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Schlagworte und ihre Verwendung in der öffentlich-politischen Kommunikation

Untersuchung am Beispiel der Präsidentschaftsvorwahlen der Demokraten in den USA 2007/2008

Title: Schlagworte und ihre Verwendung in der öffentlich-politischen Kommunikation

Seminar Paper , 2008 , 26 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christopher Schwarzkopf (Author)

Politics - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Wenn Politiker und Parteien um die Gunst und Zustimmung ihrer potentiellen Wähler buhlen,
tun sie dies in erster Linie über die Sprache. Ein, vor allem im Rahmen von Wahlkämpfen
genutztes Mittel der politischen Einflussnahme besteht dabei in der Verwendung politischer
Schlagworte. Doch der Begriff des Schlagwortes an sich hat in der Regel eine eher negative
Konnotation. Denn so einprägsam Schlagworte in der Regel sind, so unklar ist meist für den
politischen Laien, was genau der Politiker eigentlich mit einem bestimmten Begriff meint.
Daher kommt gerade dann, wenn sich Politiker undeutlich ausdrücken, kommt in der
Öffentlichkeit leicht der Vorwurf auf, Schlagworte seien in Wahrheit ein Mittel der
Verschleierung und Manipulation, sodass häufig unterstellt wird, es würde sich dabei um
„leere Worthülsen“ handeln. Sind Schlagworte tatsächlich nichts als gut klingende Ausdrücke,
die den Wähler einwickeln sollen aber keine wirkliche Funktion erfüllen?
Die Intention dieser Arbeit ist es, das Wesen des politischen Schlagwortes und seine Rolle in
der politischen Auseinandersetzung, vor allem im Rahmen von Wahlkämpfen zu
untersuchen. Dazu sollen zunächst die grundlegenden Merkmale politischer Schlagworte
und ihre Funktionen in der öffentlich-politischen Kommunikation aufgezeigt werden.
Im Rahmen politischer Auseinandersetzung sind Schlagwörter oft selber umkämpft und es
wird in der Politik mit großem Eifer um sie gerungen – so sehr, dass in der einschlägigen
Literatur bevorzugt die Metapher vom „Kampf“ um politische Schlagworte verwendet wird.
Die Untersuchung des politischen Wortkampfes als wesentliches Merkmal demokratischer
Auseinandersetzungen und die verschiedenen Arten, wie dieser Kampf ausgetragen werden
kann, bilden daher einen weiteren Schwerpunkt dieser Arbeit.
Um aufzuzeigen, inwiefern diese theoretischen Annahmen in der Praxis tatsächlich
Anwendung finden, soll anschließend der derzeitige Präsidentschaftsvorwahlkampf in den
Vereinigten Staaten in Bezug auf die Verwendung politischer Schlagworte untersucht und
verwendete Typen des politischen Wortkampfes aufgezeigt werden. Dabei wird allerdings
ausschließlich die politische Auseinandersetzung zwischen den beiden demokratischen
Kandidaten Barack Obama und Hillary Clinton betrachtet. Abschließend werden die
Ergebnisse zusammengefasst und ein Ausblick darauf gegeben, welche Rolle Schlagworte
künftig in der öffentlich-politischen Kommunikation spielen könnten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das politische Schlagwort

2.1 Merkmale politischer Schlagworte

2.2 Die semantische Chemie

2.3 Klassifikation von politischen Schlagwörtern

2.3.1 Klassifikation anhand der evaluativen Bedeutung

2.3.2 Klassifikation anhand des gruppeninternen Gebrauchs

3. Der Kampf um politische Schlagworte

3.1 „Begriffe besetzen“ – Eine Metapher und ihre Bedeutung

3.2 Typen des politischen Wortkampfes

3.2.1 Begriffsprägung

3.2.2 Bezeichnungskonkurrenz

3.2.3 Deskriptive Bedeutungskonkurrenz

3.2.4 Deontische Bedeutungskonkurrenz

3.2.5 Konnotationskonkurrenz

4. Analyse: Schlagworte im US-Vorwahlkampf der Demokraten 2007/2008

4.1 Die Verwendung politischer Schlagworte durch Barack Obama

4.2 Die Verwendung politischer Schlagworte durch Hillary Clinton

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Wesen und die Funktion politischer Schlagworte innerhalb der öffentlich-politischen Kommunikation. Dabei steht insbesondere die Analyse des sogenannten "Wortkampfes" im Mittelpunkt, bei dem politische Akteure versuchen, Deutungshoheit über zentrale Begriffe zu erlangen, um Wähler zu mobilisieren und den politischen Gegner zu diskreditieren.

  • Grundlegende Merkmale und Klassifizierung politischer Schlagworte
  • Theoretische Konzepte des politischen Wortkampfes (z.B. „Begriffe besetzen“)
  • Strategische Verwendung von Schlagworten im US-Präsidentschaftswahlkampf
  • Vergleichende Analyse der Rhetorik von Barack Obama und Hillary Clinton
  • Die zunehmende Professionalisierung und "Amerikanisierung" politischer Kommunikation

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Begriffsprägung

Bei der Prägung von Begriffen wird sich auf sämtliche angesprochenen zeichentheoretischen Aspekte bezogen, also nicht nur auf Ausdruck und Inhalt sondern auch auf das Referenzobjekt. Die Prägung des Begriffes ist nämlich erst die notwendige, nicht aber die hinreichende Bedingung6 für das Zustandekommen eines bezeichneten Sachverhaltes in der realen Welt (Klein 1991: 51). Damit ist gemeint, dass der geprägte Begriff als „theoretisch und programmatisch mehr oder weniger durchstrukturiertes neues Konzept zur Bewältigung der politischen, gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Probleme“ zu verstehen ist (Klein 1991: 52). Das Referenzobjekt wird erst durch die Verwirklichung eben dieses Konzeptes geschaffen und existiert bis zu diesem Zeitpunkt nur als „Entwurf“.

Aufgrund der Tatsache, dass hier verschiedene Konzepte, die sich zwar mit unterschiedlichen Bezeichnungen auf unterschiedliche Referenzobjekte beziehen aber den gleichen Regelungsbereich betreffen, miteinander konkurrieren, wird dieser Typ des politischen Wortkampfes auch als „Konzeptkonkurrenz“ bezeichnet (vgl. Klein 2008: 15).

Die Prägung von Begriffen kann in unterschiedlichen Varianten auftreten. So können beispielsweise zwei Wörter miteinander zu einer Wortverbindung verknüpft werden, wie im Falle des Schlagwortes „Soziale Marktwirtschaft“. Eine weitere Möglichkeit ist die als Derivation7 bezeichnete Ableitung bereits bestehender Schlagworte. Ein Beispiel hierfür wäre „Demokratisierung“. Den dritten Fall stellt die Wortkomposition dar, bei der auf mehreren bestehenden Wörtern ein einzelnes neues gebildet wird wie etwa im Fall des Schlagwortes „Chancengerechtigkeit“, welches in den 1970er Jahren als Gegensatz zum, von der SPD verwendeten Schlagwort der „Chancengleichheit“, von Bildungspolitikern der CDU geprägt wurde. Schließlich können aber auch Wörter aus dem gemeinsprachlichen Gebrauch mit politisch-konzeptioneller Bedeutung versehen werden, wie etwa im Fall der, mit den Veränderungen in der ehemaligen Sowjetunion Mitte der achtziger Jahre unter Michail Gorbatschow verknüpften Schlagwörter „Glasnost“8 und „Perestroika“9 (vgl. Klein 1991: 54).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Schlagworte als politisches Steuerungsinstrument und Vorstellung der Zielsetzung der Arbeit.

2. Das politische Schlagwort: Theoretische Herleitung und Definition von Merkmalen politischer Schlagworte sowie Erläuterung ihrer semantischen Komponenten.

3. Der Kampf um politische Schlagworte: Analyse des metasprachlichen Handelns und der unterschiedlichen Arten, wie um die Deutungshoheit von Begriffen gerungen wird.

4. Analyse: Schlagworte im US-Vorwahlkampf der Demokraten 2007/2008: Praktische Anwendung der Theorie auf den Wahlkampf von Barack Obama und Hillary Clinton.

5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Bedeutung politischer Schlagworte für die zukünftige Entwicklung demokratischer Wahlkämpfe.

Schlüsselwörter

Politische Kommunikation, Schlagwort, Wortkampf, Begriffe besetzen, Obama, Clinton, Wahlkampf, Semantische Chemie, Fahnenwörter, Stigmawörter, Ideologievokabular, Politische Rhetorik, Konzeptkonkurrenz, Deontische Bedeutung, Demokratie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Funktion und den strategischen Einsatz von politischen Schlagworten in der öffentlichen Kommunikation.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die Definition politischer Schlagworte, theoretische Konzepte des Wortkampfes und deren praktische Anwendung im politischen Wahlkampf.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, das Wesen des politischen Schlagwortes zu entschlüsseln und aufzuzeigen, wie Politiker durch die Besetzung von Begriffen versuchen, die öffentliche Meinung zu beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine linguistische Analyse politischer Sprache angewandt, ergänzt durch die Untersuchung konkreter Reden und Werbematerialien aus dem US-Vorwahlkampf.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Wortkampfes und eine exemplarische Analyse der Schlagwortnutzung durch Barack Obama und Hillary Clinton.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem "Schlagwort", "Wortkampf", "Begriffe besetzen", "Fahnenwörter" und "politische Kommunikation".

Wie unterscheidet sich Barack Obamas Verwendung des Wortes "Change" von der anderer Politiker?

Obama nutzt "Change" in Kombination mit einer integrativen "Wir"-Rhetorik, um sich als Visionär zu positionieren, der einen fundamentalen gesellschaftlichen Wandel herbeiführt.

Warum versucht Hillary Clinton, den Begriff "Experience" für sich zu beanspruchen?

Clinton nutzt "Experience" als Abgrenzungsmerkmal zu Obama, um sich als rationale, weltgewandte Expertin darzustellen, die im Gegensatz zu einem unerfahreneren Gegenkandidaten sicherheitsrelevante Entscheidungen treffen kann.

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Details

Title
Schlagworte und ihre Verwendung in der öffentlich-politischen Kommunikation
Subtitle
Untersuchung am Beispiel der Präsidentschaftsvorwahlen der Demokraten in den USA 2007/2008
College
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft)
Course
Hauptseminar Sprache in der Politik
Grade
1,0
Author
Christopher Schwarzkopf (Author)
Publication Year
2008
Pages
26
Catalog Number
V94191
ISBN (eBook)
9783640104734
ISBN (Book)
9783640127146
Language
German
Tags
Schlagworte Verwendung Kommunikation Hauptseminar Sprache Politik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christopher Schwarzkopf (Author), 2008, Schlagworte und ihre Verwendung in der öffentlich-politischen Kommunikation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94191
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