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Die USA und der Konflikt um das iranische Atomprogramm vor dem Hintergrund zweier verschiedener Sicherheitsdilemmas

Title: Die USA und der Konflikt um das iranische Atomprogramm vor dem Hintergrund zweier verschiedener Sicherheitsdilemmas

Term Paper , 2008 , 28 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Felix Reibestein (Author)

Politics - Topic: Peace and Conflict, Security
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Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran in Bezug auf das iranische Nuklearprogramm ist im Moment wohl eines der brisantesten Themen der internationalen Beziehungen. Die Komplexität der Krise ist weitaus größer als auf den ersten Blick erscheinen mag, hätte eine Eskalation doch sicher Auswirkungen auf andere globale Bereiche.
Als im August 2002 durch Informationen seitens einer iranischen Oppositionsgruppe bekannt wurde, dass Teheran geheime Anlagen zur Urananreicherung betreibe und durch IAEA-Untersuchungen sich der Verdacht erhärtete, der Iran könne Atomwaffen produzieren, war der Höhepunkt des amerikanisch-iranischen Gegensatzes erreicht. Es darf zu recht daran gezweifelt werden, ob das Verhältnis der beiden Staaten auf einem solchen Tiefpunkt wie heute wäre, wenn kein iranisches Nuklearprogramm existieren würde.
Der Konflikt wirft natürlich die Frage auf, warum der Iran nach dem Besitz von Atomwaffen strebt und die USA dies verhindern wollen. Die Vermutung liegt nahe, dass es beiden Staaten dabei um ihre Sicherheitsinteressen geht. Daher lautet die zentrale Fragestellung dieser Arbeit: Lässt sich der Konflikt zwischen den USA und dem Iran im Hinblick auf das iranische Nuklearprogramm mit zwei verschiedenen Sicherheitsdilemmas der Akteure erklären.
Die Relevanz der Fragestellung erklärt sich durch eine damit verbundene Ursachenforschung. Wenn eine Abhängigkeit der Politik der USA bzw. des Irans im Zuge der Krise aufgrund der Sicherheitsdilemmas belegt werden kann, sind damit möglicherweise auch einige Punkte hinsichtlich der Konfliktursachen geklärt.
Nach einer kurzen Abhandlung der Vorgeschichte des Konflikts, werden im Punkt 3. Argumente zusammengetragen, die dafür sprechen, dass sowohl der Iran als auch die USA im Laufe der Krise um das iranische Nuklearprogramm ihre Politik an ihren unterschiedlichen Sicherheitsinteressen ausrichten. Im Punkt 4. soll schließlich aufgezeigt werden, welche Opti-onen den USA zur Konfliktlösung zur Verfügung stehen und welche Auswirkungen diese auf die Sicherheitsdilemmas der beiden Konfliktparteien hätten.
Bei der Bearbeitung des Themas wird hermeneutisch vorgegangen und die deduktive Methode angewendet. Wie mit der Fragestellung schon angedeutet, wird die Hypothese überprüft, dass sich der Konflikt zwischen den USA und dem Iran in Bezug auf das iranische Atomprogramm mit zwei unterschiedlichen Sicherheitsdilemmas erklären lässt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorgeschichte des Konflikts

3. Die USA und der Iran vor dem Hintergrund verschiedener Sicherheitsdilemmas

3.1. Das Sicherheitsdilemma des Iran

3.2. Das Sicherheitsdilemma der USA

4. Optionen der Konfliktlösung – Chancen und Probleme

4.1. Diplomatische Lösungen

4.2. Eindämmung und von innen herbeigeführter Regimewechsel

4.3. Militärische Optionen

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Konflikt zwischen den USA und dem Iran bezüglich des iranischen Nuklearprogramms unter der theoretischen Perspektive des Sicherheitsdilemmas. Ziel ist es zu analysieren, ob das gegenseitige Misstrauen und die daraus resultierenden sicherheitspolitischen Strategien beider Akteure durch die Logik von Sicherheitsdilemmas erklärt werden können und welche Handlungsoptionen für die USA daraus resultieren.

  • Analyse des iranischen Sicherheitsdilemmas durch geostrategische Bedrohungslagen.
  • Untersuchung des US-amerikanischen Sicherheitsdilemmas im Kontext von Energieversorgung und globaler Stabilität.
  • Diskussion diplomatischer Lösungsansätze und deren Hürden.
  • Evaluierung der Strategie der Eindämmung und eines möglichen Regimewechsels.
  • Kritische Würdigung der Risiken und Konsequenzen militärischer Optionen.

Auszug aus dem Buch

3.1. Das Sicherheitsdilemma des Iran

Zu allererst muss an diesem Punkt erwähnt werden, dass sich der Iran in den 1970er Jahren aus machtpolitischen Gründen schon einmal an der Entwicklung von Atomwaffen versucht hat. Dies ist deshalb von großer Bedeutung, weil Ayatollah Khomeini nach der Revolution im Jahr 1979 „die Nukleartechnologie für inkompatibel mit dem Islam“ erklärte. Daher wurden die Arbeiten am Bau von Atomreaktoren sogar vorübergehend unterbrochen.

Um die iranische Atompolitik zu verstehen, sollte dementsprechend erst einmal analysiert werden, wann bzw. warum Staaten bestrebt sind, Nuklearwaffen zu entwickeln. Sagan macht dafür drei Gründe aus: Erstens, aus Gründen des Selbstschutzes vor äußeren Einflüssen, zweitens, um Interessen innenpolitischer Akteure zu befriedigen oder drittens, um sich ein wichtiges Statussymbol anzueignen. Sagan ordnet den Iran dabei dem ersten Fall zu, weil Teheran sich in einer unkomfortablen Lage in einer instabilen Region befindet, lange Zeit einem aggressiven Irak gegenüberstand und jetzt mit der amerikanischen Forderung nach einem Regimewechsels konfrontiert ist.

Die Politik der Ayatollahs ist also vorrangig ein Ergebnis der strategischen Situation in der Region. Besonders bedeutsam ist dabei die fast lückenlose Einkreisung ihres Landes durch den Feind USA und die „anhaltende Machtasymmetrie“ zwischen der Nuklearmacht Israel und den anderen Nahoststaaten. Des Weiteren ist für die Iraner die Entwicklung im Nachbarland Pakistan beunruhigend, da es dort zu einem Erstarken des Wahabismus kam, das den Schiiten extrem feindlich gesinnt ist. Aufgrund dessen wird die Atomwaffe als ein Instrument angesehen, mit dem der den Iranern unliebsamen Situation entgegengewirkt werden kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt den Konflikt um das iranische Nuklearprogramm als zentrales Thema dar und führt das theoretische Konzept des Sicherheitsdilemmas zur Analyse der Sicherheitsinteressen beider Akteure ein.

2. Vorgeschichte des Konflikts: Dieses Kapitel zeichnet den Verlauf des iranischen Nuklearprogramms seit 1987 nach und beleuchtet die Spannungen mit dem Westen sowie die Rolle der IAEO-Inspektionen.

3. Die USA und der Iran vor dem Hintergrund verschiedener Sicherheitsdilemmas: Das Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des Sicherheitsdilemmas und wendet diese auf die spezifische geostrategische Bedrohungswahrnehmung Irans sowie die ökonomischen und sicherheitspolitischen Ängste der USA an.

4. Optionen der Konfliktlösung – Chancen und Probleme: Hier werden diplomatische, eindämmende und militärische Handlungsoptionen der USA diskutiert und deren jeweilige Chancen sowie weitreichende Risiken analysiert.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass der Konflikt maßgeblich durch Sicherheitsdilemmas geprägt ist, wobei diplomatische Verhandlungen trotz aller Risiken als der einzig tragfähige Weg erscheinen.

Schlüsselwörter

Iran, USA, Nuklearprogramm, Sicherheitsdilemma, Nahostpolitik, internationale Beziehungen, Atomwaffen, Eindämmung, Regimewechsel, Sicherheitsinteressen, Proliferation, Golfregion, geostrategische Lage, Krisenmanagement, Sicherheitspolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Konflikt zwischen den USA und dem Iran um das iranische Atomprogramm unter der Annahme, dass beide Staaten in ein gegenseitiges Sicherheitsdilemma verstrickt sind.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die historische Genese des Konflikts, die Analyse der Sicherheitsinteressen beider Akteure, die Untersuchung der regionalen Machtkonstellationen und die Bewertung verschiedener Lösungsstrategien.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist zu erklären, warum der Iran nach Nuklearwaffen strebt und die USA dies verhindern wollen, indem geprüft wird, ob das theoretische Konzept des Sicherheitsdilemmas zur Erklärung dieser Dynamik geeignet ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit wendet ein hermeneutisches Vorgehen an und nutzt die deduktive Methode, um die Hypothese der Sicherheitsdilemmas anhand der vorliegenden politischen Lage zu überprüfen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden das Sicherheitsdilemma des Irans (aufgrund von Isolation und regionaler Einkreisung) sowie das der USA (aufgrund von ökonomischen Interessen und globaler Nichtverbreitung) detailliert analysiert und verschiedene Lösungsansätze kritisch bewertet.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Sicherheitsdilemma, Atomprogramm, geostrategische Interessen, Proliferation, Nahostkonflikt und Containment-Strategie charakterisiert.

Warum wird der Erste Golfkrieg in der Analyse des iranischen Sicherheitsdilemmas so hervorgehoben?

Der Erste Golfkrieg (1980-1988) wird als prägendes Ereignis für die iranische Führungselite dargestellt, da die Erfahrungen mit dem Einsatz von Chemiewaffen und die internationale Isolierung die heutige sicherheitspolitische Skepsis des Irans gegenüber dem Westen maßgeblich beeinflusst haben.

Warum hält die Autorin militärische Optionen für so risikoreich für die USA?

Militärische Optionen werden als risikoreich eingestuft, da sie eine weitere Destabilisierung der Region („Vietnamisierung“), den Verlust von Verbündeten, eine Solidarisierung der iranischen Bevölkerung mit ihrem Regime und massive negative Auswirkungen auf die Weltwirtschaft zur Folge hätten.

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Details

Title
Die USA und der Konflikt um das iranische Atomprogramm vor dem Hintergrund zweier verschiedener Sicherheitsdilemmas
College
http://www.uni-jena.de/
Grade
1,7
Author
Felix Reibestein (Author)
Publication Year
2008
Pages
28
Catalog Number
V92541
ISBN (eBook)
9783638063746
ISBN (Book)
9783638952972
Language
German
Tags
Konflikt Atomprogramm USA Iran Atomkonflikt Sicherheitsdilemma
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Felix Reibestein (Author), 2008, Die USA und der Konflikt um das iranische Atomprogramm vor dem Hintergrund zweier verschiedener Sicherheitsdilemmas, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92541
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