In dieser Arbeit geht es um die Analyse des Dramas "Tamburlaine the Great". Als direkter Zeitgenosse Shakespeares wird Christopher Marlowe häufig als der zweite große Dramatiker der Elisabethanischen Zeit bezeichnet, obwohl die Literaturwissenschaft vor allem seine frühen Werke häufig als noch nicht ganz ausgereift bezeichnet. „Tamburlaine the Great“ ist so ein Drama, das viele Facetten des späteren Marlowe bereits andeutet und seine vielgepriesene "Mighty Line" schon hier zum Ausdruck bringt. Trotzdem wird dieses Stück häufig nur am Rande erwähnt, um danach detailliert auf spätere Dramen wie „The tragical History of Doctor Faustus“ einzugehen. Aber sind es nicht gerade die frühen Werke, die die Eigenheiten eines Autors am besten widerspiegeln und verraten können, warum sich dieser später in eine bestimmte Richtung hin entwickelt?
Welcher Gattung ließe sich „Tamburlaine the Great“ zuschreiben? Ist es eine Tragödie, eine nicht ganz gelungene Komödie oder gar eine völlig neue Art von Stück, der nicht mit herkömmlichen Maßen beizukommen ist? All diese Überlegungen zeigen die Notwendigkeit einer Beschäftigung mit einem oft vernachlässigten Drama, welches offensichtlich tragische Elemente beinhaltet, aber keine reine Tragödie zu sein scheint, das komische Momente aufweist, aber auch keine klassische Komödie darstellt. Die vorliegende Arbeit soll anhand der Analyse konkreter Textstellen verschiedene Aspekte des Dramas beleuchten und mit klassischen Gattungsmodellen konfrontieren, um schließlich eine begründete Aussage darüber anstellen zu können, ob eine Zuordnung zu einer bestimmten Gattung überhaupt möglich ist und falls nicht, als was dieses Stück dann anzusehen ist.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Zum Begriff der Gattung
- Analyse
- Die dramatische Handlung
- Struktur und Charaktere des Dramas
- Abschließende Bemerkungen
- Bibliographie
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Gattungsfrage von Christopher Marlowes „Tamburlaine the Great“ und analysiert das Stück anhand konkreter Textstellen, um herauszufinden, ob es sich in eine gängige Gattung einordnen lässt oder ob es eine eigenständige Form darstellt.
- Die Einordnung von „Tamburlaine the Great“ in ein bestimmtes Gattungsmodell
- Die Analyse der dramatischen Handlung und ihrer episodenhaften Struktur
- Die Untersuchung der Charaktere und ihrer Rolle im Stück
- Die Einordnung des Stückes in den Kontext der elisabethanischen Dramatik
- Die Frage, ob sich „Tamburlaine the Great“ als Tragödie, Komödie oder eine völlig neue Gattung klassifizieren lässt
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Die Einleitung stellt das Drama „Tamburlaine the Great“ von Christopher Marlowe vor und erläutert den Hintergrund der Analyse. Marlowe wird als bedeutender Dramatiker der Elisabethanischen Zeit bezeichnet, dessen Werk „Tamburlaine the Great“ oftmals nur am Rande erwähnt wird. Die Arbeit untersucht, ob sich das Stück in eine bestimmte Gattung einordnen lässt und versucht, seine Eigenheiten herauszuarbeiten.
Zum Begriff der Gattung
Dieser Abschnitt erläutert, wie der Begriff der Gattung im Kontext der Arbeit verwendet wird. Gattungen werden als Ordnungsschemata zur Klassifikation von Werken verstanden, die helfen, die Werke theoretisch zu bearbeiten.
Analyse
Die dramatische Handlung
Die Analyse der dramatischen Handlung von „Tamburlaine the Great“ untersucht, ob das Stück die Anforderungen einer Tragödie erfüllt. Der Prolog des Dramas deutet auf tragische Momente hin, doch die Handlung erscheint episodenhaft und nicht kausal verknüpft. Der Abschnitt stellt die Frage, ob Marlowes Werk den aristotelischen Kriterien für eine Tragödie entspricht und wie sich das Stück in den Kontext der elisabethanischen Dramatik einordnen lässt.
Schlüsselwörter
Christopher Marlowe, „Tamburlaine the Great“, elisabethanische Dramatik, Gattung, Tragödie, Komödie, dramatische Handlung, episodenhafter Aufbau, Struktur, Charaktere.
Häufig gestellte Fragen
Welcher Gattung gehört „Tamburlaine the Great“ an?
Das Stück lässt sich nicht eindeutig klassifizieren. Es enthält tragische Elemente, weist aber eine episodenhafte Struktur auf, die von klassischen Modellen der Tragödie oder Komödie abweicht.
Was versteht man unter Marlowes „Mighty Line“?
Damit ist Marlowes kraftvolle und innovative Verwendung des Blankverses (reimloser fünfhebiger Jambus) gemeint, die in „Tamburlaine“ erstmals voll zur Geltung kam.
Warum ist das Stück episodenhaft aufgebaut?
Anstatt einer kausal verknüpften Handlung (wie bei Aristoteles gefordert) reiht Marlowe verschiedene Eroberungszüge des Protagonisten aneinander, was den Fokus auf dessen Charakterstärke legt.
Wie wird die Figur des Tamburlaine charakterisiert?
Er wird als ehrgeiziger, grausamer, aber auch charismatischer Außenseiter dargestellt, der durch eigenen Willen und militärisches Geschick zum Weltbeherrscher aufsteigt.
Welche Rolle spielt Marlowe in der elisabethanischen Dramatik?
Christopher Marlowe gilt als der bedeutendste Vorläufer Shakespeares, der das englische Drama durch seine Sprache und die Darstellung komplexer, machtbesessener Charaktere modernisierte.
Ist „Tamburlaine“ eine Tragödie?
Obwohl der Protagonist am Ende stirbt, fehlt der klassische tragische Fall durch einen Fehler (Hamartia), da Tamburlaine bis zum Schluss unbesiegt und triumphierend bleibt.
- Quote paper
- Stefan Olschewski (Author), 1999, Zur Gattungsfrage von Christopher Marlowes "Tamburlaine the Great". Eine selbstgemachte Familien-Romanze?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/926041