In dieser Arbeit werden die beiden berühmten Werke "Die Leiden des jungen Werther" von Johann Wolfgang von Goethe und "Die neuen Leiden des jungen W." von Ulrich Plenzdorf verglichen. Zunächst soll ein kurzer Überblick über die Textgattung beider Werke gegeben werden, denn so lassen sich die Texte in ihrer Gesamtheit besser einordnen.
Darauffolgend wird Goethes Werk "Die Leiden des jungen Werther" thematisiert. Zunächst erfolgt ein Einblick in den zeitgeschichtlichen Hintergrund. Auf die Inhaltsangabe des Romans folgt eine ausführliche Charakterisierung des Hauptprotagonisten Werther. Anschließend wird der zweite zu untersuchenden Roman analysiert: Plenzdorfs "neue Leiden des jungen W.". Auch hier erfolgt zunächst ein kurzer Einblick in die Zeit der Entstehung des Romans. Auf die anschließende Inhaltsangabe folgt auch hier die Charakterisierung der Hauptfigur Edgar Wibeau. Die in dieser Analyse herausgefundenen Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Texte werden im vorletzten Punkt der Hausarbeit als abschließender Vergleich zusammengefasst.
Als Goethe 1774 seinen Literaturklassiker veröffentliche, löste er eine regelrechte Hysterie aus. Sein Briefroman wurde zu einem Bestseller, der genauso viele Anhänger wie Kritiker besaß und sogar teilweise verboten wurde, da sich zu viele Menschen, inspiriert von Werthers Suizid, das Leben nahmen. Goethes Werk beeinflusste sowohl die Form als auch den Inhalt vieler folgender Romane, viele Nachahmer wollten etwas von Goethes Ruhm abhaben.
Zu diesen Nachahmern gehörte auch Ulrich Plenzdorf, der 1972 "Die neuen Leiden des jungen W." publizierte. Hieraus ergibt sich die Frage, wie sehr sich Plenzdorf an Goethes Vorlage orientiert hat und ob seine Hauptfigur Edgar Wibeau wirklich ein neuer Werther mit neuen Leiden in einer neuen Zeit ist, wie es der Titel des Werks bereits vermuten lässt. In dieser Hausarbeit soll also der Frage nachgegangen werden, wie nah Plenzdorfs Werk an Goethes Klassiker liegt und ob Edgar Wibeau wirklich nur ein Abbild des alten Werthers ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Adoleszenzromane
3. Johann Wolfgang von Goethe – Die Leiden des jungen Werther
3.1 Zeitgeschichtlicher Hintergrund
3.2 Die Leiden des jungen Werther
3.3 Charakterisierung Werther
4. Ulrich Plenzdorf – Die neuen Leiden des jungen W.
4.1 Zeitgeschichtlicher Hintergrund
4.2 Die neuen Leiden des jungen W.
4.3 Charakterisierung Edgar Wibeau
5. Abschließender Vergleich
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den literarischen Vergleich zwischen Goethes Klassiker „Die Leiden des jungen Werther“ und Ulrich Plenzdorfs Werk „Die neuen Leiden des jungen W.“. Ziel ist es zu analysieren, inwiefern Plenzdorfs Figur Edgar Wibeau als moderne Entsprechung des Werther-Typus fungiert und wie beide Autoren die gesellschaftlichen Bedingungen ihrer jeweiligen Zeit in ihren Werken reflektieren.
- Gattungsbestimmung des Adoleszenzromans
- Zeitgeschichtliche Einordnung und soziokultureller Kontext
- Detaillierte Charakteranalysen der Protagonisten Werther und Edgar Wibeau
- Vergleichende Untersuchung der Handlungsstrukturen und Motive
- Analyse der sprachlichen Gestaltung und Rezeptionsgeschichte
Auszug aus dem Buch
3.2 Die Leiden des jungen Werther
Die Erstausgabe des Briefromans erschien im Jahr 1774 und wurde umgehend zum Bestseller. Goethes Werk erregte sehr großes Aufsehen, denn viele Kritiker konnten den neuartigen Schreibstil, die Sprache und vor allem den Suizid der Hauptfigur nicht gutheißen.
Die gesamte Handlung des „Werthers“ ist bis auf die letzten tragischen Ereignisse, die der Protagonist nicht mehr selbst berichten kann, in Briefen erzählt, die Werther an seinen Freund Wilhelm richtet. Der Briefroman beginnt mit einer Einleitung eines fiktiven Herausgebers, der die Briefe zwischen Werther und Wilhelm veröffentlicht: „Was ich von der Geschichte des armen Werther nur habe auffinden können, habe ich mit Fleiß gesammelt und lege es euch hier vor, und weiß, dass mir’s danken werdet. [...]“ Im Anschluss beginnt das „Erste Buch“, in dem Briefe vom 4. Mai 1771 bis zum 10. September 1771 vorzufinden sind. Der zweite Teil, bzw. das „Zweite Buch“ geht vom 20. Oktober 1771 und endet mit Werthers Suizid am 23. Dezember 1772. Das Geschehen wird mit einigen Aussparungen über etwa 20 Monate chronologisch dargestellt. Angaben zu den Schauplätzen bleiben vage, es gibt eine nicht namentlich genannte Stadt und ihre Umgebung mit dem fiktiven Ort „Wahlheim“, sowie das Schloss eines Fürsten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert das Ziel der Arbeit, einen literarischen Vergleich zwischen Goethes und Plenzdorfs Werken zu ziehen und die Verbindung zwischen den Hauptfiguren zu prüfen.
2. Adoleszenzromane: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Adoleszenzromans und dessen historische Entwicklung sowie thematische Schwerpunkte wie Identitätssuche und Ablösungsprozesse.
3. Johann Wolfgang von Goethe – Die Leiden des jungen Werther: Hier werden die Entstehungsgeschichte, der historische Kontext des Sturm und Drang sowie die Handlung und Charakterzüge der Hauptfigur Werther analysiert.
4. Ulrich Plenzdorf – Die neuen Leiden des jungen W.: Das Kapitel behandelt den gesellschaftskritischen Kontext der DDR der 1970er Jahre, die Struktur des Montageromans und die Charakterisierung von Edgar Wibeau.
5. Abschließender Vergleich: In diesem Teil werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Werke in Bezug auf Handlung, Protagonisten und Sprachgebrauch herausgearbeitet.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Plenzdorfs Werk trotz starker Anlehnung an Goethe eine eigenständige literarische Schöpfung darstellt.
Schlüsselwörter
Adoleszenzroman, Sturm und Drang, DDR-Literatur, Identitätssuche, Briefroman, Werther-Effekt, Gesellschaftskritik, Literaturvergleich, Edgar Wibeau, Johann Wolfgang von Goethe, Ulrich Plenzdorf, Selbstverwirklichung, Generationenkonflikt, Suizid, Wahlheim.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit vergleicht den klassischen Briefroman von Goethe mit der modernen Adaption von Ulrich Plenzdorf, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufzuzeigen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der Adoleszenzroman, der gesellschaftliche Kontext der jeweiligen Epochen sowie die psychologische Entwicklung der Hauptfiguren.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist zu klären, ob Edgar Wibeau eine moderne Kopie von Werther darstellt oder ob Plenzdorf ein eigenständiges Werk geschaffen hat, das die DDR-Gesellschaft kritisiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Textvergleich, die Charakterisierung sowie die historische und soziologische Einordnung der Werke nutzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Goethes Werk und Plenzdorfs Roman, wobei jeweils der historische Hintergrund, die Handlung und die Charakterentwicklung beleuchtet werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Adoleszenzroman, Gesellschaftskritik, Identitätssuche und den Vergleich von Goethe und Plenzdorf geprägt.
Warum spielt der „Werther-Effekt“ für diese Arbeit eine Rolle?
Er dient als Vergleichsfolie, um zu verdeutlichen, welche enorme gesellschaftliche Wirkung Goethes Werk entfaltete und wie sich dies von der Rezeption Plenzdorfs abhebt.
Inwiefern spielt der historische Hintergrund der DDR eine Rolle für Edgar Wibeau?
Der Kontext der DDR-Gesellschaft ermöglichte es Plenzdorf, durch die Figur des Edgar Wibeau unterschwellige Kritik an Konventionen und staatlichen Strukturen zu üben.
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- Anonym (Author), 2017, Vergleich von Goethes "Die Leiden des jungen Werther" mit "Die neuen Leiden des jungen W." von Ulrich Plenzdorf. Variationen eines Adoleszenzromans, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/941172