Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten, inwieweit die Sicherheitsprobleme von Lokalisierungsdiensten durch unterschiedliche Datenschutzverfahren gelöst werden und ob Erweiterungspotenziale existieren. Die Lösungsansätze werden dabei nicht nur auf die technischen Methoden eingeschränkt, sondern mit gesetzlichen Regelungen und Selbstregulierungsmöglichkeiten erweitert. In dieser Arbeit sind lediglich die ortsbezogenen Dienste mit ihren Risiken und Erfolgschancen Gegenstand der Betrachtung. Dabei werden besonders die individuellen und gesellschaftlichen Risikoebenen herangezogen. Um die Lösungsansätze qualitativ zu bewerten wird vorwiegend ein Teilbereich des Electronic Business (E-Business), der Mobile Commerce (M-Commerce), betrachtet. In erster Linie wird das Schutzziel Vertraulichkeit behandelt. Andere Schutzziele wie z.B. Integrität werden weniger berücksichtigt.
Im Zentrum des zweiten Kapitels stehen die erforderlichen Hintergrundinformationen und die potenziellen Bedrohungen von standortbasierten Diensten. Im dritten Kapitel werden verschiedene Lösungsmethoden für Datenschutz und Privatsphäre untersucht. Gegenstand von Kapitel vier ist der Zielkonflikt zwischen Service und Privatsphäre sowie die kritische Evaluierung der vorgestellten Lösungsansätze. Das abschließende Kapitel weist auf die gewonnen Erkenntnisse und die notwendigen Forschungen hin.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Einleitung
- 2 Grundlagen
- 2.1 Lokalisierung
- 2.1.1 Kontextsensitivität
- 2.1.2 Einordnung in den Kontext
- 2.1.3 Infrastrukturelemente
- 2.1.4 Ortungsverfahren
- 2.1.5 Anwendungstypen und Anwendungsbereich
- 2.2 Eigenschaften von Location-based Services
- 2.2.1 Lokalisierungsdienste
- 2.2.2 Motive für die Datensammlung
- 2.2.3 Nutzen für den Anwender
- 2.2.4 Finanzierung und Marktverhältnis
- 2.2.5 Netzwerkeffekte und Kundenbindung
- 2.3 Vertrauen, Privatsphäre und Datenschutz
- 2.3.1 Erhobene Daten
- 2.3.2 Gefahren und Risiken
- 2.3.3 Privatheitsbewusstsein
- 2.3.4 Datenschutz für standortbasierte Dienste
- 2.3.5 Vertrauen und Sicherheit
- 2.1 Lokalisierung
- 3 Lösungsansätze
- 3.1 Stand der Forschung und Vertrauenswürdigkeit
- 3.1.1 Schutzmaßnahmen für die Privatsphäre
- 3.1.2 LBS-Ansätze und Technologien zum Schutz der Privatsphäre
- 3.1.3 Empirische Studien
- 3.1.4 Vertrauensbildung und Reputationsmethoden
- 3.2 Technische Schutzmethoden
- 3.2.1 Mix-Zone
- 3.2.2 Location k-Anonymity
- 3.2.3 Location 1-Diversity und k-Anonymity
- 3.2.4 Distortion-based-Metrik
- 3.3 Juristische Schutzmethoden und Selbstregulierung
- 3.3.1 Gesetzliche Regulierungen
- 3.3.2 Informationelle Selbstbestimmung und Geodatenzugangsgesetz
- 3.3.3 Selbstregulierung
- 3.3.4 Datenschutz-Kodex für Geodatendienste
- 3.1 Stand der Forschung und Vertrauenswürdigkeit
- 4 Kritische Evaluierung der Lösungsansätze
- 4.1 Interessenkonflikte
- 4.1.1 Privacy Paradox
- 4.1.2 Bedürfnisse vs. Privatsphäre
- 4.1.3 Vertrauenspotenzial
- 4.2 Stärken und Schwächen der datenschutzfördernden Technologien
- 4.2.1 Mix-Zone im Straßenverkehr
- 4.2.2 Kritik an Location k-Anonymity
- 4.2.3 Erweiterungspotenzial mit Location 1-Diversity
- 4.3 Gesetzliche Beschränkungen
- 4.3.1 Grenzübergreifendes Datenschutzproblem
- 4.3.2 Novellierungsbedarf bezüglich des Datenschutzes
- 4.3.3 Probleme der Selbstregulierung
- 4.1 Interessenkonflikte
- 5 Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Diplomarbeit befasst sich mit den Vertrauens- und Risikopotenzialen von Lokalisierungsdiensten (LBS). Sie untersucht, wie der Schutz der Privatsphäre im Kontext von standortbasierten Anwendungen gewährleistet werden kann, und analysiert die Herausforderungen und Chancen, die sich aus der wachsenden Bedeutung von LBS ergeben.
- Analyse der technischen Funktionsweise und der datenschutzrelevanten Aspekte von LBS
- Bewertung von Lösungsansätzen zur Wahrung der Privatsphäre im Zusammenhang mit LBS
- Diskussion der rechtlichen Rahmenbedingungen und der Rolle der Selbstregulierung im Bereich des Datenschutzes für LBS
- Untersuchung des "Privacy Paradox" und der komplexen Beziehung zwischen Nutzerbedürfnissen und Datenschutz
- Kritische Analyse des Vertrauens- und Risikopotenzials von LBS im Hinblick auf die Zukunft der digitalen Gesellschaft
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1 stellt das Thema der Arbeit vor und skizziert den Forschungsstand sowie die Relevanz von LBS im Kontext der digitalen Transformation.
Kapitel 2 bietet einen Überblick über die Grundlagen von LBS, einschließlich der Definition von Kontextsensitivität, der Einordnung in den Kontext sowie der Beschreibung relevanter Infrastrukturelemente und Ortungsverfahren. Darüber hinaus werden die Eigenschaften von LBS hinsichtlich der Datensammlung, des Nutzens für den Anwender, der Finanzierung und der Netzwerkeffekte analysiert. Abschließend widmet sich das Kapitel den Aspekten von Vertrauen, Privatsphäre und Datenschutz im Zusammenhang mit LBS.
Kapitel 3 präsentiert Lösungsansätze zur Bewältigung der Herausforderungen im Bereich des Datenschutzes für LBS. Hier werden sowohl technische Schutzmethoden wie die Mix-Zone, Location k-Anonymity und Location 1-Diversity, als auch juristische Schutzmethoden und Selbstregulierung diskutiert.
Kapitel 4 beschäftigt sich mit der kritischen Evaluierung der in Kapitel 3 vorgestellten Lösungsansätze. Die Analyse beleuchtet Interessenkonflikte, Stärken und Schwächen der datenschutzfördernden Technologien, sowie die rechtlichen Beschränkungen und Probleme der Selbstregulierung.
Schlüsselwörter
Lokalisierungsdienste, Location-based Services (LBS), Datenschutz, Privatsphäre, Vertrauensbildung, technische Schutzmethoden, juristische Schutzmethoden, Selbstregulierung, Geo-Daten, Privacy Paradox, Interessenkonflikte, digitale Gesellschaft
Häufig gestellte Fragen
Was sind die größten Sicherheitsrisiken bei Lokalisierungsdiensten (LBS)?
Die Hauptrisiken liegen in der Verletzung der Vertraulichkeit und Privatsphäre, da Bewegungsprofile erstellt und missbraucht werden können.
Was versteht man unter dem „Privacy Paradox“?
Es beschreibt den Widerspruch, dass Nutzer zwar besorgt um ihre Privatsphäre sind, aber dennoch bereitwillig persönliche Standortdaten preisgeben, um einen Dienst zu nutzen.
Welche technischen Methoden schützen die Standort-Privatsphäre?
Zu den untersuchten Methoden gehören Mix-Zonen, Location k-Anonymity und Location l-Diversity, die darauf abzielen, die Identität des Nutzers in einer Gruppe zu verbergen.
Welche Rolle spielen rechtliche Regelungen beim Datenschutz für LBS?
Neben Gesetzen wie dem Geodatenzugangsgesetz spielt die informationelle Selbstbestimmung eine zentrale Rolle, wobei oft ein Novellierungsbedarf für grenzübergreifende Dienste besteht.
Gibt es Möglichkeiten der Selbstregulierung für Unternehmen?
Ja, die Arbeit diskutiert Selbstregulierungsmechanismen wie den Datenschutz-Kodex für Geodatendienste als Ergänzung zu gesetzlichen Vorschriften.
- Quote paper
- Suat Caglayan (Author), 2012, Sicherheitsprobleme von Lokalisierungsdiensten. Vertrauenspotenziale und Risiken in Datenschutzverfahren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/939085