Die Arbeit thematisiert die Methode der konfrontativen Pädagogik (KP) in der Sozialen Arbeit. Der Fokus liegt auf dem schulischen Setting in Deutschland und dem Coolness-Training. Hierbei sollen auch die Vor- und Nachteile der KP näher betrachtet werden.
Als Einführung in das Thema soll zunächst eine Definition der KP dienen, nebst der Nennung derer Zielgruppen und Zielsetzungen, um anschließend auf die spezielle Methode des Coolness-Trainings von Reiner Gall einzugehen. Auch hier werden zunächst eine Definition, die Zielgruppen und Zielsetzungen und anschließend der Ablauf und die Methoden eines Coolness-Trainings erläutert. Ein kurzer Einblick in die Ausbildung und Qualitätssicherung soll dieses Kapitel abschließen. Danach werden Pro und Kontra der KP erörtert, wofür der aktuelle Forschungsstand und die Frage nach der Wirksamkeit der KP im Fokus stehen. Durch die Anführung verschiedener Fürsprecher und Kritiker soll hier der Versuch unternommen werden, ein möglichst breites Meinungsbild aufzuzeigen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Konfrontative Pädagogik (KP)
2.1 Definition
2.2 Zielgruppen und Zielsetzungen
2.3 Das Coolness-Training (CT®) als Methode der KP
2.3.1 Definition
2.3.2 Zielgruppen und Zielsetzungen
2.3.3 Ablauf und Methoden
2.3.4 Ausbildung und Qualitätssicherung
2.4. Pro und Kontra
2.4.1 Forschungsstand
2.4.2 Fürsprecher*innen und Kritiker*innen
3 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der Konfrontativen Pädagogik (KP), wobei der Fokus insbesondere auf dem schulischen Kontext in Deutschland und der spezifischen Anwendung des Coolness-Trainings (CT®) als Methode innerhalb der Sozialen Arbeit liegt.
- Grundlagen und Definition der Konfrontativen Pädagogik
- Analyse des Coolness-Trainings (CT®) als pädagogische Methode
- Darstellung des Ablaufs und der methodischen Struktur des CT®
- Kritische Auseinandersetzung mit dem Pro und Kontra der KP
- Betrachtung des aktuellen Forschungsstandes zur Wirksamkeit
Auszug aus dem Buch
2.3 Das Coolness-Training (CT®) als Methode der KP
Auf der Webseite des IKD ist als Fachstandard des CT® u. a. folgendes zu lesen:
Unter Coolness-Training wird eine ressourcenorientierte, situationsangemessene Mischung aus Kompetenztraining und Anti-Aggressivtäts-Training [sic] verstanden. Das CT® ist eine präventive Maßnahme in Schule und Jugendeinrichtung und eine Anleitung zum Umgang mit schwierigen Situationen. Dabei entwickeln Kinder und Jugendliche eine Kultur des Hinschauens und trainieren die friedfertige Einmischung, mit dem Ziel Konflikte frühzeitig zu erkennen und abzubauen. (Weidner, 2020e)
Ergänzend schreibt Jens Weidner (2010), dass das CT® vor allem in der Jugendhilfe und der Schule als „spezialisierte Form des Sozialen Trainings eingesetzt[] . . . [und] theoretisch dem Begriff der Konfrontativen Pädagogik zugeordnet“ (S. 31) werde. Er formuliert folgenden Leitsatz, der die präventive Ausrichtung des CT® deutlich macht: „Professionelle der Sozialen Arbeit sollten pädagogisch (nicht polizeilich/juristisch!) auf Kleinigkeiten reagieren, damit Grosses [sic] erst gar nicht passiert“ (Weidner, 2010, S. 32). Der Grundgedanke hinter der konfrontativen Arbeit beim CT® ist, dass reine (verbale) Aufklärungsarbeit nicht viel ausrichten kann, wenn es darum geht, Verständnis für die Opfer und Unterdrückten bei den kindlichen und jugendlichen Täter*innen zu erwecken – Gall (o. J. d) spricht hier vom „Aufklärungsdilemma“. Wenn z. B. im Rollenspiel von einer Täterin/einem Täter die Opferrolle eingenommen und am eigenen Leib erfahren wird, wie sich das anfühlt, bspw. ausgegrenzt, gemobbt oder verbal attackiert zu werden, stellt sich eher ein Umdenken ein, als wenn es nur mündlich besprochen wird (Gall, o. J. d). Deshalb verwundert es nicht, dass sich das CT® u. a. auch bei Methoden der Erlebnispädagogik2 und des Psychodramas3 bedient (Kilb & Weidner, 2013).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Gewaltproblematik an Schulen und begründet die Fokussierung auf die Konfrontative Pädagogik sowie das Coolness-Training als Interventionsmöglichkeiten.
2 Konfrontative Pädagogik (KP): Dieses Hauptkapitel definiert die KP, erläutert ihre Zielgruppen und vertieft die Methode des Coolness-Trainings inklusive Ablauf, Ausbildung und einer differenzierten Pro- und Kontra-Debatte.
3 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, betont die Vielschichtigkeit der KP und fordert eine fundiertere wissenschaftliche Begleitung sowie Langzeitstudien, um die Wirksamkeit besser belegen zu können.
Schlüsselwörter
Konfrontative Pädagogik, Coolness-Training, Gewaltprävention, Soziale Arbeit, Täter-Opfer-Ausgleich, Schulisches Setting, Handlungsviereck, Interventionspädagogik, Sozialkompetenz, Aggressivitätsbewältigung, Konfrontation, Pädagogischer Handlungsstil, Wirksamkeitsstudien, Deliktprävention, Erziehung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Konfrontativen Pädagogik (KP) als Ansatz in der Sozialen Arbeit, um auf aggressives und gewalttätiges Verhalten von Kindern und Jugendlichen zu reagieren und dieses präventiv zu bearbeiten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung der KP, die praktische Umsetzung durch das Coolness-Training (CT®) sowie die kritische Auseinandersetzung mit den Vor- und Nachteilen dieses pädagogischen Ansatzes.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, das Coolness-Training als eine spezifische Methode der KP im schulischen Umfeld darzustellen und durch eine Analyse des Forschungsstandes sowie verschiedener Expertenmeinungen ein breites Bild über dessen Anwendung und Wirkung zu zeichnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die den aktuellen Forschungsstand, Evaluationsergebnisse sowie fachwissenschaftliche Diskurse und kritische Positionen zur Konfrontativen Pädagogik zusammenführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der KP, die detaillierte Darstellung des Coolness-Trainings (Definition, Zielgruppen, Ablauf, Ausbildung) und eine umfassende Erörterung der Pro- und Kontra-Argumente anhand aktueller Fachbeiträge.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Konfrontative Pädagogik, Coolness-Training, Gewaltprävention, Soziale Arbeit und Schulisches Setting.
Was beschreibt das „Handlungsviereck“ im Zusammenhang mit dem Coolness-Training?
Das Handlungsviereck visualisiert das Zusammenspiel der am Geschehen beteiligten Akteure – Täter, Opfer, Zuschauer (Gruppe) und die Institution Schule – und verdeutlicht, dass für eine erfolgreiche Prävention alle diese Beteiligten in den Prozess einbezogen werden müssen.
Welche Bedeutung hat das „Aufklärungsdilemma“ in diesem Konzept?
Das Aufklärungsdilemma beschreibt, dass reine verbale Aufklärung oft nicht ausreicht, um bei Tätern Verständnis für die Opferrolle zu wecken; daher nutzt das Coolness-Training aktivierende Methoden wie Rollenspiele, um einen Perspektivwechsel zu erzwingen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2020, Konfrontative Pädagogik. Ablauf und Methoden eines Coolness-Trainings in der Schule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/942776