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Über die problematische Situation männlicher türkischer Jugendlicher der zweiten Einwanderergeneration in Deutschland am Beispiel der ‚Turkish Power Boys’

Title: Über die problematische Situation männlicher türkischer Jugendlicher der zweiten Einwanderergeneration in Deutschland am Beispiel der ‚Turkish Power Boys’

Term Paper , 2006 , 17 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sofie Sonnenstatter (Author)

Sociology - Culture, Technology, Nations
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Ausländerkriminalität – ein Problem, das in Deutschland in den letzten Jahrzehnten immer wieder aktuell ist und in den Medien diskutiert wird. In der vorliegenden Arbeit möchte ich klären, ob die Angst vor der hohen Kriminalität der Ausländer berechtigt ist. Die Schuld an der angeblich so hohen Delinquenz der Einwanderer wird oft deren kulturellem Hintergrund gegeben, die Unterschiede zwischen ihnen und uns seien zu groß. Bei den Türken argumentiert man gerne mit dem Islam. Das Unverständnis, das die Deutschen dieser Religion entgegenbringen, und die Angst, die daraus resultiert, ist momentan, in der Zeit des ‚islamischen Terrors’, höchst aktuell. Deshalb finde ich es interessant, auf der Grundlage kultureller Verschiedenheiten die Delinquenz junger Türken als Form von abweichendem Verhalten zu untersuchen. Dabei werde ich Sellins Kulturkonflikttheorie auf die Situation türkischer Einwanderer, vor allem der zweiten Generation, in Deutschland anwenden. Um das ganze zu veranschaulichen, ziehe ich Hermann Tertilts Studie über die Frankfurter Jugendbande Turkish Power Boys heran, weil es eine der besten ethnographischen Langzeitstudien ist, die in Deutschland gemacht wurden. Auch wenn es eine qualitative Studie ist und man die Ergebnisse nicht verallgemeinern kann, verdeutlicht sie doch die Situation der Gastarbeiterkinder und bestätigt in vielen Dingen die Aussagen, die in der einschlägigen Forschungsliteratur zu finden sind. Um einen Überblick zu gewähren, hole ich zunächst etwas aus, um die Geschichte der Gastarbeiter in Deutschland kurz zu umreißen und einen Einblick in die Bandengeschichte der Turkish Power Boys zu geben. Anschließend beleuchte ich das Phänomen der erhöhten Ausländerkriminalität und erläutere die Kulturkonflikttheorie im Zusammenhang mit der genannten Thematik. Schließlich werde ich beurteilen, ob diese Theorie als Erklärung für die Delinquenz jugendlicher Türken ausreicht. Wie dem Titel zu entnehmen ist, gehe ich in der vorliegenden Arbeit ausschließlich auf die Situation männlicher Jugendlicher ein, da die Problematik der Türkinnen in Deutschland eine ganz andere ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Turkish Power Boys

2.1 Die Studie

2.2 Die Bande

3. Türkische Gastarbeiter in Deutschland

4. Ausländerkriminalität

5. Die Kulturkonflikttheorie

5.1 Hintergrund

5.2 Äußerer Kulturkonflikt

5.3 Innerer Kulturkonflikt

5.4 Bewertung der Kulturkonflikttheorie

6. Schlussgedanke

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob die öffentliche Angst vor einer hohen Delinquenzrate unter männlichen türkischen Jugendlichen der zweiten Einwanderergeneration in Deutschland berechtigt ist und ob die Kulturkonflikttheorie nach Sellin als Erklärungsmodell für dieses abweichende Verhalten ausreicht.

  • Analyse der Delinquenz am Beispiel der ethnographischen Studie "Turkish Power Boys"
  • Historische Einordnung türkischer Gastarbeiter in Deutschland
  • Kritische Beleuchtung der Ausländerkriminalitätsstatistik
  • Anwendung der Kulturkonflikttheorie (innerer vs. äußerer Konflikt)
  • Diskussion soziostruktureller Faktoren und Diskriminierungserfahrungen

Auszug aus dem Buch

5.2 Äußerer Kulturkonflikt

Der äußere Kulturkonflikt – der Kriminologe Michael Bock nennt diesen auch „unmittelbar kriminogenen Kulturkonflikt“ - tritt auf, wenn sich Einwanderer gemäß den in ihrer Kultur geltenden Normen verhalten, die mit denjenigen der Aufnahmegesellschaft in Widerspruch stehen. Das einfachste Beispiel ist ein Immigrant, der mit der Gesetzeslage seines Gastlandes noch nicht ganz vertraut ist, wodurch es aufgrund von Unwissenheit zu Gesetzesüberschreitungen kommen kann. Eine solche Situation kommt allerdings bei Jugendlichen der zweiten Einwanderergeneration wohl nicht so häufig vor, da diese mit Sicherheit, sei es durch Eltern oder Schule, über die gültigen Gesetze aufgeklärt sind. Auch die Jugendlichen der ‚Turkish Power Boys’ wissen, dass sie mit ihren kriminellen Handlungen gegen Gesetze verstoßen. Zudem wären diese Handlungen in der Türkei mit Sicherheit auch gesetzeswidrig.

Sellin bringt für den äußeren Kulturkonflikt das Beispiel eines sizilianischen Einwanderers, der den sechzehnjährigen Verführer seiner Tochter tötet, um so die Familienehre zu retten. Der Ehrenmord ist vermutlich in der heutigen Türkei nicht an der Tagesordnung, dennoch spielt der traditionelle Ehrbegriff des Mannes bei Türken eine größere Rolle als bei Deutschen. Die Ehre eines Mannes wird über die Ehre seiner Familie definiert und diese ist er verpflichtet, vor Angriffen zu schützen. Da Frauen traditionell als schwach und passiv gelten, ist es die Pflicht der Männer, die Ehre der angehörigen Frauen zu verteidigen. Diese kann verletzt werden, wenn die sexuelle Reinheit beziehungsweise die eheliche Treue in Gefahr ist.

„Bei einem solchen Ehrverlust ‘verliert der Mann sein Gesicht’ und seine Seele und kann, türkischer Tradition zufolge, seine Ehre nur wiederherstellen, wenn er den Ehrverlust rächt. Fordert der Mann keine Vergeltung, wird er als schwach angesehen und ist kein ‘richtiger Mann’ mehr.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Ausländerkriminalität ein und stellt die Relevanz der Kulturkonflikttheorie zur Untersuchung der Delinquenz türkischer Jugendlicher dar.

2. Die Turkish Power Boys: Dieses Kapitel stellt die ethnographische Langzeitstudie von Hermann Tertilt vor und charakterisiert die Struktur sowie die Lebensumstände der untersuchten Jugendbande.

3. Türkische Gastarbeiter in Deutschland: Hier wird der historische Kontext der Anwerbung türkischer Arbeitskräfte erläutert, um die Entstehung der spezifischen Lebenssituation der Einwandererfamilien zu verdeutlichen.

4. Ausländerkriminalität: Der Autor hinterfragt die offizielle Kriminalitätsstatistik kritisch und analysiert, warum einfache Vergleiche zwischen deutschen und ausländischen Staatsbürgern irreführend sein können.

5. Die Kulturkonflikttheorie: Das Hauptkapitel expliziert die Theorie von Thorsten Sellin und wendet die Konzepte des äußeren sowie inneren Kulturkonflikts auf die Situation der türkischen Jugendlichen an.

6. Schlussgedanke: Das Fazit fasst zusammen, dass kulturelle Unterschiede zwar ein Faktor sein können, aber die Kriminalität nicht hinreichend erklären, da soziale Benachteiligung und Diskriminierung wesentliche Rollen spielen.

Schlüsselwörter

Ausländerkriminalität, Turkish Power Boys, Kulturkonflikttheorie, Thorsten Sellin, Gastarbeiter, Identitätskrise, Delinquenz, Migration, Integration, Ehrbegriff, Sozialisation, Ethnographie, Deutschland, Jugendbande, Diskriminierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Situation männlicher türkischer Jugendlicher der zweiten Einwanderergeneration in Deutschland und untersucht, inwieweit deren Delinquenz auf kulturelle Konflikte zurückzuführen ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten zählen die Lebensumstände türkischer Gastarbeiter, die Interpretation von Kriminalitätsstatistiken, das Phänomen jugendlicher Banden sowie die theoretische Fundierung durch den Kulturkonflikt-Ansatz.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, zu klären, ob die Kulturkonflikttheorie nach Thorsten Sellin ausreicht, um die Delinquenz junger Türken zu erklären oder ob weitere soziologische Faktoren miteinbezogen werden müssen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und stützt sich methodisch auf die ethnographische Langzeitstudie von Hermann Tertilt über die "Turkish Power Boys".

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung der Migration, eine statistische und soziologische Einordnung der Ausländerkriminalität sowie eine detaillierte Erläuterung und Bewertung der Kulturkonflikttheorie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Ausländerkriminalität, Kulturkonflikt, Identitätskrise, Migration, Integration, Sozialisation und der Ehrbegriff.

Warum spielt die "Turkish Power Boys"-Studie eine so wichtige Rolle?

Sie dient als qualitative Fallstudie, die es erlaubt, theoretische Konzepte wie den inneren Kulturkonflikt an einem konkreten Beispiel der Lebenswirklichkeit von Jugendlichen zu prüfen.

Was unterscheidet den inneren vom äußeren Kulturkonflikt nach dem Autor?

Der äußere Kulturkonflikt resultiert aus Normen, die direkt mit den Gesetzen des Gastlandes kollidieren, während der innere Konflikt die intraindividuelle Identitätskrise beschreibt, die durch das Leben zwischen zwei Kulturen entsteht.

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Details

Title
Über die problematische Situation männlicher türkischer Jugendlicher der zweiten Einwanderergeneration in Deutschland am Beispiel der ‚Turkish Power Boys’
College
University of Augsburg
Course
Proseminar: Abweichendes Verhalten Jugendlicher
Grade
1,3
Author
Sofie Sonnenstatter (Author)
Publication Year
2006
Pages
17
Catalog Number
V92818
ISBN (eBook)
9783638066938
Language
German
Tags
Situation Jugendlicher Einwanderergeneration Deutschland Beispiel Power Boys’ Proseminar Abweichendes Verhalten Jugendlicher
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sofie Sonnenstatter (Author), 2006, Über die problematische Situation männlicher türkischer Jugendlicher der zweiten Einwanderergeneration in Deutschland am Beispiel der ‚Turkish Power Boys’ , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92818
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