrag
- Iweins Herrschaft über das Brunnenreich
- Der Irrweg zur Macht
- Die Auflösung des Bundes
- Iweins Wahnsinn
- Leben in der Gegenwelt
- Die Macht der Minne
- Die Wunderheilung
- Die neue Identität
- Iwein, der Löwenritter
- Annahme des eigenen Ichs
- Gutes und schlechtes Regiment
- Rückkehr zur Herrschaft
- sælde, êre und güete
- Pesme: Der Sieg des guten Regiments
- Conclusio
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht Hartmanns von Aues Iwein und analysiert die Rolle der Liebe im Kontext der ritterlichen Gesellschaft. Sie beleuchtet die Folgen, die sich für den Protagonisten Iwein aus seinem Einfluss durch die Macht der Minne ergeben.
- Das Spannungsverhältnis zwischen Liebe und ritterlichen Werten
- Die Darstellung des Hofes und der âventiure im Kontext des Werkes
- Die Bedeutung der Ehe als Rechtsvertrag im mittelalterlichen Kontext
- Iweins Irrweg zur Macht und seine Suche nach Identität
- Die Folgen von Iweins Wahnsinn und seine spätere Wiedererlangung der Herrschaft
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt den Kontext des Werkes und die zentrale Bedeutung der Liebe für Iweins Lebensweg dar. Sie beleuchtet den Konflikt zwischen der Macht der Minne und den Werten der ritterlichen Gesellschaft.
Kapitel 1 analysiert die Darstellung des Hofes und die Rolle des Pfingstfestes in Hartmanns Iwein. Es befasst sich mit der Geschichte Kalogrenants und den Herausforderungen, die Iweins âventiure mit sich bringen.
Kapitel 2 erörtert die Ehe als Rechtsvertrag und beleuchtet die Beziehung zwischen Laudine und Iwein. Es untersucht die Rolle von Lunete als Vermittlerin zwischen den beiden und die politischen Aspekte der Heirat.
Kapitel 3 befasst sich mit Iweins Herrschaft über das Brunnenreich und analysiert seinen Irrweg zur Macht sowie die Auflösung des Bundes mit Laudine.
Schlüsselwörter
Die zentralen Begriffe und Konzepte des Werkes umfassen Rittergesellschaft, Liebe, âventiure, Minne, Ehe als Rechtsvertrag, Herrschaft, Wahnsinn, Identität und gutes Regiment. Die Analyse untersucht die Wechselwirkungen dieser Elemente und ihre Auswirkungen auf Iweins Lebensweg.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in Hartmann von Aues Epos „Iwein“?
Das Werk behandelt den Konflikt des Ritters Iwein zwischen der Macht der Liebe (Minne) und seinen ritterlichen Pflichten (âventiure).
Was ist das „Regiment der Liebe“ in diesem Werk?
Es beschreibt die Triebkraft der Minne, die Iweins Lebensweg bestimmt und ihn zeitweise in einen Widerspruch zur ritterlichen Gesellschaft führt.
Warum verfällt Iwein dem Wahnsinn?
Iwein verliert den Verstand, nachdem er sein Versprechen gegenüber seiner Frau Laudine bricht und dadurch seine Ehre und seinen gesellschaftlichen Status verliert.
Welche Rolle spielt die Figur Lunete?
Lunete fungiert als kluge Vermittlerin zwischen Iwein und Laudine und ermöglicht durch ihr diplomatisches Geschick die Heirat und spätere Versöhnung.
Was symbolisiert der Löwe in der Geschichte?
Der Löwe wird zum treuen Begleiter Iweins und steht für seine neue Identität als „Löwenritter“, der seine Stärke nun für das Gute und den Schutz Schwächerer einsetzt.
- Quote paper
- Tobias Rösch (Author), 2005, Hartmann von Aue: Iwein, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94330