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Untersuchungen zur Gegnerschaft zwischen Marius und Sulla

Titel: Untersuchungen zur Gegnerschaft zwischen Marius und Sulla

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2007 , 39 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Regine Kemna (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit zwei Männern, die in der späten römischen Republik eine große Rolle spielten: Gaius Marius als Bezwinger der germanischen Stämme, gefeiert als „Dritter Gründer Roms“ und siebenfacher Konsul, Lucius Cornelius Sulla Felix als Sieger über Mithridates VI. und langjähriger Diktator.
Sie werden seit langem, sowohl in den Quellen als auch in der aktuellen Forschung, als Gegenspieler gehandelt, deren Beziehung die althergebrachten Regeln der Republik gefährdete und sie zeitweise ins Chaos stürzte.
Wie stand es jedoch tatsächlich um diese Gegnerschaft? Außer Frage steht, dass ihre Interessen spätestens im Jahre 88 v. Chr. kollidierten, als es um das Kommando gegen Mithridates VI. ging. Doch wie stellen sich die genauen Hintergründe dieses Zusammenstoßes dar? Lässt sich diese Gegnerschaft tatsächlich bereits in den Jahren vor 88 zeigen, so wie es in den gängigen Darstellungen zu finden ist? Oder lassen die Quellen vielleicht auch andere Schlüsse zu?
Um genaue Einblicke zu erhalten, wird diese Arbeit das vielfältige Beziehungsgeflecht analysieren, in dem Marius und Sulla standen. Zu Beginn wird es notwendig sein herauszufinden, ob es in der ausgehenden Republik tatsächlich derart starke und unveränderliche Gruppierungen gab, wie es in einigen Darstellungen erscheint. Weiterhin wird eine chronologische Untersuchung erfolgen, deren Schwerpunkte bestimmt werden von den Zusammentreffen der beiden Protagonisten. Dabei wird Marius zunächst im Mittelpunkt stehen, da sich die zu untersuchenden Ereignisse und Zeitabschnitte unmittelbar in Zusammenhang mit seinen Erfolgen abspielten. Mehrere Fragen sollen in jedem Abschnitt beantwortet werden: Wie war Sullas Verhältnis zur Nobilität, wie das des Marius? Konnten und können sie vielleicht als Exponenten einer bestimmten Gruppe, beispielsweise der Optimaten oder Popularen, angesehen werden? Und besonders: Wie war ihr Verhältnis zueinander?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. EINFÜHRUNG IN DIE THEMATIK

Fragestellung und Methode

Die Quellen

II. DIE FAKTIONEN IN DER AUSGEHENDEN REPUBLIK

III. HERKUNFT UND KARRIERE DER PROTAGONISTEN

Marius

Sulla

IV. BELLUM IUGURTHINUM: DIE ERSTE ZUSAMMENARBEIT

V. DIE ZEIT DER „GERMANENGEFAHR“

VI. JAHRE DER SPANNUNG

Das Jahr 100 v. Chr.: Die Krise und ihre Hintergründe

Der Aufstieg Sullas

Die römische Innenpolitik bis 91 v. Chr.

Der Bundesgenossenkrieg (91 - 88 v. Chr.)

VII. DER GROSSE KONFLIKT: DAS KOMMANDO GEGEN MITHRIDATES VI.

VIII. SCHLUSSBETRACHTUNGEN

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das vielschichtige Beziehungsgeflecht zwischen Gaius Marius und Lucius Cornelius Sulla, um kritisch zu hinterfragen, ob die in Quellen und Forschung oft postulierte tiefgreifende Gegnerschaft historisch bereits in den Jahren vor 88 v. Chr. bestand oder eine spätere Konstruktion darstellt.

  • Kritische Quellenanalyse zur Darstellung von Marius und Sulla
  • Hinterfragung der "Faktionsthese" in der späten römischen Republik
  • Untersuchung der politischen Karrieren und sozialen Hintergründe beider Protagonisten
  • Analyse des Zusammenwirkens und der Spannungen im Kontext militärischer Erfolge
  • Überprüfung der Bedeutung von Memoiren und zeitgenössischer Propaganda für die Geschichtsschreibung

Auszug aus dem Buch

IV. BELLUM IUGURTHINUM: DIE ERSTE ZUSAMMENARBEIT

Marius hatte sich während des Iugurthinischen Krieges für das Konsulat des Jahres 107 v. Chr. beworben und es auch erhalten. In diesem Zusammenhang kam es zu einer Auseinandersetzung mit seinem Befehlshaber Metellus, der ihn zunächst nicht nach Rom reisen lassen wollte, um die Bewerbung durchzuführen. Die Gründe des Metellus werden unterschiedlich dargestellt: Für Sallust ist es die Überheblichkeit eines Aristokraten, der den homo novus an einem Aufstieg hindern will (wobei diese Überheblichkeit die einzige Schwäche des ansonsten ehrenhaften Metellus ist), Plutarch schildert die Ablehnung des Metellus als Antwort auf Marius’ „heimtückisches“ Verhalten und seiner Gier nach Ruhm. Diese Begebenheit ist im Kontext der gesamten Korruptionsaffäre um Iugurtha zu betrachten: Als der Krieg des Metellus gegen Iugurtha nicht schnell genug zu einem Abschluss gebracht werden konnte, nutzte Marius offenbar die kritische Stimmung des römischen Volkes und der publicani gegen die Nobilität für seine Bewerbung. In der Volkversammlung wurde entschieden, ihm den Oberbefehl gegen Iugurtha zu geben. Dies verletzte allerdings die auctoritas des Senats, der traditionell die Entscheidungshoheit über die Zuteilung derartiger Kommandos besaß.

Marius löste Metellus in Numidien ab und begann mit den Maßnahmen, die später zur sogenannten „Heeresreform des Marius“ weiter ausgebaut wurden: Plutarch schildert, wie „wider Gesetz und Herkommen“ Besitzlose (capite censi) und Sklaven in die Mannschaftslisten eingetragen wurden, was gegen die bisherige Rekrutierungspraxis verstieß, bei der nur Römer aufgenommen wurden, die in der Lage waren sich selbst auszurüsten.

Zusammenfassung der Kapitel

I. EINFÜHRUNG IN DIE THEMATIK: Vorstellung der Protagonisten Marius und Sulla sowie kritische Einordnung der quellenbasierten Forschungsfragen.

II. DIE FAKTIONEN IN DER AUSGEHENDEN REPUBLIK: Analyse der politischen Strukturen und Widerlegung der These fester, dauerhafter Parteibildungen.

III. HERKUNFT UND KARRIERE DER PROTAGONISTEN: Darstellung der sozialen Herkunft, Bildungswege und frühen Karriereschritte von Marius und Sulla.

IV. BELLUM IUGURTHINUM: DIE ERSTE ZUSAMMENARBEIT: Untersuchung des Verhältnisses der beiden Akteure im Rahmen des Krieges in Numidien und der ersten Anzeichen von Konkurrenz.

V. DIE ZEIT DER „GERMANENGEFAHR“: Analyse von Marius' Rolle während der Germaneneinfälle und der Bedeutung der Heeresreform für seine politische Machtbasis.

VI. JAHRE DER SPANNUNG: Erörterung der innenpolitischen Krisen, der Rolle von Saturninus und der sich verschärfenden Rivalitäten unter Berücksichtigung des Bundesgenossenkrieges.

VII. DER GROSSE KONFLIKT: DAS KOMMANDO GEGEN MITHRIDATES VI.: Untersuchung der Eskalation des Konflikts im Jahr 88 v. Chr. als Ergebnis persönlicher Ambitionen und struktureller Krisen.

VIII. SCHLUSSBETRACHTUNGEN: Fazit zur Relevanz und Historizität der Gegnerschaft zwischen Marius und Sulla als Produkt späterer Rechtfertigungsversuche.

Schlüsselwörter

Römische Republik, Gaius Marius, Lucius Cornelius Sulla, Nobilität, Homo novus, Faktionsthese, Iugurthinischer Krieg, Heeresreform, Optimaten, Popularen, Sullas Memoiren, Auctoritas, Metellus, Mithridates VI., Bürgerkrieg.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historische Beziehung zwischen Gaius Marius und Sulla, um zu prüfen, ob die in der Literatur verbreitete Annahme einer lebenslangen, erbitterten Gegnerschaft historisch haltbar ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Themen sind die politische Kultur der späten römischen Republik, die Rolle von Klientelverhältnissen und Faktionen sowie die Verlässlichkeit antiker Quellen und Autoren wie Plutarch und Sallust.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, das "Beziehungsgeflecht" zwischen Marius und Sulla zu durchleuchten und zu klären, ab wann und aus welchen Gründen eine echte Gegnerschaft plausibel ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin wählt einen chronologischen Ansatz und kombiniert diesen mit einer intensiven quellenkritischen Analyse, um propagandistische Verzerrungen in antiken Texten zu entlarven.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Karrieren beider Männer, ihre Zusammenarbeit im Iugurthinischen Krieg, die Auswirkungen der Germanengefahr, die Krise um Saturninus sowie den Konflikt um das Kommando gegen Mithridates.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Römische Republik, Nobilität, Homo novus, Faktionsthese, Auctoritas und Quellenkritik charakterisieren.

Warum spielt das Bocchus-Denkmal eine zentrale Rolle für die Deutung der Rivalität?

Das Denkmal provozierte Marius, da es Sullas Rolle im Krieg gegen Iugurtha überbetonte, und wird von der Autorin als Indiz für die Legitimationsprobleme der Nobilität interpretiert, die Sulla gegen den erfolgreichen Aufsteiger Marius in Stellung bringen wollte.

Welchen Einfluss haben Sullas Memoiren auf das Bild der Gegnerschaft?

Die Arbeit argumentiert, dass Sulla in seinen Memoiren die Feindschaft zu Marius künstlich weit zurückdatierte, um seine eigene Karriere zu rechtfertigen und von seiner frühen Abhängigkeit vom Patronat des Marius abzulenken.

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Details

Titel
Untersuchungen zur Gegnerschaft zwischen Marius und Sulla
Hochschule
Technische Universität Berlin  (Institut für Geschichte und Kunstgeschichte)
Veranstaltung
Hauptseminar „Große Gegenspieler“
Note
1,0
Autor
Regine Kemna (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
39
Katalognummer
V93574
ISBN (eBook)
9783638068390
ISBN (Buch)
9783638953849
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Untersuchungen Gegnerschaft Marius Sulla Hauptseminar Gegenspieler“
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Regine Kemna (Autor:in), 2007, Untersuchungen zur Gegnerschaft zwischen Marius und Sulla, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93574
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Leseprobe aus  39  Seiten
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