Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Thematik des österreichischen Parteiensystems. Um sich damit auseinandersetzen zu können, sollte zu allererst geklärt werden, was Parteiensysteme überhaupt sind, wie sie definiert werden und welche Funktionen sie innehaben.
„Laut Nohlen versteht man unter Parteiensystemen das strukturelle Gefüge der Gesamtheit der politischen Parteien in einem Staat.“
Die Funktionen der Parteiensysteme sind oft eng mit den Funktionen, die man den Parteien zuschreibt, verbunden. Dem Parteienwettbewerb werden beispielsweise die Aufgaben des Beitrags zur politischen Stabilität und die Umsetzung divergierender Anforderungen in Entscheidungen zugeschrieben.
„Parteiensysteme – verstanden in einem modernen Sinne – setzen schließlich ein Mindestmass an Regelmässigkeit voraus, welches nur mit der Ausbildung von dauerhaften Parteiorganisationen erreicht werden kann.“
Die Analyse von Parteiensystemen kann über die Wahl- oder Parteiprogramme, den elektoralen Erfolg der Parteien (über Wahldaten) oder der Parteienorganisation selbst erfolgen. Problematisch beim Analysieren über den Wahlerfolg bzw. über die Repräsentation der einzelnen Parteien im Parlament und der Regierung ist, dass das Kräfteverhältnis zwischen den Parteien verzerrt sein kann. Außerdem kann nicht immer eindeutig nachvollzogen werden, wofür die Parteien stehen und warum sie von den Leuten gewählt wurden. Für den Ländervergleich einzelner Parteisysteme ist die Analyse über den Wahlerfolg sehr gut geeignet, da dieser stets gut dokumentiert ist und die aktuellen Daten leicht erhältlich sind. Die anderen Möglichkeiten zur Forschung sind vom Aufwand her gesehen größer und für eine Länderstudie nicht so gut geeignet.
Der Begriff „Parteiensystem“ kann laut Ladner nicht nur bezogen auf Nationalstaaten, sondern auch staatenübergreifend (hier führt er das Beispiel der Europäischen Union als staatenübergreifendes Parteiensystem an) und auf den verschiedensten Unterebenen angewendet werden. Er führt ebenfalls an, dass in föderativen politischen Systemen auch subnationale Parteiensysteme auf dem Niveau der einzelnen Bundesstaaten (USA), Länder (Deutschland) oder Kantone (Schweiz) wichtig sind, und diese von der Gestalt des nationalen Parteiensystems abweichen können.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einführung
- 2. Entstehung von Parteiensystemen
- 3. Typologien von Parteiensystemen
- 4. Das österreichische Parteiensystem
- 4.1. Das österreichische Wahlsystem
- 4.2. Der Nationalrat
- 4.3. Die BundespräsidentInnenwahl
- 4.4. Der Bundesrat
- 4.5. Die Bundesregierung
- 4.6. Das österreichische Parteiensystem im geschichtlichen Kontext
- 5. SPÖ – Sozialdemokratische Partei Österreichs
- 5.1. Geschichte der SPÖ
- 5. 2. Ideologie der SPÖ
- 5.2.1 Entwicklung des Parteiprogramms
- 6. ÖVP-Österreichische Volkspartei
- 6.1. Geschichte der ÖVP
- 6.2. Ideologie der ÖVP
- 7. FPÖ – Freiheitliche Partei Österreichs
- 7. 1. Geschichte der FPÖ
- 7.2. Ideologie der Freiheitlichen Partei Österreichs
- 8. BZÖ – Bündnis Zukunft Österreich
- 8.1. Geschichte des BZÖ
- 8.2. Ideologie
- 9. Grünalternative Partei
- 9.1. Geschichte
- 9.2. Ideologie
- 10. Kleinparteien
- 11. Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit dem österreichischen Parteiensystem und untersucht dessen Entstehung, Entwicklung und Struktur. Sie analysiert die wichtigsten politischen Parteien Österreichs, deren Geschichte, Ideologie und Rolle im politischen System.
- Die Entstehung und Entwicklung von Parteiensystemen
- Typologien von Parteiensystemen
- Das österreichische Wahlsystem und seine Auswirkungen auf das Parteiensystem
- Die wichtigsten politischen Parteien in Österreich: SPÖ, ÖVP, FPÖ, BZÖ und die Grünen
- Die Rolle von Kleinparteien im österreichischen Parteiensystem
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einführung in die Thematik der Parteiensysteme, definiert deren Funktionen und erläutert verschiedene Ansätze zur Analyse. Im zweiten Kapitel wird die Entstehung von Parteiensystemen im 19. Jahrhundert im Kontext von England und den USA beleuchtet.
Kapitel 3 widmet sich Typologien von Parteiensystemen und bietet verschiedene Klassifizierungsansätze. Anschließend wird das österreichische Parteiensystem im Detail betrachtet, wobei das Wahlsystem, die wichtigsten politischen Organe (Nationalrat, BundespräsidentInnenwahl, Bundesrat, Bundesregierung) sowie der geschichtliche Kontext des Parteiensystems im Fokus stehen.
Die Kapitel 5 bis 9 widmen sich jeweils einer der wichtigsten politischen Parteien Österreichs: SPÖ, ÖVP, FPÖ, BZÖ und den Grünen. Die Kapitel behandeln die Geschichte, Ideologie und Programme der jeweiligen Parteien. Schließlich gibt es einen kurzen Einblick in die Rolle von Kleinparteien im österreichischen Parteiensystem.
Schlüsselwörter
Österreichisches Parteiensystem, Parteiensysteme, Wahlsystem, politische Parteien, SPÖ, ÖVP, FPÖ, BZÖ, Grüne, Kleinparteien, Geschichte, Ideologie, Programm, politische Stabilität, politische Funktionen.
Häufig gestellte Fragen zum österreichischen Parteiensystem
Wie wird ein Parteiensystem definiert?
Nach Nohlen versteht man darunter das strukturelle Gefüge der Gesamtheit der politischen Parteien in einem Staat.
Welche Funktionen haben Parteien in Österreich?
Sie tragen zur politischen Stabilität bei, bündeln divergierende Anforderungen der Bürger und setzen diese in politische Entscheidungen um.
Was sind die wichtigsten Parteien in Österreich?
Die historisch dominierenden Großparteien sind die SPÖ und die ÖVP, ergänzt durch die FPÖ, die Grünen und das BZÖ (historisch).
Wie unterscheidet sich der Nationalrat vom Bundesrat?
Der Nationalrat ist die direkt gewählte Volksvertretung, während der Bundesrat die Interessen der Bundesländer auf Bundesebene vertritt.
Warum ist die Wahlanalyse für den Ländervergleich gut geeignet?
Wahldaten sind stets gut dokumentiert und leicht erhältlich, was einen objektiven Vergleich der Kräfteverhältnisse zwischen verschiedenen Staaten ermöglicht.
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- Verena Heitzinger (Author), 2008, Das österreichische Parteiensystem, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92663