Das Fauslos-Curriculum ist ein Programm zur Gewaltprävention in der Grundschule. Es basiert auf dem amerikanischen "Second Step" Curriculum, welches vom Committee for Children in Seattle, USA entwicklet und evaluiert wurde.
Die vorliegende Arbeit soll dazu dienen die Wirksamkeit dieses Programmes zu untersuchen und einer kritischen Wertung zu unterziehen. Zuvor werden die Begriffe "Gewalt" "Prävention" und "Gewaltprävention" definiert und die Inhalte des Programms vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsbestimmungen
2.1 Gewalt
2.2 Prävention
2.3 Gewaltprävention
3 Das Faustlos-Curriculum
3.1 Grundannahmen
3.2 Die drei Einheiten
3.3 Implementierung in den Schulalltag
4 Evaluationsergebnisse
4.1 Die Studie
4.2 Ergebnisse
5 Zusammenfassung und Kritik
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirksamkeit des Präventionsprogramms "FAUSTLOS" an Grundschulen. Ziel ist es, das Programm wissenschaftlich zu durchleuchten, seine theoretischen Grundlagen und die praktische Implementierung in den Schulalltag darzustellen sowie den Erfolg anhand vorliegender Evaluationsstudien kritisch zu hinterfragen.
- Theoretische Grundlagen von Gewalt, Prävention und Gewaltprävention.
- Detaillierte Analyse des Faustlos-Curriculums (Empathie, Impulskontrolle, Umgang mit Ärger/Wut).
- Methodik der Implementierung in den Schulalltag durch Lehrkräfte.
- Kritische Auseinandersetzung mit der Wirksamkeit und dem pädagogischen Ansatz.
Auszug aus dem Buch
3.1 Grundannahmen
Aggressive Kinder haben Defizite in der Empathiefähigkeit, der Impulskontrolle und im Umgang mit Ärger und Wut.
Ausgehend von dieser Annahme, die auf Forschungsergebnissen amerikanischer Sozialwissenschaftler beruht (vgl. Schröder/Merkele, 2007, S.115), wurde ein umfassendes Training entwickelt. Es setzt an den drei Punkten Empathiefähigkeit, Impulskontrolle und Umgang mit Ärger und Wut an und soll so systematische die sozialen und emotionalen Kompetenzen von Grundschulkindern fördern. (vgl. Schick, 2006, S. 91)
Zur Durchführung eines langfristigen Präventionsprogrammes sind Schulen besonders gut geeignet.
In der Schule werden sehr viele Kinder erreicht. Insbesondere auch Kinder aus belasteten Familien, die von außerschulischen Angeboten nur selten erreicht werden. Des Weiteren können die Kinder hier das Erlernte über mehrere Jahre hinweg regelmäßig in sozialen Situationen anwenden und üben. (vgl. Schick, 2006, S. 91)
Aus diesen Gründen ist Faustlos auf eine Dauer von drei Jahren in den Klassenstufen eins bis drei angelegt und wird regelmäßig durchgeführt, der Aufbau lehnt sich an die Struktur einer Schulstunde an.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die aktuelle Relevanz von Gewalt an Schulen und stellt das Faustlos-Programm als Interventionsmaßnahme vor.
2 Begriffsbestimmungen: Hier werden die zentralen Termini Gewalt, Prävention und Gewaltprävention definiert und in den schulischen Kontext eingeordnet.
3 Das Faustlos-Curriculum: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundannahmen sowie den dreistufigen Aufbau des Curriculums und dessen Umsetzung durch die Lehrkräfte.
4 Evaluationsergebnisse: Hier werden Studiendesign, Forschungsziele sowie die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchung zur Wirksamkeit von Faustlos präsentiert.
5 Zusammenfassung und Kritik: Das Kapitel schließt mit einer kritischen Reflexion des Programms ab und benennt Potenziale für zukünftige Weiterentwicklungen.
Schlüsselwörter
Faustlos, Gewaltprävention, Grundschule, Empathie, Impulskontrolle, Ärgerbewältigung, Soziale Kompetenz, Schulalltag, Evaluation, Primärprävention, Erziehung, Konfliktlösung, Wirksamkeitsstudie, Pädagogik, Verhaltensfertigkeiten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung von Gewaltprävention an Grundschulen und fokussiert dabei spezifisch auf die Wirksamkeit und Implementierung des Programms "FAUSTLOS".
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die theoretische Herleitung von Gewaltphänomenen, der Aufbau des Faustlos-Trainings (Empathie, Impulskontrolle, Ärgerbewältigung) sowie die Analyse wissenschaftlicher Evaluationsstudien.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Untersuchung der Wirksamkeit des Faustlos-Programms und eine kritische Auseinandersetzung mit dessen pädagogischem Ansatz in der Schulpraxis.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung sowie eine sekundäranalytische Auswertung vorhandener Wirksamkeitsstudien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung, die detaillierte Darstellung der Kursinhalte (Empathieförderung, Impulskontrolle, Umgang mit Ärger) und die Auswertung empirischer Ergebnisse zur Programmwirkung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Faustlos, Gewaltprävention, soziale Kompetenz, Schule und Evaluation charakterisiert.
Wie gehen Lehrkräfte bei der Implementierung von Faustlos vor?
Lehrkräfte nutzen den "Faustlos-Koffer", der vorbereitete Materialien und ein Handbuch enthält, und müssen vorab eine eintägige Fortbildung zur praktischen Anwendung besuchen.
Welche Kritikpunkte äußert der Autor an dem Programm?
Der Autor kritisiert die starre Struktur der Lektionen, die wenig Raum für aktuelle Themen lässt, sowie den stark kognitiv geprägten Ansatz, der die kindliche Affektwelt teilweise unberücksichtigt lässt.
- Quote paper
- Jan Sommer (Author), 2008, Gewaltprävention in der Grundschule am Beispiel des Faustlos-Curriculums, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93096